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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Derzeitige diagnostische und therapeutische Vorgehensweise behandelnder Haus- bzw. Fachärzte bei der Primärversorgung von Patienten (P) mit chronischem Rückenschmerz (CS)

Hintergrund:

Mittlerweile haben sich Rückenschmerzen in Deutschland zur Volkskrankheit Nr. 1 entwickelt. Sie stellen einen wesentlichen Kostenfaktor im Gesundheitswesen dar (Jäckel und Gerdes 1998).
Für den behandelnden Primärarzt führt dies zu einer immer größeren Herausforderung, da in der Praxis einheitliche Diagnose- und Behandlungsschemata fehlen. (Van Tulder et. al. 1997). Vor der Erstellung von Leitlinien ist eine Bestandsanalyse der derzeit in der BRD üblichen diagnostischen und therapeutischen Vorgehensweise im niedergelassenen bzw. ambulanten Bereich sinnvoll. Durch die Studie soll geklärt werden, ob bei Patienten, bei denen es zu einer Chronifizierung gekommen ist, ausschließlich somatische Ansätze angewandt, oder aber ob auch bio-psychosoziale Aspekte wie adäquate Aufklärung und die interdisziplinären Therapieansätze berücksichtigt wurden.

Methodik:

Retrospektive Befragung von 333 Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, die zur stationären Rehabilitation zugewiesen wurden mittels eines standardisierten Fragebogens. Der Fragebogen umfasst 35 Items mit einer unterschiedlichen Zahl an Subitems.
Ausschlusskriterien sind: Patienten nach knöchernen Verletzungen der Wirbelsäule, nach Spondylose und mit neurologischem Defizit.
Retrospektive Befragung von 100 niedergelassenen Ärzten, die obige Patienten vorbehandelten, ebenfalls mittels eines standardisierten Fragebogens.
Der Fragebogen umfasst 13 Items mit einer unterschiedlichen Zahl an Subitems.

Ziele und Fragestellungen:

Wie lange leidet der Patient bereits an seinen Rückenschmerzen? War er dadurch bedingt arbeitsunfähig und wie lange? Wie wurde der Patient zwischenzeitlich diagnostiziert und behandelt? (Patientenaussage). Wurde er seiner Meinung nach in verständlicher Weise über die verschiedenen Möglichkeiten der Behandlung und eigenen Mithilfe aufgeklärt und die bestehenden Möglichkeiten ausführlich und ausreichend mit ihm besprochen? Besteht ein Rentenwunsch oder wurde bereits ein Rentenantrag gestellt?
Welche diagnostischen Maßnahmen wurden durch den vorbehandelnden Arzt durchgeführt? Unterscheiden sich die diagnostischen Maßnahmen bei akuten und chronischen Rückenschmerzen?
Welche therapeutischen Maßnahmen wurden durch den behandelnden Arzt eingeleitet und mit welchem Erfolg - z. B. Medikamente, Physiotherapie, Rehamaßnahmen usw.?
Wird zunächst eher eine ambulante Rehabilitation oder eine stationäre Rehabilitation bevorzugt verordnet?
Wie zufrieden sind die niedergelassenen Ärzte mit den Entlassungsberichten aus den Rehakliniken und -zentren in Bezug auf Umfang, Übersichtlichkeit und Inhalt?



Beginn:

01.05.1998


Abschluss:

28.02.2000


Art:

Eigenprojekt / Studie



Weitere Informationen


Abstract

Current diagnostic and therapeutic procedures of GPs or specialists in the primary care of treating patients (P) with chronic backache (CS)

Background:
At the present time backache in Germany has developed into the Nr. 1 most common disease of the population. It represents a considerable cost factor to the healthcare system (Jäckel and Gerdes 1998).
For the treating primary doctor this leads to an ever increasing challenge as there are no uniform diagnostic and treatment schedules in practice. (Van Tulder et. al. 1997). Before developing guidelines it makes sense to have a stock-taking of the current usual diagnostic and therapeutic procedures in Germany of doctors in practice or in the outpatient area. This study should explain whether in patients where there is a chronification exclusively somatic approaches should be applied, or whether also bio-psychosocial aspects like adequate explanations and interdisciplinary treatment approaches were taken into account.
Methods:
Retrospective questioning by means of a standardized questionnaire of 333 patients with chronic backpain who were assigned to outpatient rehabilitation. The questionnaire includes 35 items with a different number of subitems.
Exclusion criteria are: Patients after bony injuries of the spine, following spondylosis and with neurological deficits.
Retrospective questioning of 100 doctors in practice who treated the above mentioned patients also by means of a standardised questionnaire.
The questionnaire includes 13 items with a different number of subitems.
Aims and questions:
How long has the patient already suffered from his backache? Has he been unfit for work because of this and for how long? How was the patient diagnosed and treated in the meantime? (Patient´s statement). In his opinion were the different possibilities of treatment and self-
help explained in an understanding way and the existing possibilities discussed in detail and sufficiently with him? Is there a desire for a pension or has a pension already been applied for?

Which diagnostic measures were carried out by the previous treating doctor? Is there a difference in diagnostic measures in acute and chronic backpain?
Which therapeutic measures were introduced by the treating doctor and with what success - eg. medication physiotherapy, rehab. measures, etc.
Is outpatient rehabilitation or inpatient rehabilitation preferentially prescribed in the first place?
How satisfied are the doctors in practice with the discharge reports from the rehab. clinics and centres with respect to their extent, clarity and contents?


Referenznummer:

R/FO2212


Informationsstand: 16.01.2018