Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Vergleich der Effektivität eines multidisziplinären Behandlungsprogrammes (RTW-Programm) zur ambulant/teilstationären Rehabilitation und der 'Usual Care'

Hintergrund:

Rückenschmerzen respektive 'Unspezifische Rückenschmerzen' (Non Specific Low Back Pain = NSLBP) sind trotz steigender Qualität und Quantität der Behandlung zu einem erstrangigen Gesundheitsproblem geworden. Rückenschmerzen haben eine günstige Prognose, sind doch ca. 80% nach 4-6 Wochen abgeklungen und verursachen keine funktionellen Einschränkungen mehr. Die Rate der Chronifizierung liegt bei ca. 10%, diese verursachen jedoch 80% der Gesamtkosten. Rückenschmerzen weisen überdies eine Wechselwirkung mit psycho- sozialen Faktoren auf die zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität des Betroffenen im Alltags und Berufsleben führen kann. Von Interesse für dieses Projekt ist die Vermeidung der Chronifizierung von NSLBP durch ein erprobtes, standardisiertes, bio- psycho- soziales Behandlungsprogramm (Return to Work (RTW) Program). Das RTW-Program wird seit 1995 am OIOC (Occupational and Industrial Orthopaedic Center) in New York evaluiert und ist dort etabliert.

Projektziele:

Es soll langfristig die Lebensqualität steigern und die Arbeitsfähigkeit wiederherstellen. Darüber hinaus ist eine Analyse der Kosten / Nutzen Effizienz gegenüber der ambulanten / teilstationären Rehabilitation (Reha) und der 'Usual care' (UC) Inhalt dieser Untersuchung. Identische Studien laufen in den USA, der Schweiz und in Frankreich. Hierdurch soll es ermöglicht werden die national gewonnen Ergebnisse international zu vergleichen und gegebenenfalls therapieunabhängige Einflüsse auf die Effektivität wie z. B. sozioökonomische und sozialrechtliche heraus zu arbeiten.

Durchführung:

Es handelt sich bei der Untersuchung um eine randomisierte, prospektive und kontrollierte Studie. Es werden Patienten die wegen NSLBP 6 - 12 Wochen arbeitsunfähig sind aufgenommen. Die Eingangsuntersuchung besteht aus einer Testreihe zur Dokumentation der physischen Leistungfähigkeit und Fragebögen bezüglich Lebensqualität, subjektiv empfundene Beeinträchtigung und Fähigkeitsstörung, psychischen Symptomen und einer Arbeitsplatzbeschreibung. Es folgt eine Randomisierung in die verschiedenen Gruppen. In der 'UC-Gruppe' wird der Patient durch den behandelnden Arztweiter betreut. In der 'Reha-Gruppe wird eine ambulant / teilstationäre Rehabilitation durchgeführt. In der 'RTW-Gruppe' nimmt der Patient an einem 4 Wochen dauernden Programm teil. In dieser Gruppe wird an 5 Tagen pro Woche ca. 4 h therapiert. Inhalte sind Medizinische Trainingstherapie, Rückenschule, Schmerz- und Stress Seminar, ggf. Psychologische Einzelgespräche, Progressive Muskelrelaxation, Rückenschule sowie Sozial- und Ernährungsberatung. Nach 4 Wochen werden die Patienten erneut mittels Testreihe und Fragebögen untersucht (Enduntersuchung), die Arbeitsfähigkeit wird dokumentiert. Es werden telefonische Nachuntersuchungen nach 1 Woche, 3 und 6 Monaten durchgeführt. Nach 12 Monaten werden die Patienten entsprechend der Eingangs- und Enduntersuchung (von einem unabhängigen Untersucher) getestet. In der Follow up Phase werden Daten bezüglich erneuter Krankschreibung und Therapie aufgrund der Studien Diagnose so wie den hierdurch entstanden Kosten gesammelt. Die statistische Auswertung erfolgt in den einzelnen Studienzentren, koordiniert von einem zentralen Statistiker.



Beginn:

15.02.2001


Abschluss:

15.08.2004


Art:

Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Deutsche Rentenversicherung Nord
früher: Landesversicherungsanstalt (LVA) freie und Hansestadt Hamburg



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO2514


Informationsstand: 15.06.2018