Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Ergonomisches Frühwarnsystem ERGO-FWS

Hintergrund und Fragestellung:

Aus den Forderungen des neuen SGB IX zur Unterstützung behinderter Menschen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, die auch die Teilhabe am Arbeitsleben beinhaltet, ergeben sich für die Betriebe neue Anforderungen im Umgang mit ihren leistungsgeminderten Mitarbeitern.
In der Praxis zeigt sich häufig eine Diskrepanz zwischen vorhandenen Arbeitsplätzen und der Leistungsfähigkeit einzelner Mitarbeiter.

Ziel:

Durch die Erweiterung des NPW bzw. des AAWS (Automotiv Assembly Worksheet, s. dort) - Instrumentarien, die zur Vermeidung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren durch frühzeitige Risikobewertung körperlicher Belastung an vorhandenen Arbeitsplätzen bzw. bei einzelnen Tätigkeiten (Operationen) beitragen sowie im Planungsbereich einsetzbar sind - um eine fähigkeitskorrigierte Risikobewertung soll die Integration von Behinderten und Leistungsgeminderten in den Arbeitsprozess erleichtert werden.

Vorgehen:

Aufgabe war es, ein Instrumentarium zu entwickeln, das neben der Risikoanalyse des Arbeitsplatzes auch die Feststellung des individuellen Risikos für einzelne leistungsgewandelte Mitarbeiter ermöglicht.
Unter Verwendung des AAWS- Verfahrens (Automotiv Assembly Worksheet, Schaub 2002), einer Weiterentwicklung des NPW (New Produktion Worksheet), werden folgende körperlichen Belastungsarten berücksichtigt:
- Körperhaltungen (incl. geringer Kräfte / Lasten (ca. 30-40N))
- Kräfte und zusätzliche Belastungen (Gelenkstellungen und Rückschlagkräfte, Impulse, Schwingungen)
- Handhaben von Lasten
und Risikopunkte für ergonomisch ungünstige Situationen vergeben.

Psychische Belastungen werden nur indirekt erfasst. Dieses in der Praxis inzwischen gut bewährte Vorgehen wurde im Rahmen der Weiterentwicklung durch ein Fähigkeitsprofil ergänzt. Das Instrumentarium besteht jetzt aus einem Beurteilungsbogen für die Risikoanalyse der Arbeitsplätze (FWS Erg) sowie einem analog aufgebauten Bogen zur Erstellung eines Fähigkeitsprofils (FWS Med). Die Fähigkeiten werden in Prozent eingestuft, wobei 100% der Leistungsfähigkeit eines gesunden Mitarbeiters entspricht. Durch Abgleich der erhobenen Daten kann eine fähigkeitskorrigierte Risikobewertung von möglichen Arbeitsplätzen für Leistungsgewandelte - auch rechnergestützt - erstellt werden.

Hierdurch wird eine prospektive Beurteilung einzelner Arbeitsplätze hinsichtlich ihrer ergonomischen Gestaltungsgüte bzw. ihrer Gesundheitsrisiken für gesunde Mitarbeiter sowie in einem zweiten Schritt ihrer Gesundheitsrisiken für Mitarbeiter mit Belastungsengpässen ermöglicht.



Beginn:

01.01.2003


Abschluss:

31.12.2005


Art:

Gefördertes Projekt



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3175


Informationsstand: 11.04.2005