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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Aktive Patientenbeteiligung in der Rehabilitation: Wissenschaftliche Begleitung eines Modellvorhabens der LVA Westfalen am Beispiel muskuloskelettaler Erkrankungen

Das traditionelle Versorgungskonzept stationärer medizinischer Rehabilitationsmaßnahmen ist in den letzten Jahren in die Kritik geraten; die Bedarfsgerechtigkeit von Angeboten, bei denen passive Anwendungen dominieren, wird zunehmend in Frage gestellt. Stattdessen wird diskutiert, dass Rehabilitationsmaßnahmen nur sinnvoll sind, wenn es gelingt, die Patientinnen und Patienten aktiv in den Rehabilitationsprozess einzubinden. Eine aktive Patientenbeteiligung ist die Voraussetzung dafür, dass nach Abschluss der Rehamaßnahme das in der Klinik Gelernte in den Alltag umgesetzt wird, Verhaltensveränderungen stabilisiert und gesundheitsförderliche Formen der Krankheitsverarbeitung gezeigt werden können.

Aus diesem Grund wurde in dem Forschungsprojekt ein Programm mit dem Ziel entwickelt, Patientinnen und Patienten mit chronischen Rückenbeschwerden zu einer aktiveren Beteiligung an ihrer stationären Therapiemaßnahme anzuregen und auf diese Weise ihre Verantwortung bezüglich der eigenen Gesundheit zu stärken. Das Programm wurde an der Kinik Münsterland, einer Klinik für orthopädisch-rheumatologische Erkrankungen, entwickelt, implementiert und an einer Stichprobe von 150 Patientinnen und Patienten mit chronischen Rückenschmerzen evaluiert. Das Programm ist als Gruppentraining mit einer Dauer von zwei Wochen konzipiert und besteht aus einem psychologisch geleiteten Gesprächsteil und einem bewegungstherapeutischen Teil. Beide Teile werden konstant von je einem Therapeuten geleitet und ihre Inhalte sind eng aufeinander abgestimmt: Im psychologischen Teil werden die Patientinnen und Patienten dazu angeregt, eigene Ressourcen zu erkennen, um sie gezielt zur Krankheits- und Schmerzbewältigung einsetzen zu können. Im bewegungstherapeutischen Teil können sie bei vielseitigen körperlichen Aktivitäten die Erfahrung machen, daß Aktiv-Sein weiterhin möglich ist und sogar Spaß machen kann.

Dieses Programm wurde im Rahmen einer Längsschnittstudie mit vier Meßzeitpunkten evaluiert (zu Beginn und am Ende des Klinikaufenthaltes sowie drei und zehn Monate nach Abschluss der Rehamaßnahme). Der Evaluation liegt ein Design mit einer nicht-äquivalenten Kontrollgruppe zugrunde; bei einer zweiten nicht-äquivalenten Kontrollgruppe wurden nur der erste und letzte Messzeitpunkt erhoben, um potentielle Effekte der Messungen selbst kontrollieren zu können. Sowohl psychosoziale als auch medizinische Parameter dienen als Erfolgskriterien; bei der Messung kamen überwiegend etablierte psychologische, gesundheits- und rehabilitationswissenschaftliche Instrumente zur Anwendung (u. a. Oswestry, FFbH-R, TSK, SF 36). Die zentrale Frage bei der Auswertung ist, inwieweit sich Patientinnen und Patienten, die an dem neu entwickelten Gruppentraining teilgenommen haben, in der poststationären Anpassung von solchen Patienten unterscheiden, denen das bisherige Standardprogramm der Klinik geboten wurde.



Beginn:

01.02.1997


Abschluss:

31.01.2001


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Verein zur Förderung der Rehabilitationsforschung e. V. Norderney (VfR)



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Abstract

Active participation of patients in the rehabilitation

The traditional concept of in-patient rehabilitation care has been increasingly criticized during the last years and the fit between mainly passive therapeutic offers and requirement of an optimal therapeutic care is questioned. The discussion centers on the point that rehabilitaiton can only be successful if patients do actively participate in their therapies. This active participation is a prerequisite for enabling patients to transfer the acquired knowledge into everyday life, to gain stabilization of behaviour changes and to use health-protecting ways of coping with their illnesses. Within this research project, therefore, a program was developed that aims at motivating patients suffering from chronic back-pain to actively participate in their in-patient treatment and thereby at increasing their responsibility for their own health. This program was implemented at the Klinik Münsterlan, Bad Rothenfelde, Germany, and was evaluated using a sample of 150 patients with chronic back-pain. The program is conceived as a two-week group-training and consists of a psychological and physiotherapeutic part, each being constantly guided by the same therapist. The topics of both parts are coordinated with each other. In the psychological part, patients are prompted to recognize their own resources in order to use them specifically to cope with their illness and with pain. In the many sporting and phsical activities of the physiotherapeutic part they can gain the experience that activity is still possible and even enjoyable. This program has been evaluated in a longitudinal study with four measurement points (beginning and end of hospital stay, three and ten months after discharge). A design with two control groups was used, one of which was measured only twice (first and last point of measurement) in order to control potential effects of the measurement itself. As dependent variables psychosocial as well as medical criteria were investigated - mainly measured by standard means (e.g. Oswestry, FFbH-R, TSK, SF36). The main research question is whether patients participating in the newly developed program differ considerably from patients, who received the clinic's standard therapeutic supplies in measures of adaptation after in-patient treatment.


Referenznummer:

R/FO2209


Informationsstand: 29.03.2018