Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Psychische Komorbidität und psychosoziale Versorgung nach Kehlkopfteilresektion

Fragestellung
Verschiedene Studien haben gezeigt, dass HNO-Tumorpatienten - auch im Vergleich zu anderen Krebserkrankten - psychisch besonders stark belastet sind. Wissensdefizite bestehen hinsichtlich der unterschiedlichen psychischen Belastung nach verschiedenen Operationsmethoden, zum Beispiel bei Kehlkopfkrebs. Kehlkopfteilresezierte sind in der Regel körperlich weniger schwer beeinträchtigt als Laryngektomierte, der Tumor ist bei der Operation weniger weit fortgeschritten und eine Teilresektion greift meist weniger stark in physiologische Körpervorgänge (Atmen, Sprechen) ein als eine vollständige Kehlkopfentfernung. Häufig wird daher vermutet, dass die psychische Belastung der Teilresezierten geringer ist als die der Laryngektomierten. Auf der anderen Seite leben Kehlkopfteilresezierte immer mit der Gefahr, dass eventuell aufgrund von Lokalrezidiven nachreseziert werden muss. Es könnte demnach sein, dass eine Anpassung an die Erkrankung bzw. an die Behinderung schwerer fällt, weil sie nicht gleichbleibend ist, sondern sich ggf. verschlimmert bzw. droht, sich zu verschlimmern. Aus zwei retrospektiven Untersuchungen unserer Arbeitsgruppe wissen wir, dass Kehlkopfkrebspatienten psychoonkologisch unterversorgt sind. Über mögliche Ursachen gibt es verschiedene Vermutungen, empirisch untersucht wurden sie bisher aber noch nicht. Ziel dieser Studie ist es, Risikofaktoren für das Auftreten einer psychischen Erkrankung bei Kehlkopfteilresezierten und deren psychoonkologische Versorgung zu eruieren. Die Patienten sollen während des ersten postoperativen Jahres viermal anhand von strukturierten Interviews befragt werden: vor Operation, zu Beginn der Anschlussheilbehandlung, am Ende der Anschlussheilbehandlung und ein Jahr nach Operation. Die Studie möchte für behandelnde Ärzte und Therapeuten konkrete Hinweise erbringen, in welchem Umfang bei dieser Patientengruppe mit psychischen Erkrankungen zu rechnen ist, welche Risikogruppen besonderer präventiver Maßnahmen bedürfen und wie psychosoziale Versorgung für Kehlkopfteilresezierte aussehen sollte, damit sie von den Betroffenen in Anspruch genommen wird.



Beginn:

01.08.2007


Abschluss:

31.07.2010


Art:

Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Stiftung Deutsche Krebshilfe
Buschstr. 32
53113 Bonn



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3655


Informationsstand: 22.03.2018