Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

MEGAREDO - metabolisch-gastroenterologische Reha-Dokumentation

1. Problemstellung, Ziele des Projektes

Die Rehabilitation von Patienten bei Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen hat als Besonderheit, dass viele unterschiedliche Organe/Organsysteme betroffen sind (Ösophagus/Magen, Leber, Pankreas, Darm, Onkologie, Diabetes, Adipositas). Das Rehabilitandenalter ist in diesem Fachbereich (mit Ausnahme der Onkologie) deutlich jünger als in den Indikationen Orthopädie und kardio-vasculäre Erkrankungen, die mehr altersmäßig degenerative Erkrankungen beinhalten.

Durch Entwicklung eines qualifizierten Dokumentationssystems MEGAREDO, welches eine große Zahl bio-psycho-sozialer Daten vergleicht und normiert erfasst ist es möglich, diese heterogene Klientel differenziert zu betrachten. Hiermit steht sowohl ein Instrument zu einem differenzierten diagnosespezifischen Assessmentverfahren zur Verfügung als auch zur Effektkontrolle bei Reha-Ende.
Da zugleich Antworten aus Arzt- und Patienten-Sicht erfasst werden, kann differenziert auf den objektiven und subjektiven Bedarf eingegangen werden und dadurch eine Rehabilitation in diesem Fachgebiet qualifiziert werden.

2. Stand der Forschung / eigene Vorarbeiten

Im Rahmen der Gesellschaft zur Rehabilitation bei Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen ist unter tätiger Mithilfe der Klinik in den letzten Jahren das Instrument MEGAREDO entwickelt worden und in der Klinik Rosenberg zumindest als Basismodul seit 01.01.2000 in Einsatz.

Sämtliche Schlüsselzahlen des gemeinsamen Entlassungsberichtes des VDR sowie Fragen zur Reha-Bedürftigkeit (Short IRES, Depression und Ängstlichkeit, Motivation und Kommunikationsfähigkeit) liegen gleichartig für alle Patienten zur Auswertung vor. Zugleich werden Reha-Ziele normiert erfasst und soziale Belastungen (vorausgehende Arbeitsfähigkeit/ Arbeitsunfähigkeit).
Zusätzlich wird ein Diagnosebogen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Diabeteskliniken (ADDK) miterstellt, der das besondere Klientel der Diabetiker auch in krankheitsspezifischen Qualitätskriterien beschreibt.

Durch computergestützte Auswertung ist es möglich, diese Angaben zu erfassen und in Korrelation zu setzen. Dies erlaubt eine differenzierte Überprüfung bzw. Planung von therapeutischen Konzepten und damit eine Optimierung des stationären Angebotes.

3. Methodik / Forschungsansatz

Zwei Jahrgänge von Patienten (etwa 5.000 Personen) werden differenziert nach Diagnosegruppen (Onkologie, oberer Intestinaltrakt, unterer Intestinaltrakt, Leber/Pankreas, Diabetes, Adipositas) erfasst und sozialmedizinisch beschrieben. Zudem können sie altersmäßig gruppiert werden und Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Rehabilitanden indikationsspezifisch untersucht werden, um insbes. die reha-medizinisch besonders interessanten jüngeren Rehabilitanden in ihren Problemlagen, Reha-
Zielen und Zielerreichung sowie im Ressourcenverbrauch (Kombination mit Behandlungserfassung durch KTL) zu beschreiben.

Zusätzlich lassen sich besonders problematische oder diagnoseübergreifende Rehabilitandengruppen (z. B. Rentenantragsteller, Depressive, Mann/Frau) differenziert betrachten und anhand der Rehazielerreichung Erfolge mit den vorhandenen Behandlungsangeboten erfassen. Ein Teilmodul 'Arbeitsplatz' erfasst Probleme/Un-Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Eine Rückwirkung auf Gesundheitszustand (IRES) und Rehazielerreichung ist zu vermuten und kann quantifiziert betrachtet werden.

Benutzt werden hierzu die Megaredo-Module Basis-Arzt und
-Patient, Arbeitsplatz, Modul ADDK Diagnosebogen und KTL-
Rehaleistungserfassung.

4. Zu erwartendes Ergebnis / Relevanz

Erwartet wird eine Statuserhebung des vielschichtigen Klientels von Rehabilitanden im gastroenterologischen und Stoffwechsel-Bereich, indem sich verschiedene Fragen genauer beurteilen lassen:
1. Unterschiedliche sozialmedizinische Ausgangslagen der Rehabilitanden
2. Altersverteilung in den verschiedenen Diagnosegruppen und zugehöriger Reha-Bedürftigkeit
3. Krankheitsspezifische Reha-Ziele und deren Zielerreichung (Reha-Effekte) differenziert nach Krankheitsgruppen und Alter
4. Überprüfung und ggf. Weiterentwicklung hausinterner Therapieangebote adaptiert an den Reha-Bedarf der einzelnen Diagnose- und Altersgruppen

Die Auswertemöglichkeiten sind nur durch Zeitaufwand und theoretische Kombinationen begrenzt und die Nutzung der gewonnenen Daten dürfte eine gute Basis geben, Fakten zur Qualitätssicherung der fachspezifischen Reha in Gastroenterologie und Stoffwechsel zu erheben. Ein solches umfassendes Dokumentationssystem war bisher nicht bekannt und sollte in seinem Nutzen überprüft werden. Weiterhin kann eine Verbesserung des Dokumentationssystems an sich (Fragen-/Antwort-Qualität) bearbeitet werden.



Beginn:

01.05.2002


Abschluss:

31.10.2003


Art:

Eigenprojekt


Kostenträger:


Verein zur Förderung der Rehabilitationsforschung e. V. Norderney



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO2825


Informationsstand: 29.03.2018