Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Kompetenznetzwerk Schizophrenie, Teilprojekt 1.1.1: Entwicklung und prospektive Evaluation eines Früherkennungsinventars

Zunächst hatte das Projekt die Aufgabe, ein Instrumentarium zur möglichst frühen diagnostischen Unterscheidung (diskriminatorische Effizienz) und möglichst frühen Vorhersage des Psychoserisikos (prädiktive Effizienz) zu entwickeln und das Instrumentarium den rekrutierenden Zentren bereit zu stellen.

Das Früherkennungsinventar war als zweistufiges Verfahren konzipiert worden, bestehend aus einem Screening-Instrument (einer 17-Item-Checkliste in Interview- und Fragebogenform) zur Anwendung im michtspezialisierten Vorfeld (Allgemeinpraxis, Beratungsinstitutionen etc.). Auf der zweiten Stufe wurden die durch die Checkliste identifizierten Risikopersonen (Cut-off >/= 6) in den Früherkennungszentren Köln, Bonn und München mit dem ERIraos-Interview untersucht, einer 110 jeweils vierstufiges Items umfassenden Symptomliste mit einer integrierten Zeitmatrix zur Verlaufsmessung. Zum ERIraos gehören weitere 6 Module zur Erfassung von Medikamenteneinnahme Drogen- und Alkoholkonsum, Delinquenz, Beurteilung von Alltagsverhalten, von Geburtskomplikationen und von Verzögerungen der kindlichen Entwicklung. Pro Instrument, Zentrum, Projekt und Querschnitt waren SPSS-Dateien für die Eingabe der Daten angelegt worden. Die Instrumente konnten den Therapieprojekten mit Beginn der Rekrutierungsphase zur Verfügung gestellt werden. Das Mannheimer Zentrum ist für die Dateneingabe von Checklist, ERIraos-Symptomliste und Module, Infobögen Erstkontakt und IRAOS sowie der Datenanalyse verantwortlich. Die Datenübermittlung begann Ende 2001.

Internationale Kooperationsprojekte zur Sicherung der Erreichung der Projektziele:
1. Kooperation mit einer israelischen Forschungsgruppe (Prof. M. Davidson, Prof. J. Rabinowitz).
Dt. Projektpartner: Prof. Klosterkötter, Köln (Principal Investigator)
Prof. Maier, Bonn
Prof. Häfner, Mannheim
Beginn: 01.01.2001 Geplanter Abschluss: 31.12.2005
Kostenträger: DLR/DIP (Deutsch-Israelische Projektkooperation

Es gelang, diese israelische Gruppe zur Replikation des Projekts unter Verwendung der beiden Instrumente ERIraos und IRAOS an gemusterten jungen Frauen und Männern in Israel zu gewinnen. Damit steht ein repräsentatives Bevölkerungssample 16-17 Jähriger zur Verfügung, das eine Normierung der Instrumente erlauben wird. Weiterhin vereinbart wurde mit dieser Gruppe die Anwendung des neuro-psychologischen Instrumentariums der Bonner Gruppe und die Replikation der psychosefernen und psychosenahen Intervention.
Mit Mitteln der DIP wurden die Instrumente in London in die englische Sprache übersetzt. Die Druckkosten wurden durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft bezuschusst.

2. Kooperation mit der Deutschen Bundeswehr in einem KNS-Partnerprojekt, das die Anwendung der Checkliste bei Gemusterten für Bundeswehr und Wehrersatzdienst in Aussicht stellt.

3. Kooperation mit einer italienischen Forschungsgruppe (Prof. Angelo Cocchi, Dr. Anna Meneghelli, Mailand)
Projekt: 'Early Intervention in Serious Mental Disorders'
Förderung durch die Regierung der Lombardei, Italien.
Das Projekt umfasst eine Bevölkerung von etwa über 600.000 in Mailand und schließt voraussichtlich auch die Versorgungsregionen Como und Bescia mit ein. Die Gruppe wird IRAOS, Checkliste und ERIraos Symptomliste entsprechend dem KNS-Desing anwenden. Die Mannheimer Gruppe hat die Aufgabe des Trainings der Instrumente, methodische Beratung bei der Dateneingabe und Datenverwaltung und der gemeinsamen Auswertung übernommen.



Beginn:

01.02.2000


Abschluss:

30.06.2005


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Deutsche Forschungsgemeinschaft e. V.



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO2541


Informationsstand: 14.06.2018