Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Vergleichende Evaluation arbeitsrehabilitativer Maßnahmen

Diskussionsgegenstand:

Das Projekt ist die erste prospektive, kontrollierte Studie bezüglich der Evaluation stationärer arbeitstherapeutischer Maßnahmen - mit der spezifischen Fragestellung, ob arbeitstherapeutische Maßnahmen bei schizophrenen Patienten in der postakuten Phase eine überlegene Wirkung gegenüber einer nicht arbeitsweltorientierten ergotherapeutischen Behandlung haben.

Vorgehensweise:
Es wurden die Hypothesen überprüft, dass arbeitstherapeutische Maßnahmen sowohl zu besseren Arbeitsfähigkeiten (Arbeitsfähigkeitenprofil AFP) als auch zu einer höheren beruflichen Wiedereingliederung führen als ergotherapeutische Maßnahmen. Nebenfragestellungen bezogen sich auf die Auswirkungen der beiden Maßnahmen auf das allgemeine Funktionsniveau (Global Assessment of Functioning Scale GAF), die Psychopathologie (Positive and Negative Syndrome Scale PANSS) und die Lebensqualität (Berliner Lebensqualitätsprofil BeLP). 227 Patienten wurden randomisiert einer der beiden jeweils vierwöchigen Interventionen zugewiesen.

Ergebnisse:

Zentrenübergreifende Auswertungen im prä-post-Vergleich ergaben in den arbeitsrelevanten Fähigkeiten nur geringe Veränderungen über die Zeit sowie leichte Unterschiede zwischen den Gruppen, die zugunsten der ergotherapeutischen Intervention ausfielen. In den psychopathologischen Maßen und dem allgemeinen Funktionsniveau zeigte sich in beiden Gruppen erwartungsgemäß zwar eine Verbesserung über die Zeit, jedoch keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Dasselbe gilt für die allgemeine Lebenszufriedenheit und die Zufriedenheit mit der seelischen Gesundheit. Drei-, Sechs- und 24-Monats-Katamnesen erbrachten ein ähnliches Bild bezüglich der Psychopathologie, dem Funktionsniveau und der Zufriedenheit. Auch die berufliche Integration betreffend gab es keinen Unterschied zwischen den Gruppen. Nahezu durchgängig hatte die durchführende Klinik als weiterer Faktor einen größeren Einfluss auf die genannten Variablen als die Zugehörigkeit zu einer der beiden Interventionen. Es kann also nicht von einer Überlegenheit einer der Interventionen bezüglich der Zielkriterien ausgegangen werden.



Beginn:

01.10.1999


Abschluss:

31.10.2004


Art:

Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)



Weitere Informationen


Abstract

comparative evaluation of work rehabilitative measures

The project is the first prospective controlled study relating to the evaluation of inpatient vocational therapy and addressing the specific issue of whether vocational therapy approaches are more effective for schizophrenic patients in the postacute phase than ergotherapeutic treatment not directed towards the requirements of the job market. The hypotheses were tested if vocational therapy measures result in improved job-relevant skills (Arbeitsfähigkeitenprofil AFP), as well as in a greater re-integration into working life, than ergotherapeutic measures. Additional factors of interest included the effect of both measures on the level of general functioning (Global Assessment of Functioning Scale GAF), psychopathology (Positive and Negative Syndrome Scale PANSS) and quality of life (Berliner Lebensqualitätsprofil BeLP).
227 patients were randomized to one of the two respective four-week interventions.

Multicenter analyses in the pre-post comparison revealed only minor changes during that time in job-relevant skills and minor intergroup differences in favor of the ergotherapeutic intervention. As expected, an improvement in psychopathological parameters and in the level of general functioning was recorded during that period, but with no intergroup differences. The same applied to general satisfaction with life and to satisfaction with the mental health. Three-, six- and 24-month follow-ups yielded similar results with respect to psychopathology, level of functioning and satisfaction. Nor was any intergroup difference recorded with respect to vocational integration.

One highly consistent finding was that the hospital carrying out the intervention, as a further factor, had a greater influence on the stated variables than the participation in one of the two interventions. Neither of the interventions can be assumed to be more effective with respect to the target criteria.


Referenznummer:

R/FO2367


Informationsstand: 14.06.2018