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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Work Ability Index I - Bildung eines WAI-Netzwerks auf nationaler Ebene; Work Ability Index II - Ausbau und Verstetigung des deutschen WAI-Netzwerkes; WAI III - Qualitätssicherung und Qualifizierung in der Anwendung des Work Ability-Konzepts

Problemaufriss:
Es ist längst bekannt, wie sich der demografische Wandel in Deutschland auswirkt und auch zukünftig auswirken wird: der Altersdurchschnitt der deutschen Erwerbstätigen steigt, während ihre Gesamtzahl abnimmt. Dazu kommt ein Wandel der Arbeitsbedingungen, die stärker als zuvor Flexibilität, Unsicherheitstoleranz und Leistungsvermögen von Beschäftigten verlangen und teilweise zu neuartigen Belastungen führen. Angesichts dieser Situation wird es zunehmend wichtiger, die Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten (und damit die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen) gezielt und systematisch zu erfassen und zu fördern.

Projektdarstellung:
Die Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten mit Hilfe des Work Ability-Konzepts (WA-Konzept) zu erhalten, zu fördern und gegebenenfalls wiederherzustellen hat sich das WAI-Netzwerk seit 2003 im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zur Aufgabe gemacht. Arbeitsfähigkeit ist eine wesentliche Grundlage für das Wohlbefinden des Einzelnen und die Produktivität eines Unternehmens. Als Ergebnis der Interaktion von Arbeit und Individuum kann sie durch arbeitsbezogene und individuelle Maßnahmen gefördert und nachhaltig verbessert werden. Der Work Ability Index (WAI) hat sich als geeignetes Instrument erwiesen, um Arbeitsfähigkeit auf subjektive Weise zu erheben. Im Rahmen eines finnischen Forschungsprojektes entwickelt, wird der WAI heute in zahlreichen Ländern im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz eingesetzt, da er als Frühindikator z. B. für längere Arbeitsunfähigkeit (Kujala et al. 2005) und Erwerbsunfähigkeit (Tuomi et al. 1991) präventive Maßnahmen ermöglicht. Auch durch die enge Verknüpfung mit psychologischen Variablen, die heute zu den wichtigsten gesundheitlichen Risikofaktoren der modernen Gesellschaft zählen, ist der WAI für seinen Einsatz im Unternehmen prädestiniert. Der aktuelle Bericht der Bundesregierung "Aufbruch in die altersgerechte Arbeitswelt" weist auf die Bedeutung systematischer Erfassung der Arbeitsfähigkeit z. B. mit dem WAI hin (BMAS, 2010). Aus dem im Rahmen der Projektarbeit entwickelten WA-Konzept lassen sich auf Mitarbeiter- und Unternehmensebene Handlungsfelder ableiten, die sowohl verhaltens- als auch verhältnisbezogene Maßnahmen umfassen und nachhaltig zu einer Verbesserung der Arbeitssituation beitragen können.

Zentrale Ergebnisse:
Das deutsche WAI-Netzwerk hat sich zu einem der weltweit führenden Netzwerke, die sich aktiv für die Förderung der Arbeitsfähigkeit einsetzen, entwickelt. Zentrale Bestandteile sind die Unterstützung von Unternehmen in der praktischen Anwendung des WAI, das Verdichten von Informationen aus Forschung und Praxis und die Aufbereitung derselben für interessierte Akteure, wie Betriebsärzte, Gesundheitsmanager, Beschäftigte, Arbeitnehmervertretungen, Berater oder Personalreferenten. Außerdem bietet das WAI-Netzwerk Strukturen, die einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch der Anwender und so ein selbstgesteuertes und partizipatives Lernen ermöglichen. Die Netzwerkarbeit gilt im internationalen Vergleich als vorbildlich (baua aktuell 3-10, 2010). Als zentrale Produkte des Projektes sind zum Einen die in Deutsch und Englisch erhältliche WAI-Software, die mit entsprechendem Handbuch Mitgliedern des Netzwerks kostenlos zur Verfügung steht und zum Anderen die WAI-Konferenzen/-Symposien (WAI-Konferenzen 2007, 2008 und 2010) und vielfältigen sowohl nationalen als auch internationalen Kontakte und Kooperationspartner, zu nennen.

