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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

HyperBraille

Der Zugang blinder Menschen zu graphischen Benutzungsoberfläche erfolgt heute durch Screenreader per Sprachausgabe oder Braillezeile. Im Projekt Hyperbraille wird ein neuartiger Ansatz entwickelt, der auf einem Braille-Flächendisplay ( auch als Stiftplatte bezeichnet) basiert. Die 7200 Stifte werden piezoelektrisch aktiviert, zudem ist die Oberfläche der Stiftplatte berührempfindlich. Der Einsatz einer Stiftplatte verfolgt die nachstehend genannten beiden Hauptzwecke, die dem gemeinsamen Ziel dienen, blinden Menschen sehr viel weiter reichende Möglichkeiten des Computereinsatzes zu eröffnen als sie derzeit existieren:
- Die Menge, der für den blinden Computerbenutzer gleichzeitig wahrnehmbaren Information, wird drastisch vergrößert werden, so dass Objekte wie Textabsätze, Tabellen, Menüs und andere Elemente der Windows-Bedienoberfläche vollständig auf der Stiftplatte abgebildet werden können,
- Es wird ein direkter Zugang zu grafischen Darstellungen (Grafiken, Elementen grafischer Bedienoberflächen) möglich sein.

Warum und für wen?
Für blinde Menschen wächst mit zunehmender Verbreitung vielfältiger Computer-Anwendungen, die immer weiter über reine Sprachanwendungen hinausgehen, das dringende Bedürfnis, Anteil an diesen multimodalen modernen Kommunikationsformen nehmen zu können. Dabei geht es nicht nur primär um eine zeitgerechte Teilnahme an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die zunehmend neben reiner Textausgabe graphische und strukturierte Informationserfassung voraussetzen, sondern auch die selbständige barrierefreie berufliche Benutzung von interaktiven PC-Arbeitsplätzen.

Das Gesamtziel
Zur Befriedigung dieses unmittelbaren Marktbedarfs soll ein neuartiges Handhabungs- und Bedienungssystem entwickelt werden, mit dem Blinde und Sehbehinderte mit Hilfe interaktiver Stiftplatten textliche und graphische Informationen, die heute üblicherweise ausschließlich visuell auf Bildschirmen für Sehende vorliegen, selbständig taktil erfassen können.

Die Vorgehensweise
Die benutzerzentrierte Entwicklung einer nicht-visuellen Benutzungsoberfläche für Hyperbraille soll Erfahrungen im flexiblen Umgang mit audiohaptischen Darstellungen graphischer Informationen ermöglichen. Aufbauend auf den Veröffentlichungen des Informations- und Kommunikationssystem Hyperbraille aus dem Jahre 1998 sowie diverse Screenreader (Windots, Jaws, Supernova) wird die Dokumentenverarbeitung und das Browsen durch verbesserten multimodalen Zugang zu marktüblichen Programmen ermöglicht. Dabei werden vielfältige Anforderungen blinder Benutzer an die verschiedenen Medien bzw. an ein- oder zweihändige Interaktion ermittelt und entsprechende Erprobungen im Zeitraum 2007 bis 2010 durchgeführt.



Beginn:

01.01.2007


Abschluss:

31.12.2010


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3696


Informationsstand: 24.01.2020