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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Selbständiges Wohnen behinderter Menschen - Individuelle Hilfen aus einer Hand

Die Frage, ob und in welchem Umfang Aufgaben nach dem Bundessozialhilfegesetz ( BSHG) verlagert und Zuständigkeiten im Bereich der Sozialhilfe verändert werden, um Finanz- und Aufgabenverantwortung zusammenzuführen und Hilfen aus einer Hand anzubieten, wird seit vielen Jahren in verschiedenen Zusammenhängen immer wieder diskutiert. Dies gilt insbesondere auch für die geteilte Zuständigkeit bei ambulanten und stationären Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderungen.

Mit dem Projekt Selbständiges Wohnen behinderter Menschen - Individuelle Hilfen aus einer Hand verfolgt die Landesregierung das Ziel durch eine befristete Zusammenführung der Zuständigkeit für Hilfen zum selbständigen Wohnen bei den überörtlichen Trägern innovative Wege zur Weiterentwicklung der ambulanten Eingliederungshilfe zu eröffnen. Die Zuständigkeitsveränderung wird durch das ZPE wissenschaftlich begleitet. Bis zum 31.6.2008 soll durch die wissenschaftliche Begleitung die politische Entscheidung über die dauerhafte Ansiedlung der Zuständigkeit für die Eingliederungshilfe ab dem 1.7.2010 vorbereitet werden.

Das Landtag hat zu diesem Zweck eine Verordnung zur Änderung der Verordnung zur Ausführung des Bundessozialhilfegesetztes verabschiedet. Der Verabschiedung der Verordnung ging eine intensive politische Debatte voran. In der Begründung werden mit der Verordnung die folgenden Ziele verbunden:
- den bedarfsgerechten Ausbau ambulanter Hilfen zu verbessern
- gemeindenah und flächendeckend eine verlässliche Infrastruktur aus ambulanten Diensten zur Verfügung zu stellen, die flexible Hilfen für behinderte Menschen im Alltag ermöglichen
- die soziale Integration und selbstbestimmtes Leben in der Heimatgemeinde zu ermöglichen
- dem Anstieg der Fälle und der Kosten im stationären Bereich entgegen zu wirken
- eine finanzielle Entlastung herbeizuführen; eine Versorgungsstruktur zu entwickeln, die effektiv und effizient optimale Hilfe anbietet

Die Zuständigkeit des überörtlichen Trägers der Sozialhilfe umfasst auch die Planungsverantwortung und die Ermittlung des Individuellen Hilfebedarfs nach §§ 46 und 95 BSHG sowie § 95 SGB X. Die beiden Landschaftsverbände (LWL und LVR) haben zu diesem Zwecke unterschiedliche Verfahren der Individuellen und Örtlichen Hilfeplanung eingeführt.

In der Verordnung ist festgelegt, dass 'das für das Sozialhilferecht zuständige Ministerium unter Beteiligung der überörtlichen Träger der Sozialhilfe, der kommunalen Spitzenverbände und der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege die Zuständigkeitsveränderung im Hinblick auf einen Ausbau einer am behinderten Menschen orientierten bedarfsgerechten ambulanten Versorgungsstruktur und einer Entscheidungsgrundlage für die zukünftige sachgerechte Zuständigkeit der Eingliederungshilfe für Behinderte bis spätestens 30. Juni 2008 aus[wertet]. Die Auswertung enthält insbesondere eine systematische Beschreibung und Bewertung der Zuständigkeitsveränderung auf der Grundlage empirisch gewonnener Daten.'

Zu diesem Zweck hat das Ministerium das Zentrum für Planung und Evaluation mit der wissenschaftlichen Begleitung des Projektes beauftragt. In einem Rahmenkonzept wurden die Zielsetzung und der Ablauf der Forschungsarbeiten beschrieben. Durch die wissenschaftliche Begleitung sollen die Auswirkungen der Zuständigkeitsänderung untersucht werden. Dazu werden landesweite Erhebungen und vertiefende Untersuchungen in vier Projektregionen durchgeführt.

Die Begleitforschung gliedert sich in
- einen Forschungsauftrag zur Analyse der Strukturen der Behindertenhilfe in NRW und zu einer formativen Evaluation der eingeleiteten Veränderungsprozesse (Teilprojekt I)
- einen Forschungsauftrag zur Evaluation und Qualifizierung der eingesetzten Instrumente und Verfahren zur individuellen Hilfeplanung und zur Steuerung der Angebotsentwicklung (Teilprojekt II)
- einen Qualifizierungsauftrag für die örtliche Behindertenhilfe (Teilprojekt III) und
- einen Auftrag zur Übernahme des Projektmanagements und zur Beratung der beteiligten Akteure.



Beginn:

01.01.2003


Abschluss:

30.06.2008


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Sozialministerium Nordrhein-Westfalen



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3609


Informationsstand: 22.10.2007