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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Arbeitslosigkeit und Suchtrehabilitation (ARA-Projekt)

Das Projekt 'ARA' wurde in den Jahren 2001 bis 2006 implementiert und die zum Zeitpunkt der Implementierung angestrebten Projektziele und Inhalte im Folgenden dargestellt.

Fragestellung:

Es wurde anhand einer Stichprobe stationär behandelter Alkoholabhängiger untersucht, welche personalen Merkmale Prädikatoren des Rückfalls der Arbeitslosen darstellen. Zusätzlich wurde geprüft, ob sich diese von denen der Erwerbstätigen unterscheiden.

Methode:

Die Analyse erfolgte durch multiple logistische Regressionen. Das zu prognostizierende Kriterium war die Alkoholrückfälligkeit in der 6-Monats-Katamnese. Als mögliche Prädikatoren wurden 23 soziodemografische, suchtspezifische, arbeitslosigkeitsbezogene und psychosoziale Merkmale überwiegend aus der Entlassungsdiagnostik berücksichtigt, ergänzt um einige Merkmale aus anderen Messpunkten.

Datenbasis und Stichproben:
Die Datenbasis entstammte der in der Fachklinik Wilhelmsheim in 2001 bis 2004 als Längsstudie durchgeführten ARA-Projekt (N=929). Einbezogen in die vorliegende Auswertung waren 181 Arbeitslose und 314 Erwerbstätige, die während der 6-monatigen Katamnesezeit durchgängig arbeitslos bzw. erwerbstätig waren.

Ergebnisse:

Bei den Arbeitslosen erwiesen sich als signifikante Rückfallrisikofaktoren: der Substanzkonsum während der Behandlung, die Suchtchronizität gemessen an der Zahl bisheriger Entzugsbehandlungen, die Unzufriedenheit mit der Partnersituation und mit der Freizeitgestaltung sowie die Dauer der Arbeitslosigkeit bis Behandlungsbeginn. Als protektive Faktoren zeigten sich: aktives Coping, Teilnahme an Suchtselbsthilfegruppen und die Arbeitsunfähigkeit bei Entlassung, was sich daraus erklärt, dass sie oft Anlass für die Einleitung weiterführender Betreuungs- und Behandlungsmaßnahmen war, die das Rückfallrisiko offensichtlich deutlich reduziert. Die Ergebnisse zu verschiedenen statistischen Gütekriterien zur Bewertung des ermittelten Regressionsmodells fielen zufriedenstellend aus. Darüber hinaus wurden unter den Arbeitslosen zwei Hochrisikogruppen identifiziert: die Behandlungsabbrecher und diejenigen, die bereits mindestens zweimal in einer stationären Suchtbehandlung waren. Für die Erwerbstätigen ließ sich anhand der untersuchten Merkmale kein stabiles Prädikationsmodell erstellen.

Schlussfolgerung:

Es werden eine Reihe von Schlussfolgerungen für die Praxis der Suchtrehabilitation der Arbeitslosen aus rückfallpräventiver Sicht gezogen.



Beginn:

01.01.2001


Abschluss:

31.12.2006


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Allgemeine Hospitalgesellschaft Klinik Wilhelmsheim
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst



Weitere Informationen


Abstract

Predicators of Alcohol Relapses among the Unemployed 6 Month after Treatment: Empirical Results and Conclusions for Treatment and Rehabilitation Programs

Objective:
This study investigates which personal features present predicators of the relapses among the unemployed who had completed an inpatient treatment program in alcohol addiction. Additionally it was examined whether these features differ from those of the patients who remained employed.

Method:
The analyses was carried out by multiple logistic regression. The criterion to be predicted was the alcohol relapse during the 6 month follow up. As predictors 23 sociodemographic, alcohol-related, unemployment-related and psychosocial variables were taken into account mainly selected from diagnostics at the time of discharge, augmented by some features from other times of meassurement.

Data basis and sample:
The data basis derives from a longitudinal study (ARA-project, N=929) carried out in the Fachklinik Wilhelmsheim in 2001-2004. 181 continously unemployed and 314 continuously employed were involved in the current analyses.

Results:
Among the unemployed three proved to be significant risk factors of relapse: consumption of psychoactive substances during treatment, high number of previous detoxifications, being dissatisfied with the partner situation as well as being dissatisfied with the arrangement of leisure tme and the length of unemployment before treatment started. Protective factors proved to be: active coping behavior, participation in self help groups and the inability to work at discharge, because this often was the cause for further inpatient meassures of treatment and care which evidently reduced the risk of relapse considerably. The results concerning the goodness of fit of the logistic regression model are satisfactory. In addition to that two high risk groups among the unemployment were identified: those dropped out of treatment as well as those already having received inpatient addiction treatment at least twice. For the employed no stable regression model could be found.

Conclusions:
A number of conclusions are drawn to improve rehabilitation programs for the unemployed focussing on relapse prevention.


Referenznummer:

R/FO3386


Informationsstand: 25.05.2018