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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

mAIS - mobiles Automatisches InformationshilfeSystem

mAIS bietet mobilitätseingeschränkten / behinderten Menschen die Möglichkeit, Informationen akustisch oder visuell durch wählbare Schriftgrößen, Schriftfarben, Hintergrundfarben oder/und durch Vorlesen mit verschiedenen Sprechgeschwindigkeiten wahrnehmen zu können

Oberstes Ziel von mAIS ist die Gleichstellung von älteren und behinderten Menschen mit Nichtbehinderten sowie die Einbindung dieser mobilitätseingeschränkten Personen in die moderne Informationsgesellschaft. mAIS stellt für diesen Personenkreis eine große Erleichterung im mobilen Alltag und im 'Zusammenleben' mit modernen Informationsmedien dar.

Ob an modernen Haltestellen, in Bahnhöfen, Flughäfen, Schiffterminals, Einkaufzentren, in Bussen oder Bahnen, usw. -überall und weltweit werden Informationen über elektronische Anzeiger und anderen Informationsmedien wiedergegeben. Daher war es eines der wichtigsten Ziele von mAIS diese Informationen so aufzubereiten, dass sie von
- alters- und körperlich bedingt behinderten Menschen
- Senioren (allgemein)
- Menschen die nicht richtig lesen und schreiben können
- Touristen mit Behinderungen und die des Deutschen nicht mächtig sind
- und von Nichtbehinderten wahrgenommen werden können und zwar auf einem handelsüblichen Handy, das quasi den Hauptbestandteil des Systems bildet.

Für mobilitätseingeschränkte Menschen sind der ÖPNV und SPNV die wichtigsten Einrichtungen, um mobil zu sein. Daher lag der Schwerpunkt und die praxisnahe Umsetzung des EU-Projekts vor allem im Bereich ÖPNV und wurde in Städten mit unterschiedlichen ÖPNVProjekt Informationssystemen realisiert. Dazu gehören:
- Kiel: Anbindung an das RBL (Rechnergestütztes BetriebsLeitsystem)
- Flensburg: Anbindung an das FIS (Fahrgastinformationssystem)
- Neumünster: Anbindung an die Großanzeige direkt am ZOB / Bahnhof
- Einbindung von Überlandhaltestellen

Bei der Entwicklung von mAIS wurde darauf geachtet, ein möglichst breites Spektrum von Mobilitätseinschränkungen abzudecken. Daher wurden folgende Nutzergruppen definiert:
- Sehbehinderte
- Blinde
- Hörbehinderte
- Gehörlose
- Dyslektiker
- Altersbedingt Mobilitätseingeschränkte
- Nichtbehinderte

Für diese jederzeit erweiterbaren Nutzergruppen wurden Informationsprofile definiert, die jeder Nutzer auf seine Belange hin auf seinem Handy auswählen kann, um so die von ihm angeforderte Information wahrnehmen zu können. Dazu zählen u. a. verschiedene Schriftgrößen, Schriftfarben und Hintergrundfarben sowie das Vorsprechen der Information in unterschiedliche Tonlagen und mit verschiedenen Sprechgeschwindigkeiten.

Um das System auch für Blinde und Sehbehinderte nutzbar zu machen, wurde die Entwicklung um die Zusatzanwendung 'mAIS + Talks' erweitert. Talks ist ein Screenreader-Programm für Handys, das alle Tastenkommandos, Displayinhalte und - im Zusammenhang mit mAIS - die Fahrplaninformation vorspricht.

In einem zweiteiligen Feldtest wurden mehrere Szenarien des mAIS-Dienstes durch Benutzer mit unterschiedlichen Anforderungen auf ihren Einsatz hin überprüft und deren Funktionalität nachgewiesen. mAIS stellt keine Insellösung dar. Vielmehr wurde mAIS so konzipiert, dass es nahtlos auch für andere Anwendungen wie z. B. in Bahnhöfen, Flughäfen, Schiffterminals, Einkaufzentren, Fahrzeugen (Bahn, Straßenbahn, Bus, etc.) und für den Tourismusbereich erweitert werden kann, wo vor allem fehlende Ortskenntnis und Mehrsprachigkeit die Gründe für die Nutzung von mAIS sein werden.

Anwendungsbeispiel: ÖPNV
Moderne Informationssysteme legen den Schwerpunkt der eingesetzten innovativen Technologie auf die Informationsgewinnung und -verbreitung. Für das Anwendungsgebiet ÖPNV bedeutet dies z. B. genauere Ankunftszeiten an Haltestellen, Anschlusssicherung an Knotenpunkten und aktuelle Informationen für den Fahrgast an Haltestellen. Völlig ausgeklammert bleiben dabei alle diejenigen, die zu der neuen Technologie keinen adäquaten Zugang haben: Die sogenannten 'mobilitätseingeschränkten Personen'.

Mit mAIS wird diesen Menschen die Möglichkeit gegeben, elektronisch angezeigte Informationen - beispielsweise an Haltestellen, in Bussen und Bahnen - in einer Form auszulesen, die sie wahrnehmen können: Sei es in Textform und / oder durch eine Ansage der Abfahrtsinformation.
Hauptbestandteil von mAIS ist ein modernes, handelsübliches Handy. Es dient zur Erkennung der Haltestelle, ermittelt die dort abfahrenden Busse/Linien und teilt die zur ausgewählten Linie gehörenden Abfahrtsinformationen, wie vom Nutzer gewünscht, entweder in Textform und / oder als Sprachausgabe mit.



Beginn:

01.02.2006


Abschluss:

31.05.2007


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


mAIS wurde mit Mitteln der Europäischen Union - EU und Landesmitteln aus dem e-Region PLUS Programm Schleswig-Holstein entwickelt



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3697


Informationsstand: 05.02.2020