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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Rehabilitation nach akutem Myocardinfarkt und koronarer Herzkrankheit mit kompliziertem Verlauf - Eine Bestandsaufnahme der Situation in Lübeck

Der Zustand nach akutem Herzinfarkt und die koronare Herzkrankheit ohne akuten Infarkt, aber mit kompliziertem Verlauf, stellen eine Indikation für eine Anschlußrehabilitation (AR) dar. Als Kontraindikation wird im Indikationskatalog der Kostenträger lediglich eine schwere kardiale Dekompensation aufgeführt. Dennoch nehmen nur etwa 50% aller Patienten mit der Entlassungsdiagnose 'Myokardinfarkt', die in der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Lübeck (UKL) behandelt werden, an einer stationären Anschlussrehabilitation teil (Phase II).
Hierbei handelt es sich vor allem um männliche Patienten. Der Anteil an Frauen, die eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme in Anspruch nehmen, scheint nach Rücksprache mit Sozialarbeiterinnnen und Kollegen - auch wenn man die niedrigeren Morbiditätsrate in jüngeren Altersgruppen berücksichtigt - noch darunter zu liegen.
Andererseits scheint dies nicht für alle Diagnosegruppen zu gelten: nach einer ACVB Versorgung scheinen die empfohlenen Rehabilitationsmaßnahmen zu fast 100% in Anspruch genommen zu werden.

Insgesamt betrachtet ist die niedrige Prozentrate der Rehateilnehmer um so erstaunlicher, als sich die Kostenträger in den vergangenen Jahren mit Einführung der Anschlussrehabilitation bemüht haben, das Bewilligungsverfahren zu verkürzen, um einen möglichst zügigen Übergang von der Akutbehandlung in die Rehabilitation zu erreichen. Außerdem steht die geringe Inanspruchnahme der Anschlussrehabilitation im Widerspruch zu zahlreichen Studienergebnissen, die sowohl die Effektivität stationärer Rehabilitationsmaßnahmen, als auch die Patientenzufriedenheit mit derartigen Maßnahmen belegen (s. u.).

Ein qualifiziertes Angebot an ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen ist im Lübecker Raum nicht gegeben. Es werden lediglich von verschiedenen Sportvereinen ambulante Herzgruppen angeboten (Phase II). Inwieweit diese von Patienten, die keine stationäre Anschlussrehabilitation antreten, genutzt werden, ist unklar.

Durch eine Befragung aller Patienten, die in einem der beiden zuständigen Lübecker Akutkrankenhäuser (UKL und Städtisches Krankenhaus Süd) wegen eines akuten Herzinfarktes oder einer komplikationsreichen koronaren Herzkrankheit behandelt werden, soll deshalb die Situation der kardialen Rehabilitation im Raum Lübeck beschrieben und analysiert werden. Durch den Einschluss beider Krankenhäuser ist eine Vollerhebung in der Region Lübeck gegeben.
Ausgehend von der Hypothese, dass durch eine individuelle Beratung die Teilnehmerrate an Rehabilitationsmaßnahmen verbessert werden könnte, soll ein erster Schwerpunkt in der Analyse dieser Beratung liegen.
Ein zweiter Schwerpunkt soll in der Erfassung von Unterschieden zwischen Teilnehmern einer Anschlussrehabilitation und Nichtteilnehmern liegen.
Es sollen sowohl Art und Umfang der wahrgenommenen Behandlungsangebote als auch die Outcomes (Lebensqualität, Depressivität, berufliche Wiedereingliederung etc.) erfasst werden.
Dabei soll erstmals in diesem Zusammenhang nicht nur ein generischer, sondern zusätzlich ein krankheitsspezifischer Fragebogen zur Lebensqualität eingesetzt werden. Besondere Berücksichtigung soll dabei die Analyse von Geschlechtsunterschieden finden.



Beginn:

01.06.2001


Abschluss:

31.05.2003


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Verein zur Förderung der Rehabilitationsforschung in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein e. V. (vffr)



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO2571


Informationsstand: 09.04.2020