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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

RiMS - Rehabilitation im Medizinstudium

Hintergrund:

Die Rehabilitation stellt eine wichtige Säule des Gesundheitssystems in Deutschland dar, deren Relevanz sich aus ihrer sozial- und gesundheitspolitischen Aufgabe ergibt. Die soziale und berufliche Integration von Behinderten bzw. Menschen, denen krankheitsbedingt eine Behinderung droht, soll erhalten oder wiederhergestellt werden. Kennzeichnend für die Rehabilitation sind ganzheitliche und interdisziplinäre Behandlungskonzepte auf der Grundlage biopsychosozialer Krankheitsmodelle. Obwohl die Wahrnehmung rehabilitativer Aufgaben in gewissem Ausmaß zum ärztlichen Berufsbild gehört, spielt die Rehabilitation in der Hochschulausbildung für Ärzte eine absolut untergeordnete Rolle.

Projektziel:

Ziel des Projektes 'Rehabilitation im Medizinstudium (RiMS)' ist deshalb die Integration rehabilitationsspezifischer Inhalte und Forschungsergebnisse in das Medizinstudium sowie eine Beteiligung an der Lehre in diesem Bereich. Gleichzeitig soll Studierenden der Medizin ein Einblick in die Rehapraxis sowie Möglichkeiten zur Beteiligung an rehablilitationswissenschaftlichen Forschungsprojekten gegeben werden.

Folgendes Konzept liegt dem Projekt zu Grunde:

Eine indikationsübergreifende RiMS-Steuergruppe nimmt die übergeordnete konzeptionelle und strategische Projektleitung vor und übernimmt eine koordinierende Brückenfunktion zwischen den RiMS-Arbeitsgruppen (RiMS-Ags) und dem Reformstudiengang Medizin der Charité sowie dem Regelstudiengang Medizin. Weiterhin berät die RiMS-AGs. Die RiMS-AGs setzen sich indikationsspezifisch zusammen, um einen Lernzielkatalog für ihr jeweiliges Fach (RiMS-Module) und darauf aufbauend ein Curriculum für die Implementierung der Rehabilitation in das Medizinstudium zu erarbeiten. Zusätzlich können bei Bedarf Experten/innen aus verschiedenen Bereichen hinzugezogen werden (z. B. Sozialmedizinische Fachbereiche der BfA / LVAen). Begonnen wird mit der Indikation Kardiologie, da hierfür bereits evidenzbasierte Grundlagen für verschiedene Reha-Handlungsfelder vorliegen. Perspektivisch soll die Arbeit auf andere große Indikationen ausgeweitet werden.

Durchführung:

Neben den längerfristigen Zielen der Arbeit an einem rehaspezifischen Curriculum stehen zu Beginn des Projektes kurzfristige Ziele im Vordergrund. Diese beziehen sich auf eine Kooperation mit dem Reformstudiengang Medizin der Charité, in dem sich das RiMS-Projekt mit Beginn des Wintersemesters 2002/2003 in zwei Bereichen engagiert. Experten/innen der RiMS-AG Kardiologie beteiligen sich am Problemorientierten Lernen (POL) im Bereich Flüssigkeitshaushalt / Herz-Kreislauf vor. Konkret wird hier von der RiMS-AG Kardiologie einer der bisher ausschließlich akutmedizinisch behandelten POL-Fälle, um den Aspekt der Rehabilitation erweitert. POL-Fälle sind Fallvignetten anhand derer sich die Studierenden medizinische Inhalte erarbeiten. Es ist also geplant, hier die Rehabilitation in die im POL-Fall beschriebene Versorgungskette zu integrieren. Gleichzeitig führen Rehabilitationsmediziner/ innen im Bereich Kardiologie ein Praktikum in einer Rehabilitationseinrichtung mit Bezug zu dem erwähnten POL-Fall durch und beteiligen sich entsprechend an der Erarbeitung von Prüfungsfragen für die Semesterabschlussprüfungen im Block 'Flüssigkeitshaushalt / Herz-Kreislauf'. Außerdem arbeitet das RiMS-Projekt im Bereich der Berufsfelderkundung mit, der Studierenden des ersten Semesters die Möglichkeit bietet, in Gruppen an einem Vormittag eine Rehabilitationseinrichtung kennen zu lernen. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung praxisorientierter Inhalte, um einen ersten Einblick in das Berufsfeld Rehabilitation zu vermitteln. Die Berufsfelderkundung mit Bezug zur Rehabilitation beginnt im Wintersemester 2002/2003 mit der Indikation Psychosomatik. Für alle beschriebenen Bereiche liegen bereits Zusagen über die Beteiligung namhafter Experten/innen aus dem Reha-Bereich vor. So sind in der Steuergruppe die Akademie für Sozialmedizin der BfA und Vorstandsmitglieder des Reha-Forschungsverbundes BBS vertreten. Für die RiMS-AG Kardiologie konnten u. a. leitende Ärzte/innen aus Kliniken der BfA, der Fachgesellschaft, der Reha-Forschung sowie Vertreter aus dem Selbsthilfebereich gewonnen werden. Die beschriebenen kurz- und längerfristig angelegten Entwicklungsprozesse können - durch eine Kooperation zwischen dem Reformstudiengang Medizin und Experten/innen aus dem Bereich der medizinischen Rehabilitation - Aspekte der Rehabilitation als wichtigen Teil des Gesundheitssystems in das Medizinstudium integrieren. Durch die schrittweise Implementierung - über kleinere konkrete Projekte zu längerfristigen umfassenden und komplexen Aufgaben - wird gewährleistet, dass tragfähige Strukturen entstehen, in denen Erfahrungen und Wissen fundiert und gezielt genutzt werden können.



Beginn:

01.08.2002


Abschluss:

30.09.2004


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA)
jetziger Name: Deutsche Rentenversicherung Bund

Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg
früher: Landesversicherungsanstalt (LVA) Berlin
und Landesversicherungsanstalt (LVA) Brandenburg

Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland
früher: Landesversicherungsanstalt (LVA) Sachsen



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3005


Informationsstand: 15.06.2018