Inhalt

Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Projekten blättern

Angaben zum Forschungsprojekt

Integrationsprogramm Arbeit und Gesundheit von Unfallversicherung und Krankenkassen (IPAG)

Für die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und die Krankenkassen erfordert die Verpflichtung zur Zusammenarbeit bei der Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren eine neu angelegte, inhaltlich-methodisch erweiterte Form der Kooperation.

Das Integrationsprogramm Arbeit und Gesundheit von Unfallversicherung und Krankenkassen (kurz: IPAG) entwickelt daher Vorgehensweisen, die eine systematische Kooperation von Krankenkassen, Unfallversicherungsträger, Betrieben, Branchen und anderen Dienstleistungsanbietern im Arbeitsschutz erlauben.

Unter Berücksichtigung der bestehenden Systeme und der jeweiligen Interessen soll so das vorliegende Wissen gebündelt werden. So wird Doppel- und Parallelarbeit vermieden. Ziel ist es, die Qualität der Massnahmen zur Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer zu verbessern. Langfristig kann damit zu einer Verringerung der Kosten sowohl der Betriebe als auch der Sozialversicherungen beigetragen werden.

Der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) ist im Rahmen des IPAG eine Kooperation mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen (BKK-BV, IKK-BV, BLK, AOK-BV und VdAK//AEV) sowie den Spitzenverbänden der gesetzlichen Unfallversicherung (BUK und BLB) und deren mitwirkenden Trägern eingegangen. Die Zusammenarbeit dient den folgenden Zielsetzungen:

1. Aufbau von branchenbezogenen Kooperationsstrukturen

Zentrales Anliegen des Vorhabens ist es, insbesondere für die spezifischen Bedingungen von klein- und mittelständisch strukturierten Betrieben sowie von Dienstleistungsbetrieben eine tragfähige Form der Zusammenarbeit aufzubauen. Eine aufeinander abgestimmte Vorgehensweise von Unfall- und Krankenversicherung sowie betrieblichen bzw. überbetrieblichen Strukturen bei der Identifizierung und Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren soll in diesem Rahmen entwickelt werden.

Dabei gilt es, unter Berücksichtigung und in Umsetzung der aktuellen gesetzlichen Bestimmungen (§ 14 SGB VII, § 20 SGB V, ArbSchG) arbeitsfähige und effektive Kooperationsstrukturen zu entwickeln und für eine dauerhafte Einrichtung modellhaft zu erproben. Betriebliche Prozesse und die vorhandenen überbetrieblichen Zusammenschlüsse sollen angemessen in die Kooperation eingebunden werden. Dadurch können vorhandene und im Rahmen des Projektes zu entwickelnde Erkenntnisse und Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz kommuniziert und die Betriebe zur Nachfrage nach entsprechenden Leistungen stimuliert werden.

2. Entwicklung von tätigkeitsbezogenen Präventionsansätzen

Ausgehend von den vorhandenen Erkenntnissen und den betrieblichen Verhältnissen sollen Präventionsansätze für ausgewählte Tätigkeitsgruppen und die betriebliche Praxis abgeleitet werden. Die Basis hierfür bilden die branchenbezogenen Kooperationsstrukturen (vgl. Ziel 1), die Methodik einer Krankenkassenarten übergreifenden Zusammenarbeit (vgl. Ziel 3) sowie die Erschließung und Einbeziehung weiterer relevanter Daten (vgl. Ziel 4).

Dabei sollen insbesondere Wege gefunden werden, die kleinen und mittleren Betrieben die Wirkungszusammenhänge zwischen Arbeitsbedingungen und wirtschaftlichem Erfolg, d. h. die wirtschaftliche Effizienz von Maßnahmen im Arbeits- und Gesundheitsschutz, deutlich machen.

3. Krankenkassenarten übergreifende Zusammenführung von Arbeitsunfähigkeitsdaten

Vor dem Hintergrund, daß die Mitarbeiter eines Betriebs angesichts der Möglichkeiten der Wahlfreiheit zunehmend bei unterschiedlichen Krankenkassen Mitglied sind, gewinnt eine Krankenkassenarten übergreifende Zusammenarbeit an Bedeutung.

Ein wesentliches Ziel des Vorhabens ist es, Arbeitsunfähigkeitsdaten (AU-Daten) Krankenkassenarten übergreifend zusammenzuführen und auszuwerten. Die Betriebe und die überbetrieblichen Einrichtungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes erhalten auf diese Weise ein möglichst vollständiges Bild über den Gesundheitszustand der Mitarbeiter. Angestrebt wird, insbesondere die methodischen und datentechnischen Voraussetzungen eines solchen Vorgehens zu prüfen. Dabei stehen Fragen der praktisch-organisatorischen Machbarkeit und der fachlichen Notwendigkeit im Mittelpunkt des Interesses. In ausgewählten Bereichen wird die Zusammenführung der Daten der Krankenkassen und der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung auf überbetrieblicher Ebene modellhaft erprobt.

4. Erschließung und Einbeziehung weiterer relevanter Daten

Neben den Arbeitsunfähigkeitsdaten und den Arbeitsunfalldaten werden von den Krankenkassen und den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung eine Vielzahl weiterer Daten vorgehalten. Diese wurden bislang nur unzureichend oder gar nicht für die Gewinnung von Erkenntnissen über Zusammenhänge zwischen Erkrankungen und Arbeitsbedingungen genutzt.

Ein Ziel des Vorhabens ist es deshalb, weitere Datenbestände im Sinne auf ihren Nutzen für die Erkenntnisgewinnung zu prüfen. Bei Eignung dieser Daten sollen Wege ihrer sinnvollen Einbeziehung in die Analysen aufgezeigt werden.

Insbesondere wird bei den geeigneten Daten angestrebt, die methodischen, organisatorischen und datentechnischen Voraussetzungen (d. h. in welcher Form werden die Daten bei den verschiedenen 'Datenherren' gehalten) zu prüfen und in ausgewählten Bereichen zu erproben.



Beginn:

01.07.1998


Abschluss:

30.06.2001


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung



Weitere Informationen


Abstract

Integrative Programme Occupation and Health

A co-operation between the health insurance and the accident insurance, which are two separate branches of the German social security system, has been required by law lately with respect to the identification of work related health hazards. The general aim of IPAG therefore is to develop strategies and systematic approaches to build up ressources and networks for co-operation.

IPAG is divided into four work packages.
1) Small companies face special problems in work protection and health promotion. In order to learn about these specific problems and to promote a adaptation of knowledge about preventive measures, experts of the health and accident insurance will have to be brought in contact with companies and local business representatives.
2) Job specific proposals for the prevention of work related health hazards will be derived after specific problems are identified by the co-operating partners and data analysis.
3) In Germany several different health insurance institutions exist and health reports for jobs or industrial sectors are based on sickness leave data of the respective members only. Consequently, only fractions of the working populations are addressed by these health reports. Aim of this working package therefore is to establish procedures of a health reporting which comprises data of all relevant health insurance institutions.
4) Health reports in Germany are typically set up exclusively from sickness leave data, although several diseases and health complaints usually do not lead to absence from work. A feasibility study as to whether other data, which are routinely hold by social security institutions for administrative purposes, are supplementary suitable to detect work related health hazards is finally a working package of IPAG also.


Referenznummer:

R/FO2308


Informationsstand: 31.01.2020