Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Verzahnte Ausbildung mit Berufsbildungswerken (VAmB)

Der Modellversuch 'VAmB' verfolgt das Ziel, die Verzahnte Ausbildung als spezifisches Ausbildungsangebot dauerhaft an Berufsbildungswerken zu etablieren. Mit der Verzahnten Ausbildung haben auch junge Menschen, die aufgrund der Art oder Schwere ihrer Behinderung und zur Sicherung des Ausbildungserfolges der besonderen Leistungen eines Berufsbildungswerkes bedürfen, die Möglichkeit, eine qualitativ hochwertige betriebsnahe Ausbildung zu absolvieren.

Die Verzahnte Ausbildung funktioniert so: Das Berufsbildungswerk schließt den Ausbildungsvertrag und übernimmt damit die Ausbildungsverantwortung für den jungen Menschen mit Behinderung. Es stellt sicher, dass das Fachpersonal - Ausbilder/innen, Sozialpädagog/innen, Psycholog/innen, medizinische und sonstige Fachkräfte - die Jugendlichen nach ihren individuellen Neigungen und Fähigkeiten qualifiziert, unterstützt und fördert. Der Hauptteil der Praxisausbildung wird in einen mit dem Berufsbildungswerk kooperierenden Betrieb verlagert. Enge Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen allen an der Ausbildung beteiligten Personen und Institutionen (Betriebe, Berufsbildungswerke, Sonder- und Regelberufsschulen) sind unabdingbar, um die hohe Qualität der Ausbildung sicherzustellen. Ihr liegen Standards zugrunde, die eigens für die verzahnte Ausbildung definiert worden sind, wie z. B. Kooperationsvertrag, gemeinsamer Ausbildungsplan, regelmäßige Beurteilung, detailliertes Praxiszeugnis.

VAmB greift Inhalte, Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus dem vorangegangenen Projekt VAMB (Verzahnte Ausbildung METRO Group mit Berufsbildungswerken) auf. Für diese Leistung erhielt die BAG BBW gemeinsam mit der METRO Group den Initiativpreis für Aus- und Fortbildung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages 2007.

Bundesweit haben sich 35 Berufsbildungswerke gemeinsam mit 240 jungen Auszubildenden aus den Berufsbereichen Logistik, Hauswirtschaft, Gastronomie sowie Garten- und Landschaftsbau um eine Teilnahme am Modellversuch beworben. Sie alle wirken nun an der Umsetzung und Weiterentwicklung der Verzahnten Ausbildung mit.

Neben der METRO Group sind weitere Handelsunternehmen wie z. B. Edeka, Karstadt und Toom beteiligt. In den anderen Berufsbereichen konnten vor allem auch kleine und mittelständische Unternehmen für die Verzahnte Ausbildung gewonnen werden.

Die BAG BBW hat die Projektträgerschaft übernommen. Durch die wissenschaftliche Begleitung vom Institut für Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Universität Hamburg wird die Qualität der Verzahnten Ausbildung evaluiert und weiter entwickelt. Dazu dienen umfangreiche Erhebungen bei Ausbildern/innen, Teilnehmern/innen und Berufsschullehrern/innen, deren Ergebnisse den Akteuren zurückgespiegelt werden. Damit können sie die durch VAMB im Bereich Handel erreichte Prozessqualität - auf der Grundlage der Kompetenzentwicklung der jungen Teilnehmenden und ihrer Integration in den ersten Arbeitsmarkt - sichern und ausbauen.

Mittels der konkret erarbeiteten Konzepte einer Verzahnten Ausbildung in den Berufsbereichen Handel, Logistik, Hauswirtschaft, Gastronomie sowie Garten- und Landschaftsbau werden Grundlagen eines standardisierten Angebots geschaffen, die eine Implementierung und einen Transfer auf weitere Berufsbereiche ermöglichen.



Beginn:

01.04.2007


Abschluss:

31.03.2009


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Der Modellversuch wird mit Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert.



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3626


Informationsstand: 01.03.2018