Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

EIBE - Entwicklung eines betrieblichen Eingliederungsmanagments und dessen Einbindung in ein ganzheitliches Gesundheitsmanagement

Ein bundesweites Projekt zur Sicherung der Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderungen und Erhalt von Beschäftigungsfähigkeit

Das Projekt EIBE hat zum Ziel, bundesweit in den Deutschen Berufsförderungswerken Kriterien für ein betriebliches Eingliederungsmanagement nach §84 Absatz 2 SGB IX zu definieren und Produkte zu entwickeln, welche die Prozessimplementierung abbilden.

In einer Entwicklungspartnerschaft zwischen dem Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation GmbH an der Deutschen Sporthochschule Köln (IQPR) und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke (ARGE) stand das Ziel im Vordergrund, ein Modell zur Implementierung in den Berufsförderungswerken zu entwickeln, das auch für klein- und mittelgroße Unternehmen eine attraktive und effektive Handlungshilfe darstellen kann. Bei den Berufsförderungswerken handelt es sich großteils um mittelgroße Dienstleister im Bildungsbereich, die umfassende Kompetenzen in der beruflichen Rehabilitation und Integration verfügen. In der Konzeption von EIBE stand diese Zielgruppe im Fokus der Entwicklung. Im weiteren Projektverlauf wird zunehmend die Zielgruppe der kleinen und kleinsten Unternehmen in den Mittelpunkt rücken.

Um eine hohe Kompetenz als Basis für eine spätere Dienstleistung für externe Kunden - in der Mehrzahl kleine und mittlere Unternehmen - vorzuweisen, ist die 'Konfrontation' mit dem Thema im eigenen Betrieb der entscheidende Test. Zur Steigerung der Kompetenz in allen Bereichen des betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Authentizität werden die entwickelten Anwendungsroutinen in den Berufsförderungswerken selbst auf Praktikabilität getestet, denn erst eine intensive Beschäftigung mit dem Thema und praktischer Eingliederungsarbeit mündet in einer passgenauen Struktur mit unternehmensspezifischen Prozessen.

Aus der betrieblichen Praxis werden zudem wissenschaftlich Erkenntnisse gewonnen, die Antworten auf folgende Projektfragen liefern:
- Für welche Zielgruppen erscheint ein betriebliches Eingliederungsmanagement besonders geeignet?
- Welche Akteure können im Rahmen eines betrieblichen Eingliederungsmanagements tätig werden und was können deren Aufgaben sein?
- Wie kann ein betriebliches Eingliederungsmanagement in der Umsetzung inhaltlich ausgestaltet werden?
- Was können förderliche und hinderliche Faktoren bei der Inanspruchnahme, Implementierung und Durchführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements sein?

Im ersten Projektabschnitt wurde Strukturen in 23 von 25 beteiligten Berufsförderungswerken aufgebaut. Sogenannte EIBE-Teams wurden installiert, Handlunsgroutinen wurden entwickelt und in der praktischen Fallarbeit optimiert, Rollen und Zuständigkeiten wurden festgelegt und die Erkenntnisse aus den praktischen Erfahrungen abgeglichen und in die Fallarbeit einbezogen.

In neun Berufsförderungswerken wurden in 2006 Betriebsvereinbarungen abgeschlossen, die die betrieblichen Abläufe und Zuständigkeiten in EIBE bzw. BEM regeln. Ein umfassendes Datenschutzkonzept hilft den Akteuren in der Erhebung, Weitergabe und Verwertung persönlicher und eingliederungsrelevanter Daten. Das BEM-Manual bildet das Herzstück des betrieblichen Eingliederungsmanagements und regelt alle Prozesse von der Identifikation von BEM-relevanter Signale bis hin zum Abschluss eines BEM, von der Dokumentation der Prozessschritte bis hin zur Definition der Akteninhalte, die ein Arbeitgeber einsehen darf.
Die Internetseite http://www.eibe-projekt.de hilft den Projektpartnern beim Informations- und Datenaustausch und soll zukünftig verstärkt zur Nutzung für Unternehmen aufbereitet werden.

Insgesamt wurde bislang ca. 250 Beschäftigten das Angebot eines betrieblichen Eingliederung unterbreitet, davon haben 194 geantwortet, 146 Personen haben an einem Erst- und Informationsgespräch teilgenommen. Bei 47 Personen wurde der Prozess der Eingliederung in Form der nächsten Prozessabschnitte, beginnend mit einem Explorationsgespräch eingeleitet.

Erwähnenswert ist das Ergebnis, dass 11 Berufsförderungswerke bereits vor der per Gesetz festgelegten 6 Wochenfrist intervenieren und ihren Beschäftigten entsprechende Hilfen zur Eingliederung anbieten.
Die Hauptproblematiken lagen im muskoskelettalen Bereich, gefolgt von psychischen und psychosomatischen Indikationen und Herz-Kreislauferkrankungen.
Zwei Berufsförderungswerke wurden bislang im Projektzeitraum erfolgreich im Eingliederungsmanagement auditiert und durch den HVBG zertifiziert.
Bis Ende März 06 werden weitere 4 Berufsförderungswerke auditiert.
Nachdem bis dato nur wenige Beschäftigte die gesamte Prozesskette durchlaufen haben, können noch nicht genügend konkrete Rückschlüsse auf die 'ideale' Zielgruppe gezogen werden.

EIBE wird in einem nächsten Projektabschnitt (EIBE II): weiterentwickelt.



Beginn:

01.04.2005


Abschluss:

31.03.2007


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
(vorher Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung, BMGS)



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3173


Informationsstand: 25.06.2018