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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Entwicklung und Erprobung eines arbeitsplatzorientierten Programms zur Bewältigung und Vermeidung von Rückenerkrankungen und Erstellung eines Leitfadens zur allgemeinen Anwendung des Programms

Mittels einer Längsschnittstudie mit circa 250 Bergleuten soll überprüft werden, ob ein bewegungsorientiertes Programm zu dauerhaften Verhaltensänderungen hinsichtlich der Bewältigung von Rückenerkrankungen beitragen kann. Der theoretische Ansatz des Modellvorhabens besteht darin, zunächst branchenunabhängig und personenbezogen Veränderungsprozesse in Gang zu setzen, anschließend diese arbeitsplatzbezogen umzusetzen, um damit auch betriebliche Anpassungsvorgänge auszulösen und schließlich eine dauerhafte Verankerung der persönlich erfahrenen Veränderungen im Alltagsverhalten zu unterstützen.

Konzeptioneller Ausgangspunkt des Projekts ist die Haltung des Menschen - verstanden als der individuelle Versuch, ein Gleichgewicht zu bewahren beziehungsweise wiederherzustellen. Haltung bezeichnet daher einen dynamischen Prozess, der Aktivität fordert. Beeinflusst werden kann sie einerseits durch physiologische Bedingungen (zum Beispiel muskuläre Dysbalancen), andererseits durch persönliche Einstellungen (Gefühle, Selbstbewusstsein) und Erfahrungen. Folgerichtig zielen die Maßnahmen des Konzepts mit verschieden Methoden und Inhalten sowohl auf physiologische Bedingungen als auch auf Persönlichkeitsmerkmale, um die Möglichkeiten einer Modifikation gegebenenfalls inadäquater gewohnter Verhaltensmuster zu verdeutlichen.

Der Projektverlauf hat drei Stufen:
In Stufe 1 werden zum einen physiologische Defizite ermittelt und durch funktionelles, geräteunterstütztes Training ausgeglichen. Zum anderen wird das Bewusstsein für Bewegung und Haltung durch Flexibilisierung und Erweiterung gewohnter Verhaltensmuster unter Hinzunahme der Vermittlung sportlicher Grundfertigkeiten entwickelt.

In Stufe 2 soll parallel zur reduzierten Weiterführung der in Stufe 1 begonnenen Maßnahmen das zuvor Erlernte gemeinsam mit der Gruppe, den Betreuerinnen, Betreuern und den jeweiligen vom Betrieb Beauftragten am Arbeitsplatz umgesetzt werden.

Unter Fortführung der in Stufe 2 begonnenen Aktivitäten wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Stufe 3 die Integration in eine Betriebssportgruppe ermöglicht, um erworbenes, gesundheitsbewusstes Verhalten in Eigenverantwortung dauerhaft verankern zu können.



Beginn:

01.12.1996


Abschluss:

30.09.2001


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie
früher: Bergbau-Berufsgenossenschaft



Weitere Informationen


Abstract

Development and testing of a workplace oriented programme for overcoming and avoiding back diseases and setting up a guideline for general application of the programme

It should be investigated by means of a longitudinal study with approx. 250 miners whether a movement oriented programme for a permanent change in behaviour can contribute with respect to overcoming back diseases. The theoretical approach of the pilot project consists in the first place of getting underway branch independent and person related processes of change, afterwards transferring these onto the workplace in order to also trigger operational adaptation procedures and finally to support a permanent anchoring of the personally experienced changes into everyday behaviour.
The conceptual starting point of the project is the posture of people - understood as the individual attempt to maintain and/or restore equilibrium. Posture thus describes a dynamic process requiring activity. On the one side it can be influenced by physiological conditions (eg. muscular imbalances) on the other side through personal attitude (feelings, self-confidence) and experiences. Consequently, the measures of the concept aim with different methods and contents at physiological conditions as well as personal characteristics of elucidating the possibilities of a modification if necessary of an inadaquate accustomed pattern of behaviour. The project course has three stages: In stage 1 any physiological deficit is established and compensated by functional, apparatus supported training. As well the conciousness of movement and posture is developed by making flexible and extending familiar behavioural patterns by including the imparting of basic athletic skills. In step 2 parallel to reduced further carrying out of measures begun in stage 1, previously learnt together with the group, the carers and the person commissioned by the company are transferred at the workplace. While carrying on with the activities begun in stage 2, it is possible for the participant in step 3 to integrate into the company sport group, in order to be able to permanently anchor the health concious behaviour into own responsibility.


Referenznummer:

R/FO2275


Informationsstand: 25.05.2018