Das WAI-Netzwerk leistete im Rahmen der Projektlaufzeit in vielen Unternehmen einen Beitrag zur Entwicklung der organisationalen Gesundheitskompetenz und unterstützte aktiv bei der Etablierung einer "Arbeitsfähigkeitskultur". Von ebenso großer Bedeutung ist für das Team des WAI-Netzwerks jedoch die Sensibilisierung unterschiedlicher Beschäftigter darin, Verantwortung für ihre eigene Arbeitsfähigkeit zu übernehmen und den Bewusstseinswandel in Unternehmen hin zur höheren Wertschätzung älterer Beschäftigter zu begleiten.



Beginn:

01.11.2003


Abschluss:

laufend


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Projektförderung 2007 bis 2009: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)



Weitere Informationen


Abstract

German Work Ability Index Network

BACKGROUND INFORMATION
The effects of the demographic changes in Germany are well known. However, one of the consequences of current demographic trends is that employments' average age will increase in the future, while their total number decreases. This means new burdens for working people who in one way or another and in any event will require stronger than before flexibility, insecurity tolerance and achievement property. Against this background, it becomes increasingly more important to gather data of the work ability of employees. Finally, to promote peoples employability as well as strengthen companies' productiveness and competitiveness.

THE PROJECT
The WAI Network belongs to the federal institution for industrial safety and working medicine (BAuA). The main purpose and goal of the WAI-Network is to receive, promote and if necessary restore the working ability from employees. Work ability is an essential precondition for individuals' wellbeing and for the productivity of an enterprise. However described, it is always the result of an interaction of work and the individual. It can be promoted and sustainably improved by means of individual and work related measures. The Work Ability Index questionnaire (WAI) was developed in Finland for the assessment of work ability among individuals and groups of workers. The WAI is being used within occupational health, as a part of work place health promotion measures and in research. The instrument may contribute to the early identification of need for action resulting in preventive measures for support and maintenance of work ability (Tuomi et al. 1991). Additionally, the WAI has a link to different psychological variables. Since, mental health is known as one of the most important health risk factors of modern societies, the WAI can be seen as predestined for application in enterprises. Recently, the Federal Governments' report "Departure in an age-appropriate Work Environment" points to the meaning of systematic capture of the working ability using the WAI (BMAS, in 2010). Within the project we developed behaviour-related as well as relation-related measures which contribute with lasting effect to an improvement of the working situation.

RESULTS
The German WAI network is known as one of the worldwide leading networks which support working ability actively. However, enterprises support and implementation of the instrument is one of the central tasks in the networks' work. Moreover, information from research and practise is gathered and provided for interested actors, like company doctors, health managers, employees, employees' representations, consultants or personnel advisers.
The WAI network offers structures that foster continuous exchange of experience and furthermore encourage network members to learn cooperative and participative. At international level the networks' work was awarded as exemplary function (October 3, 2010).
One of the main outcomes is the enlargement of network members from 110 to 948 (March 31, 2011). Several conferences/symposiums (WAI conferences in 2007, in 2008 and 2010) where held and various international contacts as well as cooperation partners intent to collaborate. A central product of the project work is the WAI software (german- and english version) and manual. It is available on request and without any charge for network members.
Finally, the project team contributed to the development of companies' health care competence and moreover supported the establishment of a 'work ability culture' in several organisations. Nevertheless, advice and support the consciousness change to higher esteem of older employees on the one hand and the endorsement of employees to take over responsibility for their own work ability on the other is a major issue of the networks' work.


Referenznummer:

R/FO3115


Informationsstand: 13.06.2018