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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Gestaltung von Arbeitsplätzen für ältere Arbeitnehmer und leistungsgewandelte Arbeitnehmer

Ziel/Hintergrund
In den nächsten Jahren und Jahrzehnten rücken vermehrt die älteren Arbeitnehmer in den Blickpunkt der Arbeitswelt. Oft werden darunter bereits alle Mitarbeiter ab 45 Jahren gefasst. Diese Festlegung anhand des rein kalendarischen Alters ist sehr umstritten. Sicherlich gibt es typische altersbedingte Veränderungen, die bei fast allen Menschen in unterschiedlicher Ausprägung auftreten und die Arbeitsfähigkeit verändern oder einschränken. Diese beginnen aber nicht schlagartig mit dem Erreichen eines bestimmten Lebensjahres, sondern entwickeln sich individuell sehr unterschiedlich.

Vorgehen
Nach einer Analyse der tatsächlich vorhandenen physiologischen Veränderungen beim Älterwerden wurden die spezifischen Gefährdungen zusammengestellt, denen ältere Arbeitnehmer verstärkt ausgesetzt sind. Aus diesen Erkenntnissen entstanden Gestaltungshinweise für Arbeitsplätze älterer Arbeitnehmer, die deren besonderen Bedürfnisse berücksichtigen.

Erste Ergebnisse
Es gibt typische Veränderungen beim Altern. Hierzu gehören z. B. die Beeinträchtigung der Sinneswahrnehmung (Altersweitsichtigkeit, Hörprobleme) oder die Verminderung der allgemeinen Beweglichkeit und der Körperkraft. Dem stehen Veränderungen gegenüber, durch die entstehende Defizite kompensiert werden oder die älteren Arbeitnehmern anderweitig Vorteile verschaffen, z. B. wachsendes Erfahrungswissen oder steigende Sozialkompetenz.

Die wichtigsten Ergebnisse für die Arbeitsplatzgestaltung sind:

1. Grundlage ist eine gute Gestaltung nach arbeitswissenschaftlichen und ergonomischen Kriterien. Zusätzlich sind nur wenige spezielle Maßnahmen erforderlich, um den Arbeitsplatz an die Bedürfnisse der Älteren anzupassen.
2. Die gute Gestaltung dient auch jüngeren Arbeitnehmern. Sie erhöht die Arbeitssicherheit und ist gesundheitsförderlich.

Mögliche Gestaltungselemente können dabei u. a. sein:

- Zusatzbeleuchtung, um dem gesteigerten Helligkeitsbedarf gerecht zu werden. Eine hellere Arbeitsumgebung senkt zudem das Unfallrisiko für alle
- Hebehilfen, Unterarmstützen oder Haltevorrichtungen sowie eine Reduktion der zu handhabenden Lasten zur Unterstützung und Entlastung des Stütz- und Bewegungsapparates. Diese Maßnahmen wirken für alle vorbeugend gegen Muskel- und Skeletterkrankungen.

Ein Musterarbeitsplatz im IAG veranschaulicht diese Erkenntnisse praktisch. Sie können nun in Seminaren und Betriebsberatungen vermittelt werden. Weitere Musterarbeitsplätze für die Bereiche Büro und Werkstatt sind in Vorbereitung.


Art:

Wissenschaftliche Arbeit



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3367


Informationsstand: 23.10.2019