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Angaben zum Forschungsprojekt

Ziele, Erwartungen und Motivation von Patienten am Ende und in der Zeit nach der Rehabilitationsmaßnahme: Entwicklung und Evaluation einer stadienspezifischen Motivationsintervention

Zielsetzung:

In der ersten Phase ist es das Ziel der Studie, das Motivationsstadium und die Entwicklung der Veränderungsbereitschaft von Rehabilitanden der Onkologie und der Rheumatologie mit Hilfe des Transtheoretischen Modells nach Abschluss der Rehabilitationsmaßnahme und nach drei Monaten zu beschreiben. Das Transtheoretische Modell (TTM) konzeptionalisiert die Veränderungsbereitschaft durch zeitlich aufeinander folgende Stadien (Absichtslosigkeit, Bewusstwerdung, Vorbereitung, Handlung und Aufrechterhaltung), die Patienten durchlaufen, um eine definierte Verhaltensänderung im Alltag dauerhaft zu etablieren. Im Rahmen der zweiten Studienphase werden telefonbasierte stadienspezifische Motivationsinterventionen entwickelt und evaluiert. Für die Rehabilitanden der onkologische Fachklinik wurde als Zielkriterium die Motivation zur Initiierung und Aufrechterhaltung körperlicher Aktivität definiert, für die rheumatologischen Rehabilitanden die Motivation zur Initiierung und Aufrechterhaltung von Strategien der Schmerzbewältigung.

Methodik:

In der ersten Studienphase wurden im Rehazentrum Bad Eilsen insgesamt 74 Patienten mit chronischen Schmerzen zum Ende der Rehabilitationsmaßnahme (T1) und nach drei Monaten (T2) mit dem Freiburger Fragebogen - Stadien der Bewältigung chronischer Schmerzen (FF-STABS; Maurischat, Härter & Bengel, 2002), dem Fragebogen zur Erfassung der Schmerzverarbeitung (FESV)(Geissner, 2001) und der Arthritis-self-efficacy scale (ASES-D)(Mueller, Hartmann, Müller & Eich, 2003) befragt. Mit Hilfe von Kovarianzanalysen wurden die Stadien der Veränderungsbereitschaft als dimensionale Kovariaten auf die Zusammenhänge mit kognitiven und behavioralen Strategien der Schmerzbewältigung, schmerzbedingten psychischen Beeinträchtigungen und Selbstwirksamkeitserwartungen untersucht. In der Fachklinik Erbprinzentanne wurden zum ersten Untersuchungszeitpunkt insgesamt 160 Patienten in die Studie eingeschlossen, um die Annahmen des Modells im Hinblick auf Selbstwirksamkeitserwartungen und Veränderungsprozesse zu untersuchen.

Bisherige Ergebnisse:
Die Ergebnisse der Vorstudie für die rheumatologischen Patienten zeigen, dass hohe Ausprägungen auf den Skalen der kognitiven und behavioralen Schmerzbewältigung signifikant mit den Stadien Handlung und Aufrechterhaltung kovariieren. Die Zusammenhänge zwischen den transtheoretischen Motivationsstadien und den abhängigen Variablen zeigen sich insgesamt konform zu den Annahmen des Modells: hohe Ausprägungen auf den Skalen kognitive und behaviorale Schmerzbewältigung kovariieren gleichsinnig mit den Stadien Handlung und Aufrechterhaltung, ein hohes Ausmaß psychischer Beeinträchtigung durch die chronischen Schmerzen und fehlende Selbstwirksamkeitserwartung mit gering ausgeprägter Bereitschaft zur Veränderung des Umgangs mit chronischen Schmerzen. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Ausprägung der Veränderungsbereitschaft Einfluss auf die Bewältigung chronischer Schmerzen nehmen kann. Die Ergebnisse für die Patienten der onkologischen Fachklinik weisen ebenfalls auf eine Bestätigung der modellbasierten Annahmen hin. Zur Zeit wird in beiden Kliniken die zweite Studienphase durchgeführt.



Beginn:

01.05.2004


Abschluss:

30.04.2007


Art:

Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Deutsche Rentenversicherung Braunschweig -Hannover
Niedersächsische Krebsgesellschaft e. V.



Weitere Informationen


Abstract

Development and evaluation of motivational interviewing-based interventions for patients in medical rehabilitation.

The aim of the project is the development and evaluation of motivational interventions for patients in medical rehabilitation with respect of the Transtheoretical model. The application of strategies of Motivational interviewing in brief consultations can help patients to maintain their ambitions toward the residence time in the rehabilitation clinic.


Referenznummer:

R/FO3419


Informationsstand: 23.10.2019