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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Wege der Unterstützung von Familien mit behinderten Kindern - Vorschläge zur Koordinierung formeller und informeller Hilfen und Impulse zur Weiterentwicklung regionaler Hilfesysteme

Ausgangslage:

Die familienpolitischen Zielsetzungen der Bundesregierung gehen in Bezug auf Familien mit behinderten Kindern von der Grundannahme aus, dass 'auch für behinderte Kinder ... die Familie der beste Lebensraum (sei) und die besten Chancen für ihre Entwicklung' biete (BMA 1998, 9.1). Der zweifellos notwendige Prozess der Verrechtlichung und damit einhergehend die Verberuflichung der Hilfen für Mitbürgerinnen und Mitbürger in modernen Sozialstaaten hat Gefahren der Entmündigung der Klienten und Klientinnen sowie den Verlust an freiwilligem sozialen Engagement im Lebensumfeld von Menschen mit Behinderung mit sich gebracht. Die Kluft zwischen 'Professionellem System' und 'Laiensystem' muss überbrückt werden.

Untersuchungs- und Interventionsbereiche:
1. Familienorientierte Unterstützungssysteme
Von einem generellen Überblick zur Situation in der Bundesrepublik ausgehend sollen unter anderem über Auswertungen von Umfragen bei den Länderministerien Situationsberichte zu den einzelnen Bundesländern erstellt werden. Dabei sind spezifische Ausgangsbedingungen in den neuen Bundesländern herauszuarbeiten.

2. Problemfeld stationäre Hilfen
In Anknüpfung an den Vorschlag zur klaren Positionierung von stationären Hilfen in einem netzwerkorientierten System der Hilfen im Bericht (Thimm u. a. 1999) an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) greifen wir einige der von uns dort aufgelisteten Forschungsdefizite auf. In dem Problemfeld 'Heimkinder und ihre Familien' stellen sich Fragen nach der bestmöglichen Anpassung des Unterstützungssystems an die Bedürfnislagen von Familien in besonderer Schärfe.

3. Infrastruktur soziales Engagement
An konkreten Lebenslagen und an alltäglichen Bedürfnissen orientierte, nichtprofessionelle Hilfebeziehungen, die wesentlich zur Gestaltung 'menschenwürdiger sozialer Räume' beitragen (BMA 1998, 1.16), werden begünstigt, wo sie an eine schon vorhandene 'Infrastruktur' zur sozialräumlichen Erschließung von informellen Ressourcen anknüpfen können. Daher sollen in den Projektorten Netzwerke freiwilligen sozialen Engagements in unterschiedlichen Feldern personenbezogener sozialer Hilfeleistungen ermittelt und Möglichkeiten zur Vernetzung mit den Hilfen für Kinder mit Behinderungen und ihre Familien aufgezeigt werden.

4. Modelle aus dem Ausland
Auch in anderen europäischen Staaten, deren Hilfesysteme für behinderte Menschen und ihre Familien mit Deutschland vergleichbar entwickelt sind, gibt es Probleme der angemessenen Hilfen für Kinder mit schweren und mehrfachen Behinderungen und ihre Familien. Es haben sich in einigen Ländern z.T. Angebote entwickelt, die in Deutschland nicht existieren.

Wissenschaftlicher Rahmen:
Auf den Wissenschaftsbereich und Wissenschaftstypus bezogen, ist das Modellvorhaben ein gemeindepsychologisch ('Empowerment') und netzwerktheoretisch ausgerichtetes praxisbegleitendes und praxisgestaltendes Projekt der Rehabilitationsforschung.



Beginn:

01.12.1998


Abschluss:

30.11.2001


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)



Weitere Informationen


Abstract

Coordination of formal and informal service structures for the further development of regional service systems for families with disabled children

One of the political goals of the Federal Government for families with disabled children is that being in a family means the best option and gives the best chances for further development (BMA, 1998, 9.1). The focus of the project lies on the 'gap' between the 'professional system' and the 'volunteer system'.

Areas of assessment and intervention

1. Support for families with disabled children - service systems
Our intention is to give a general summary for every single land of the federal republic, based on literature analysis and surveys. At this point, the specific conditions have to be worked out in the eastern part of Germany.

2. Institutional support
Questions are raised regarding the best ways adapting the institutional support system to the needs of families, whose children have to live in institutional settings.

3. Infrastructure of extrastructural support systems
Networks of voluntary social commitment shall therefore be shown in various fields. Possibilities for networking with disabled children and their families in the project places are part of the analysis.

4. Models of support systems from foreign countries
Services in other parts of Europe which don't exist in Germany, but are comparable shall be assessed in The Netherlands, Great Britain, Sweden and Denmark.

The projects` intention is to influence rehabilitation research on a practical and 'practice forming' level.


Referenznummer:

R/FO2322


Informationsstand: 02.12.2019