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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Qualitätssicherung bei der Hilfeplankonferenz in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Delmenhorst

Hintergrund:

In den 70-er Jahren erfuhr im Zuge der Veränderungen in der Versorgung psychisch Kranker hin zu einem personenzentrierten Ansatz auch die Hilfeplanung einen Paradigmenwechsel. Im Gegensatz zu einer institutszentrierten Hilfeplanung wurde die Entwicklung und Umsetzung eines Konzeptes für eine individuelle und bedarfsorientierte Hilfeplanung gefordert, welches die hilfebedürftige Person innerhalb ihres sozialen Umfeldes in den Mittelpunkt der Behandelnden und der rehabilitativen multidisziplinär zu erbringenden Hilfen stellt. Vor diesem Hintergrund wurde Anfang 2003 auch in der Stadt Delmenhorst ein personenzentriertes Hilfeplanverfahren zur Wiedereingliederung seelisch Behinderter (Eingliederungshilfe nach § 53 SGB XII) eingeführt, welches die regelmäßige Durchführung einrichtungsübergreifender Hilfeplankonferenzen sowie die gemeinsame Erarbeitung individueller Hilfepläne anhand standardisierter Erhebungsinstrumente vorsieht.

Ziele:

Wissenschaftliche Beurteilung der Prozess- und Ergebnisqualität des in der Stadt Delmenhorst praktizierten Verfahrens im Rahmen des Qualitätsmanagements anhand von 'objektiven' Daten, die den Erhebungsinstrumenten des Delmenhorster Hilfeplanverfahrens entnommen wurden und anhand von subjektiven Daten, die durch schriftliche Befragung von Klienten und Betreuern erfasst wurden.

Methode:

Instrumente des Hilfeplanverfahrens zur Erhebung der objektiven Daten:
Erhebungsbögen (nach Brandenbusch & Krischke 2003) 'fachärztliche Stellungnahme (F)', 'Anamnesebogen ( A)', 'Hilfeplan (HI)', 'Empfehlung der Hilfeplankonferenz (E)', 'Entwicklungsbericht ( EB)' und 'Brief Psychiatric Rating Scale (BPRS)' (Overall & Gorham 1962). Klientenfragebogen zur Erhebung der subjektiven Daten, bestehend aus fünf Komponenten: 'Fragebogen zur Prozessqualität der Hilfeplankonferenz' (Krischke & Brandenbusch 2004), 'Einschätzung des persönlichen Hilfebedarfs' (Krischke & Brandenbusch), 'Fragebogen zur Klientenzufriedenheit' (aus IBRP, Kauder 1999), 'WHOQOL-BREF Fragebogen zur Lebensqualität' (Angermeyer et al., 2000), 'CAGE-Fragebogen zum Alkoholkonsum' (Ewing 1984) und 'Frankfurter Befindlichkeitsskala (FBS)' (Süllwoll & Herrlich 1987). Betreuerfragebogen zur Erhebung der subjektiven Daten aus Sicht der Professionellen: 'Fragebogen an die professionellen Betreuer/innen' I (Krischke & Brandenbusch 2004) und II (Krischke & Brandenbusch 2007).

Ergebnisse:

Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die im Rahmen der Delmenhorster Hilfeplankonferenzen eingesetzten Erhebungsinstrumente sich als in hohem Maße praktikabel erwiesen haben. Darüber hinaus können Hilfeplankonferenzen als personenzentrierte und bedarfsorientierte Intervention die Effektivität der ambulanten Maßnahmen sichern. Außerdem konnte eine gute Prozess- und Ergebnisqualität der Delmenhorster Hilfeplankonferenzen nachgewiesen werden.

Schlussfolgerung:

In Delmenhorst ist es gelungen, ein Hilfeplanverfahren einzuführen, das an den Integrierten Behandlungs- und Rehabilitationsplan (IBRP) angelehnt ist. Die Instrumente der Delmenhorster Hilfeplankonferenzen selbst und deren Einsatz sind sinnvoll und leisten einen erheblichen Beitrag zur Qualitätssicherung. Im Rahmen des Qualitätsmanagements sollte die regelmäßige Erhebung 'objektiver'
(Erhebungsinstrumente) und subjektiver Daten (Befragungen) auch in Zukunft fortgesetzt werden. Die Einführung regelmäßiger Qualitätszirkel wäre eine vielversprechende Möglichkeit zur Vorbeugung von Unzufriedenheit und zur kontinuierlichen Sicherung der Qualität.



Beginn:

01.01.2003


Abschluss:

31.12.2009


Art:

Eigenprojekt



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3705


Informationsstand: 05.02.2020