Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Untersuchung des Entscheidungsverhaltens von WfbM-Beschäftigten

Zum Entscheidungsverhalten von Menschen mit geistiger Behinderung in Übergängen von einer WfbM auf den allgemeinen Arbeitsmarkt liegen erste Untersuchungsergebnisse vor.
Ziel ist es, durch die Rekonstruktion des Entscheidungsverhaltens von Menschen mit geistiger Behinderung Hinweise für pädagogische Maßnahmen und Assistenz zu finden, die die Selbstbestimmung und Partizipation fördern.
Hinsichtlich der Motivation lassen sich drei Gruppen differenzieren:
Gruppe 1 legt Wert auf die Statusverbesserung, die mit dem Ausscheiden aus der WfbM verbunden ist. Häufig fühlen diese Personen ihre Kompetenzen nicht ausreichend gewürdigt und haben nach eigenen Angaben sozial keinen Fuß gefasst. Dennoch ist diese Gruppe angesichts der Vermittlungsquote am erfolgreichsten.
Gruppe 2 hat größere Selbstsicherheit hinsichtlich der eigenen Kompetenzen und vertraut darauf, dass sie diese im neuen Arbeitsfeld demonstrieren kann. Wenn die Erfahrungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eher enttäuschend sind, führt das zugunsten eines Verbleibs in der WfbM.
Gruppe 3 will in erster Linie beteiligt und auserwählt sein. Diese Personen sind offen für neue berufliche Anregungen, aber auch am unverbindlichsten im Entscheidungsprozess. Stellen sich Gefühle wie Überforderung ein, arrangieren sie sich auch schnell mit dem Arbeitsplatz in der WfbM.
Deutlich wird, dass bei allen Werkstattbeschäftigten mit den Projektangeboten eine 'biografische Bilanz' ausgelöst wird, die sowohl Ressourcen für den Entscheidungsprozess freisetzt, als auch traumatische Erlebnisse reaktivieren kann, die Veränderungsenergie binden und die Lebensqualität beeinträchtigen.

Hinweis: Die Informationen zu diesem Projekt sind archiviert und werden nicht mehr aktualisiert.


Art:

Dissertation



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3290


Informationsstand: 10.02.2006