Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Rehabilitationsmedizinische Eingangsdiagnostik durch den Einsatz des Bavaria Rehabilitanden Assessments (BRA)

Die Rentenversicherungsträger, auch Träger von Rehabilitationsmaßnahmen, sind aufgrund der Kostenentwicklung gezwungen, Passungsprobleme zwischen beruflichen Anforderungen und patientenseitiger Leistungs- und Belastungsfähigkeit zu identifizieren und Erfolgsaussagen über durchgeführte Maßnahmen der beruflichen Wiedereingliederung zu treffen.

Ziel:

Mit dem Aufbau von Medizinisch-Berufsorientierten Rehabilitationsmaßnahmen MBO wird nach einer qualifizierten Befunderhebung durch Arbeitsmediziner, klinische Ärzte, Psychologen, Physiotherapeuten, Ergonomieberater und Sozialpädagogen eine belastungsengpass-bezogene berufsorientierte Therapie in den Rehabilitationskliniken angestrebt.
Im Rahmen der Aufnahmediagnose des Patienten in der Klinik kommt dabei das neu entwickelte Bavaria-Rehabilitanden-Assessment BRA zur Anwendung.

Vorgehen bei der BRA-Diagnose:

Mittels einer standardisierten Checkliste werden Anforderungen und Belastungen des Rehabilitanden an seinem derzeitigen Arbeitsplatz von ergonomisch geschulten Arbeitsmedizinern erfragt.
Für jeden Patienten wird ein Datensatz angelegt, in dem seine Anforderungen an die anderen Fakultäten im Klinikbetrieb weiter geleitet werden.
Der Stationsarzt nimmt die Arbeitsanamnese zur Kenntnis und kennzeichnet mit einem standardisierten Fähigkeitsprofil die Leistungsfähigkeit des Rehabilitanden. Erfasst werden gesundheitliche Einschränkungen, Beschwerden und leistungseinschränkende Beeinträchtigungen.
Anschließend gehen die Testergebnisse der anderen Fakultäten sowie die Sozial- und Berufsanamnese in das Assessment ein, bevor abschließend eine Eignungsaussage erstellt wird.
Die Eignungsaussage gibt entsprechend der Ampelfärbung an, ob die Anforderungen am Arbeitsplatz über den Fähigkeiten des Rehabilitanden liegen.
Die tabellarisch ermittelte Höhe der Eignungswerte vermag Hinweise darauf zu geben, ob der Rehabilitand auf Dauer, ohne Leistungseinbußen und beschwerdefrei in der Lage ist, seine bisherige Tätigkeit nach der Rehabilitationsmaßnahme wieder aufzunehmen.

Vorgehen bei der MBO-Therapie:

Wesentlicher Bestandteil der MBO-Therapie ist das gezielte belastungsengpass-bezogene Training der Patienten an einem Modellarbeitsplatz in der Rehabilitationsklinik unter Anleitung 'work-hardening' durch einen Physiotherapeuten. Ziel dieses Trainings ist es, falsche Handlungsabläufe bewusst aufzuzeigen und daraus mit dem Betroffenen ein wiederholtes Trainieren geeigneter Bewegungsabläufe abzuleiten. Langfristig soll der Betroffene eine Reduzierung der auftretenden Beschwerden erfahren.



Beginn:

01.01.1999


Abschluss:

31.12.2005


Art:

Gefördertes Projekt



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO2834


Informationsstand: 06.01.2014