Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Psychotherapeutische Behandlung von sozialmedizinischen Problempatienten Evaluation eines strukturierten Behandlungskonzepts

Sozialmedizinische Problempatienten stellen in der Psychosomatischen Rehabilitation eine besondere Herausforderung dar: Einerseits fehlen häufig Psychotherapiemotivation und ein psychosomatisches Krankheitsverständnis, was besonders Schwierigkeiten in der therapeutischen Beziehung mit sich bringt. Andererseits ist es aus ökonomischer Sicht besonders wichtig, diese Patientengruppe therapeutisch zu erreichen. Die hiermit zusammenhängenden Probleme sind in der Literatur mehrfach beschrieben und empirisch belegt worden. In der Klinik des Erstantragstellers wurde in den vergangenen Jahren ein strukturiertes Konzept zur Behandlung sozialmedizinischer Problempatienten entwickelt. Dieses Konzept beinhaltet eine gezielte Arbeit an der therapeutischen Beziehung unter Anleitung erfahrener Supervisoren sowie spezielle berufsbezogene Behandlungselemente wie z. B. klinikinterne Belastungserprobungen und Arbeitstraining. An ergänzenden spezifischen Behandlungselementen sind jüngst eine themenzentrierte Gruppe mit dem Schwerpunkt 'berufliche Probleme' sowie eine halbstrukturierte Anamnese bisheriger beruflicher Erfahrungen und ihrer Auswirkungen auf die derzeitige Haltung zur Berufstätigkeit entwickelt worden (sog. Berufsanamnese).

Im Rahmen der vorliegenden Studie soll der zusätzliche Beitrag der beiden neu entwickelten Behandlungselemente - der Gruppe und der Berufsanamnese - auf ihre inkrementelle Wirksamkeit gegenüber dem strukturierten Behandlungskonzept überprüft werden. Hierzu werden alle sozialmedizinischen Problempatienten randomisiert zwei Treatmentgruppen zugewiesen. Die eine Treatmentgruppe (N=100) erhält das strukturierte Behandlungsgebot mit der speziellen Arbeit an der therapeutischen Beziehung sowie ggf. den Angeboten zur Erprobung der Belastbarkeit und zum tätigkeitsbezogenen Training in einer klinikinternen Übungsfirma. Die andere Gruppe (N=100) nimmt zusätzlich an der ausführlichen berufsbezogenen Anamnese sowie der spezifisch berufsorientierten themenbezogenen Gruppe teil. Die Effekte der beiden Treatmentgruppen sollen im Rahmen einer prospektiven randomisierten Studie mit Erhebungen zu Beginn, am Ende und ein Jahr nach Abschluss der Rehabilitation insbesondere im Hinblick auf Motivation und Einstellung zur Erwerbstätig, Rückkehrquoten ins Erwerbsleben und Fehlzeiten verglichen werden. Im Sinne eines multiperspektivischen Ansatzes sollen Einschätzungen der Rehabilitanden, der behandelnden Therapeuten sowie Daten der Krankenkassen und RV-Träger erhoben werden.



Beginn:

01.09.2003


Abschluss:

31.12.2005


Art:

Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Verein zur Förderung der Rehabilitationsforschung in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein e.V. (vffr)
(gefördert durch die Deutsche Rentenversicherung Nord
früher: Landesversicherungsanstalt (LVA) Schleswig-Holstein)



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO2849


Informationsstand: 21.06.2018