Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Evaluation des Individuellen Förder- und Integrationsplan - IFP - (EUA-IFP-Studie)

Der IFP ist aus Sicht der Reha-Träger zunächst als ein Instrument zur (externen) Qualitätssicherung, speziell der Prozessqualität der Berufsförderungsleistungen etabliert worden. Diese jedoch eher pauschale Zielfunktion bedarf einer differenzierten Betrachtung. Dem IFP können, unabhängig von der bisherigen konkreten Nutzung, an Hand damit verbundener Intentionen der Träger (siehe Anlage I) sowie seiner informellen Struktur (siehe Anlage II) eine Reihe abgrenzbarer, aber notwendig miteinander verbundener und aufeinander aufbauender Zielfunktionen unterstellt werden.

Dies betrifft, wenngleich mit unterschiedlicher Reichweite, Differenziertheit und analytischer Belastbarkeit insbesondere seine intendierten Eigenschaften
- als Leitfaden zur trägerübergreifenden Strukturierung des Förderprozesses und
- als Dokumentationsstandard zur Sicherung von Vergleichbarkeit zu wirken,
- als Instrument zur Verlaufskontrolle des Förderprozesses ('Wächter-Funktion') und
- Qualitätssicherung (Prozess und Ergebnis) zu fungieren,
- als Abschlussdokumentation - Ergebnisbericht und auch
- als Vereinbarung mit Wirkungen auf Motivation und die Erhöhung wechselseitiger Verbindlichkeit zu dienen.

Zweifellos sind die mit der Etablierung des IFP verbundenen Zielstellungen im Umkehrschluss vor allem Ausdruck einer durch inhaltliche und formale 'Vielfalt' gekennzeichneten und Vergleichbarkeit weitgehend einschränkenden Ausgangssituation. A priori dürfte jedoch jedes Instrument mit einer derartig komplexen Zielstellung bereits bei seiner Einführung ohne schrittweise Schwerpunktsetzungen und Optimierungen hinsichtlich der Einzelfunktionen überfordert sein. So ist beispielsweise formal angesichts überwiegend offen gehaltener Dokumentationskategorien die Etablierung von Standards zweifelhaft, sofern nicht Hilfen zur Strukturierung und Standardisierung vorgehalten werden. Inwieweit entsprechende Vorarbeiten geleistet wurden oder an Hand der vorliegenden Daten und Erfahrungswerte erst jetzt überhaupt realisierbar sind, ist zu klären.

Unter diesen Gesichtspunkten muss deshalb vor allem untersucht und bewertet werden,

(1) ob der IFP den Förderprozess (zunächst auf die Prozesskontrolle/ 'Wächterfuntkion' und die externe Kontrolle der Qualität der Leistungserbringung) tatsächlich hinreichend und valide erfasst und strukturiert,

(2) ob mit Blick auf diese Zielsetzungen Veränderungen und Ergänzungen notwendig und praktikabel sind und

(3) ob und wenn ja, welche Definitionen, Dokumentationsregeln, Leitlinien, Checklisten, Ausfüllvorschriften, Auswahlregeln, Standards o.ä. notwendig, zu entwickeln und künftig vorzugeben sind (Dokumentationsstandard/ Sicherung der Vergleichbarkeit).



Beginn:

01.11.2003


Abschluss:

31.01.2005


Art:

Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO2924


Informationsstand: 22.06.2018