Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Die Bedeutung der Arbeit für die Rehabilitation von Menschen mit psychischen Störungen

An zahlreichen Stellen in der Fachliteratur wird sehr allgemein darauf hingewiesen, dass eine berufliche Tätigkeit eine zentrale Bedeutung für eine Rehabilitation von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen hat.
Das Forschungsprojekt umfasst sowohl die theoretische Herleitung als auch eine empirische Überprüfung dieser These. Unter Rehabilitation wird hier im wesentlichen ein Ausbau der funktionellen Möglichkeiten des Individuums verstanden, welches letztlich auch die Integration von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen erleichtert. Die sich ergebende Überschneidung zu dem Bereich der Gesundheitsförderung ist intendiert.

Eine berufliche Tätigkeit ist im traditionellen Verständnis immer noch ein bedeutender Zugangsschlüssel für die verschiedenen sozialen Rollen. Ein Schwerpunkt bei den Analysen hierzu ist die Theorie des Kohärenzgefühls (Sense of coherence: Antonovsky 1987). Erst in Wechselwirkung mit individuellen Faktoren, wie z. B. funktionellen Möglichkeiten, aber auch persönlichen Werten und Erfahrungen, wirken Arbeitsbedingungen positiv, neutral oder auch schädlich (Warr 1987).

In einer als Längsschnittuntersuchung angelegten Studie wurden Personen befragt, die Einrichtungen der psychosozialen Versorgung besuchen. Neben Institutionen zur beruflichen Integration wurde ein Verein zur psychosozialen Hilfe in die Studie mit einbezogen.

Erhoben wurden - neben allgemeinen Angaben - die funktionellen Möglichkeiten, das Kohärenzgefühl, Symptomatik und Arbeitsplatzmerkmale.

Es zeigen sich hoch signifikante korrelative Zusammenhänge zwischen den funktionellen Möglichkeiten, dem Schädigungsbild und dem Kohärenzgefühl. Unterschiede in Abhängigkeit von dem Vorliegen einer beruflichen Tätigkeit zeigen sich bei den Variablen Depressivität und Leistungsvermögen. Der Umfang der beruflichen Arbeit erklärt Unterschiede bei den funktionellen Möglichkeiten. Mit jeweils unterschiedlichen Arbeitsplatzmerkmalen korrelieren einzelne Dimensionen des Schädigungsbildes, der funktionellen Möglichkeiten und des Kohärenzgefühls.
Veränderungen beim Schädigungsbild, den funktionellen Möglichkeiten und dem Kohärenzgefühl zeigen sich in Abhängigkeit von dem Vorliegen einer beruflichen Tätigkeit und auch dem Geschlecht.
Es kann gleichfalls ein Zusammenhang zwischen jeweils bestimmten Arbeitsplatzmerkmalen und Veränderungen einzelner Variablen des Schädigungsbildes, der funktionellen Möglichkeiten und des Kohärenzgefühls gezeigt werden.
Eine Differenzierung nach Geschlechtern ergibt für Frauen andere Zusammenhänge als für Männer.

Literatur:
Antonovsky, A. (1987): Unraveling the mystery of health. How people manage stress and stay well. San Francisco: Jossey-Bass.
Warr, P. (1987): Work, Unemployment and mental Health. Oxford: Carendon.



Beginn:

01.01.1996


Abschluss:

31.12.1998


Art:

Dissertation / Studie



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Abstract

The meaning of vocational integration for rehabilitation for people with psychiatric disorders

This project is exploring the meaning of vocational integration for rehabilitation of people with psychiatric disorders. In a first step the theoretical background for an empirical investigation is developed. Rehabilitation is defined as enhancing the social integration, the functional competences and resources as the sence of coherence (Aaron Antonovsky1987). Similarities to concepts for health promotion are intendet.
In a longitudinal study clients of institutions for vocational and social rehabilitation had been questioned. The results are a significant correlation between mental disturbance, functional competences and the sence of coherence. These variables differ in dependence to the vocational integration. The development of the clients within one year is dependend on the vocational integration, sex, and workingplace charakteristics.


Referenznummer:

R/FO2351


Informationsstand: 28.10.1999