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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Evaluation der Dynamischen Trainingstherapie

Die in der Rehaklinik Damp entwickelte Dynamische Trainingstherapie (DTT) stellt eine Erweiterung der EAP (Erweiterte Ambulante Physiotherapie) im stationären Setting dar. Sie wird als Gruppentherapie von interdisziplinär arbeitenden Therapeuten-Teams durchgeführt (5 X pro Woche, 90 Minuten, 10 Teilnehmer/ Patienten) . Dabei arbeitet das interdisziplinären Therapeutenteam verschiedener Qualifikationen (Physiotherapeuten, Sportlehrer, Psychologen, Ergotherapeuten) gleichzeitig innerhalb der räumlichen Therapieeinheit (ein Arzt nimmt in regelmäßigen Abständen teil). Diese besteht aus einem weitgehend offen gestaltetem Therapieraum mit Separierungsmöglichkeiten. 10 Patienten mit dem Symptom Rückenschmerzen werden gleichzeitig in der DTT in einer offenen Gruppe behandelt. Die Steuerung der Einzelinhalte der Behandlung erfolgt zeitnah durch die Therapeuten, die den Patienten in ihrer Einheit als Therapeutenteam begleiten. Durch dauernde Kontakte unter den Therapeuten einschließlich des betreuenden Arztes ist jeweils eine zeitnahe Einschätzung der erreichten Leistungsfähigkeit des Patienten möglich, so dass kontinuierlich eine optimale Anpassung der Therapieinhalte und therapeutischen Belastungen des Patienten vorgenommen werden kann. Der Arzt ist als Mitglied des Teams zu verstehen; er steht sowohl für Einzelkonsultationen als auch in der Gruppe beratend und moderierend zur Seite.

Hintergrund ist die Annahme, dass die Patienten zu Beginn der Behandlung in der Regel am besten von einer individuellen Behandlung mit Einzeltherapien und ggf. passiven Behandlungsmaßnahmen profitieren. Mit zunehmender Belastbarkeit sowohl physisch als auch psychisch, erhalten die Patienten zunehmend mehr aktive Therapien mit indikationsspezifischen krankengymnastischen Übungen zunächst in einer kleinen Gruppe, sowie geeignetes Gerätetraining und Wassertherapie bis eine ausschließliche Gruppenbetreuung möglich ist. Neben den somatisch/funktionellen Behandlungszielen durch die physikalische Therapie, vermittelt das Therapeutenteam Behandlungsinhalte zur Verbesserung der psychischen Situation (z. B. Krankheitsbewältigung), der sozialen Integration (vor allem berufliche Reintegration) und zu edukativen Zwecken (Heimübungsprogramm, Sportberatung etc.).

Es wird davon ausgegangen, dass sich gruppendynamische Effekte des Trainings motivationsstärkend auswirken und Patienten nachhaltig Freude an Bewegung vermittelt wird. Diese Faktoren unterstützen den Rehabilitationsprozess. Durch die DTT wird eine therapeutische Kontinuität gewahrt, die eine wichtige Voraussetzung für die Effektivität des Trainings und die Zufriedenheit der Patienten ist. In Abhängigkeit von Belastbarkeit sowie Fähigkeiten der Patienten wird die Steuerung der Behandlungsinhalte durch die Therapeutengruppe direkt vorgenommen. Auf diese Weise soll eine bessere und schnellere Anpassung der therapeutischen Inhalte an die aktuellen Fähigkeiten der Patienten erreicht werden. Die Möglichkeit der individuellen Behandlung in der Gruppe ist jedoch nicht prinzipiell ausgeschlossen. In der Studie soll untersucht werden, ob eine Behandlung nach dem Konzept der DTT gegenüber der Standardrehabilitation mit überwiegend Einzeltherapien überlegen ist. Relevante Zielkriterien sind die berufliche Reintegrationsrate (Bürger, Dietsche, Morfeld, & Koch, 2001), Funktionalität (FFb-MOT) und gesundheitsbezogene Lebensqualität (SF-36) sowie die subjektive Prognose der Erwerbstätigkeit der Patienten (Mittag & Raspe, 2003).



Beginn:

01.10.2004


Abschluss:

30.09.2006


Art:

Gefördertes Projekt / Studie / Evaluation


Kostenträger:


Deutsche Rentenversicherung Nord



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3342


Informationsstand: 22.06.2018