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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Modellprojekt zur beruflichen Orientierung und Qualifizierung im Übergang von der Schule in unterstützte Beschäftigung

Das Modellprojekt knüpft an die Erfahrungen und Ergebnisse der Hamburger Arbeitsassistenz in der Vermittlung von Menschen mit Behinderungen in unterstützte Arbeitsverhältnisse ( seit 1992) und an die des Ambulanten Arbeitstrainings (seit 1996) an. Analog zu dem Grundgedanken des dualen Systems der Berufsausbildung (Betrieb und Berufsschule) werden die Maßnahmeteilnehmenden die Möglichkeit erhalten, sich innerhalb unterschiedlicher Betriebe des regionalen Arbeitsmarktes und durch die Kooperation mit zwei Berufsschulen zu qualifizieren. Im Unterschied zu einer beruflichen Vollausbildung und auch zu den sogenannten Helferausbildungen für Behinderte (nach § 48 BBiG bzw. § 42 HwO) zielt die berufliche Qualifizierungsmaßnahme nicht auf eine anerkannte Berufsausbildung. Die Maßnahmeteilnehmenden erhalten am Ende der Qualifizierungsmaßnahme Zertifikate über ihre individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und möglichen Arbeitsbereiche.

Im Unterschied zum dualen System der Berufsausbildung ist in der beruflichen Qualifizierungsmaßnahme des Modellprojektes auch der Gedanke einer beruflichen Orientierung bzw. Umorientierung stärker konzeptionell vertreten: Die Maßnahmeteilnehmenden erhalten die Möglichkeit unterschiedliche Berufsfelder und Arbeitsbereiche kennenzulernen und erfahrungsorientiert Interessenschwerpunkte zu setzen, um von dort aus eine Qualifizierung in bestimmten Berufszweigen zu vertiefen.

Die Teilnehmerzahl für das Modellprojekt ist auf durchschnittlich circa 25 Personen im Jahr begrenzt. Die berufliche Orientierungs- und Qualifizierungsphase kann für die Maßnahmeteilnehmenden maximal drei Jahre betragen. Die ersten zwei Jahre der Maßnahme werden in Kooperation mit den Werkstätten für Behinderte im (rechtlichen) Status eines Arbeitstrainings in den Werkstätten für Behinderte durchgeführt. Wenn nach einer maximalen Förderdauer von zwei Jahren noch Förderungsbedarf festzustellen ist und noch keine Vermittlung in ein unterstütztes Arbeitsverhältnis erfolgen konnte, wird den Maßnahmeteilnehmenden ein sogenanntes 'Integrationspraktikum' angeboten werden können.

Im Integrationspraktikum sind die Maßnahmeteilnehmenden im rechtlichen Status den Personen im Arbeitsbereich einer Werkstatt für Behinderte gleichgestellt (Grundlage: BSHG §§ 39ff - Eingliederungshilfe für Behinderte). Durch das Integrationspraktikumsjahr sollen auch Personen eine Möglichkeit einer beruflichen Orientierung und Qualifizierung in Betrieben erhalten, die bereits den Arbeitstrainingsbereich absolviert haben.

In der Modellphase des Projektes sollen Curricula für diese berufliche Qualifizierung und Orientierungsmaßnahme weiterentwickelt werden. Schwerpunkte liegen hierbei auf folgenden Aspekten:
- Methoden der Qualifizierung am Arbeitsplatz;
- Koordination der Qualifizierung im Betrieb und in der Berufsschule;
- Entwicklung individueller Förderpläne, Dokumentation.

Bestandteil des Modellprojektes ist auch eine Evaluation, die von einer externen Institution/Person durchgeführt werden soll, um in qualitativer und quantitativer Hinsicht die unterschiedlichen regionalen beruflichen Rehabilitationsangebote für Personen mit Behinderung im Übergang von der Schule in den Beruf zu untersuchen.

Nationale Kooperationspartner für das Modellprojekt sind die Lebenshilfe in Gießen und die Elbe-Werkstätten in Hamburg, auf transnationaler Ebene das Projekt AURA/Barcelona und Jugend am Werk in Wien und in der Steiermark.



Beginn:

keine Angabe


Abschluss:

31.12.2000


Art:

Gefördertes Projekt / Transnationales Projekt / Modellprojekt


Kostenträger:


Bundesanstalt für Arbeit
Europäischer Sozialfonds (ESF) der Europäischen Union
Freie und Hansestadt Hamburg



Weitere Informationen


Abstract

Pilot project on vocational orientation and qualification in the transition from school into supported employment

This pilot project is linked to the experiences and results of the Hamburger work assistance in the placement of people with disabilities in supported work relationships (since 1992) and in the outpatient work training (since 1996). Analogous to the basic ideas of the dual system of vocational training (company and vocational school), participants in the measure have the possibility to qualify within different companies in the regional job market and through cooperation with two vocational schools. In contrast to a full vocational training and also to the so-called assistant training for the disabled (according to § 48 BBiG or § 42 HwO) the vocational qualification measures are not aimed at a recognised vocational training. At the end of the qualification measures the participants in the measures receive a certificate about their individual abilities, skills and possible areas of work.

In contrast to the dual system of vocational training, in the vocational qualification measures of the pilot project the idea of a vocational orientation or reorientation is also more strongly conceptually represented: Participants have the possibility of an introduction into different vocational fields and areas of work and experience oriented main interests in order to increase qualification in particular vocational branches from here.

The participation in the pilot project is limited to on average approx. 25 people a year. The vocational orientation and qualification phase can last a maximum of three years for the participants. The first two years of measures are carried out in cooperation with the sheltered workshop for the disabled in the (legal) form of a work training in the workshop for the disabled. If it is established after the maximum duration of support of two years that there is still a need for support, and placement in a supported work relationship still cannot take place, the participant could be offered a so-called 'integration practical'.

During the integration practical participants have equal legal status to a person in the working area of a sheltered workshop for the disabled (basic principle: BSHG §§ 39ff - integration aids for the disabled). Through the integration practical year those people who have already completed a work training should also have the possibility of a vocational orientation and qualification in a company.

In the pilot phase of the project curricula for the vocational qualification and orientation measures will be further developed. The emphasis here is on the following aspects:
- methods of qualification at the workplace;
- coordination of the qualification in the company and the vocational school;
- development of individual support plans, documentation.

Also part of the pilot project is an evaluation which should be conducted by an external institution/person to investigate from a qualitative and quantitative point of view the various regional vocational rehabilitation offers for people with disabilities in the transition from school to career.

National cooperation partners for the pilot project are the Life Help in Gießen and the Elbe Sheltered Workshops in Hamburg, at the transnational level of the project AURA/Barcelona and Jugend am Werk (Youth at Work) in Vienna and Styria, Austria.


Referenznummer:

R/FO2066


Informationsstand: 03.01.2020