Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Erschließung von Arbeitsplätzen für sehgeschädigte Arbeitslose mit geringer fachlicher Qualifikation (EVASA)

Bis vor wenigen Jahren hatten die klassischen Blindenberufe noch gute Aussichten auf sichere Arbeitsplätze.
Aber allein am Beispiel des Telefonisten kann man erkennen, welcher Wandel sich vollzogen hat. Heute werden Fachkräfte für Telefonmarketing gesucht, die gleichzeitig Datenbankrecherche betreiben. Blinde und Sehbehinderte, die diesen Sprung zum höherqualifizierten Sachbearbeiter nicht schaffen, finden kaum Arbeitsplätze. Für diese wachsende Zahl von Menschen gilt es dringend neue Betätigungsfelder zu erschließen.

EVASA verfolgt daher das Ziel, neue Beschäftigungsmöglichkeiten für gering qualifizierte blinde und sehbehinderte Menschen zu finden und deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt durch zukunftsweisende Modelle der beruflichen Aus- und Fortbildung zu verbessern. Blinde und Sehbehinderte mit geringer fachlicher Qualifikation wurden definiert als Personen, die keinen Berufsabschluss haben, ihren Beruf infolge ihrer Behinderung nicht mehr ausüben können oder über einen Berufsabschluss nach § 48 des Berufsbildungsgesetzes bzw. § 42b der Handwerksordnung verfügen.

Da bis jetzt kaum etwas darüber bekannt ist, welche Faktoren die Eingliederung formal gering qualifizierter Blinder und Sehbehinderter hemmen oder fördern, in welchen Feldern der Bedarf von morgen liegen könnte und welche Haltung die Betroffenen selbst einnehmen, bestand die erste Phase des Projektes in der Entwicklung und Durchführung empirischer Untersuchungen. Das Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas) in Bonn befragte 911 repräsentativ ausgesuchte Unternehmen und 100 Verwaltungen im gesamten Bundesgebiet. Das BFW Düren und die Nikolauspflege Stuttgart interviewten 270 ehemalige Rehabilitanden der letzten zehn Jahre aus beiden Einrichtungen. Der DBSV in Bonn führte mit über 50 Interessierten Interviews. An zehn ausgesuchten Arbeitsplätzen, aus den Bereichen Verpackung, Altenpflege, Hauswirtschaft, Büro, Handwerk, Recycling und Baubetriebshof wurden Arbeitsplatzanalysen durchgeführt, um differenzierte Kenntnisse zu bekommen, inwieweit sich diese Tätigkeiten auch für gering qualifizierte Blinde und Sehbehinderte eignen bzw. welche Möglichkeiten der Anpassung auf die Belange der Zielgruppe es in diesen Bereichen gibt.

Die aus diesen Untersuchungen gewonnenen Ergebnisse bilden die Grundlage für neue Suchrichtungen bei der Konzeption und modellhaften Durchführung von zukunftsfähigen Bildungsmaßnahmen und Beschäftigungsmodellen.
In der dritten und letzten Phase sollen die vorher entwickelten Konzepte in der Praxis überprüft werden. Modellhaft sollen 12 Personen der Zielgruppe 12 Monate praxisnah, möglichst in Form eines Trainings on the Job und in enger Kooperation mit den beteiligten Unternehmen, qualifiziert werden. Die Schwerpunkte während der Qualifizierung werden neben der Vermittlung der im Unternehmen benötigten fachlichen Kenntnisse, auf dem Training sozialer Kompetenzen liegen sowie dem Erlernen von EDV-Basiswissen, das heute auch im Bereich geringqualifizierter Arbeitsplätze erforderlich ist.



Beginn:

01.03.2000


Abschluss:

30.06.2002


Art:

Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung, BMGS
(Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung)



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Abstract

Job creation for visually impaired unemployed people with low skilled qualification

EVASA follows the aim to improve the possibilities of integration for low skilled blind and visually impaired unemployed people in the job market.
On the one hand effective strategies and designs within the project, which support a successful integration of the target group into the job market should be demonstrated. On the other hand qualification designs and qualification concepts for current case management should be developed.
Background is the strained situation on the job market, which is especially disadvantageous for people with a handicap and without a final examination at school or at vocational training.
At the moment we have no safe facts about what encourages or prevents job placement of low skilled blind and visually impaired unemployed people. The investigation contains an analysis of the job market to find out the demand for low skilled people. At the same time we asks for possibilities of employment or rather niches in the job market for the group of blind and visually impaired people. Companies and the target group will be interviewed.
Suitable measures of qualification or rather designs for employment will be developed on the basis of the results of the investigation.
Realization of a prototype training concept within 12 months at the most with 12 participants mainly at the work place.
The project takes 30 months. In the first 10 months the basis for conceptual work will be made. In the following 6 months concepts of qualification and designs for employment for the target group will be developed. The last 14 months are planned for the realization of the prototype training concept and for the assessment and the optimization of the qualification measure.


Referenznummer:

R/FO2374


Informationsstand: 07.08.2017