Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Erweiterung eines berufsorientierten Trainingskonzepts zur effizienteren beruflichen Wiedereingliederung von Reha-Patienten

Hintergrund und Fragestellung:

Ein häufiges Problem nach Arbeitsunfällen ist die teilweise lange Dauer zwischen Unfall und Rückkehr ins Berufsleben. Die Unfall- sowie Rentenversicherungsträger haben auch durch zunehmenden Kostendruck ein großes Interesse daran, die Zeiten zwischen Unfall und Wiederaufnahme der Arbeit zu verkürzen. Bekannt ist, dass Karenzzeiten über 3 Monate die Rückführung in den alten Beruf bzw. den alten Arbeitsplatz deutlich verschlechtern. Deshalb müssen z. B. neben einer stufenweisen Wiedereingliederung Wege gefunden werden, den beruflichen Aspekt noch stärker und früher in die Rehabilitation einzubinden.

Ziel:

Das entwickelte Konzept des Bavaria Work Hardenings (BWH) zielt darauf ab, Patienten, die die akute Rehabilitationsphase unmittelbar nach dem Unfall bzw. der Operation bereits überstanden haben, deren Heilungsprozess weitgehend abgeschlossen ist, die aber noch deutliche Einschränkungen aufweisen, in einer zweiten stationären Trainingsphase so weit wiederherzustellen, dass nach Abschluss dieses zweiten Heilverfahrens die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit im direkten Anschluss möglich sein sollte.

Stand:
In Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Team von Mitarbeitern einer großen Rehabilitationsklinik wird zunächst für orthopädische und neurologische Patienten ein Gesamtkonzept, das BWH-Training entwickelt, das 2004 in die Erprobungs- und Evaluierungsphase eintreten wird. Dieses Training ist eine Weiterentwicklung des MBO Konzepts (medizinisch beruflich orientierte Rehabilitation) mit belastungsengpassbezogenem Training am Modell- Arbeitsplatz (MAP).

Vorgehen:

Das Pilotprojekt sollte in einem Bereich laufen, der möglichst viele Patienten erreicht. Die Berufsstatistik der zwischen Juli 2002 und April 2003 in der Klinik behandelten Patienten mit berufsorientierter Rehabilitation zeigt einen Schwerpunkt im Baubereich (66 von 422 Patienten entsprechend 15 %, darunter Maurer, Baumaschinisten, Betonbauer, Dachdecker, Zimmerer, Straßenbauer). Diese Berufsgruppen werden zunächst berücksichtigt werden. Es werden Arbeitsbereiche nachgestellt werden, an denen möglichst berufsnah trainiert werden soll.

Es handelt es sich um ein Training mit unterschiedlichen Teilbereichen, wobei das berufsspezifische Training am MAP bzw. im BWH-Bereich während des Klinikaufenthalts im Vordergrund stehen wird. BWH-Training führt idealer Weise zur Steigerung der arbeitsbezogenen Belastbarkeit, d. h. zu einer Funktionsverbesserung, weniger zu einer Schmerzlinderung. Nur Patienten mit verbliebenen Restfähigkeiten, die soweit verbesserbar erscheinen, dass eine Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit wahrscheinlich oder zumindest möglich ist, können vom BWH-Training profitieren.
Das Training basiert auf dem s.g. Work Hardening, einem stark strukturierten zielorientierten individualisierten Behandlungsprogramm, das auf Produktivität, Sicherheit, physische Belastbarkeit und normales Arbeitsverhalten abzielt. Training zur Belastungsverbesserung muss in Zusammenarbeit zwischen Patient, Arbeitsmediziner, Psychologe, Physiotherapeut, Sporttherapeut und Berufspädagoge geplant und kontinuierlich überwacht werden.
Täglich erfolgt ein individuell angepasstes mehrstündiges Training, bestehend aus Arbeitssimulationstraining, Ausdauertraining, Fitness und in geringem Umfang physikalische Therapie. Die Arbeit erfolgt unter Beachtung ergonomischer Arbeitshaltungen und Arbeitstechniken an den verschiedenen Trainingsstationen mit festgelegten Pausen.

Stand:
Aktuell erfolgt der Aufbau der Trainingsstationen und die Erstellung der Trainingseinheiten und des Gesamtkonzepts sowie die Ausarbeitung von Trainingsprotokollen. Während der Pilotphase werden weitere Konzepte für andere Berufsgruppen sowie ein Programm zur elektronischen Erfassung des Trainings und der Fortschritte des Patienten entwickelt.



Beginn:

01.08.2003


Abschluss:

31.12.2005


Kostenträger:


Klinik Bavaria Kreischa
An der Wolfsschlucht 1 - 2
01731 Kreischa



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3140


Informationsstand: 12.03.2014