Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Änderungssensivität und Responsivität von Patientenfragebogen in der Rehabilitation

Hintergrund:

In der Rehabilitation werden im Rahmen evaluativer Studien häufig Patientenfragebogen zu mehreren Messzeitpunkten eingesetzt, um auf der Grundlage von Prä-Post-Differenzen die Effekte von Rehabilitationsmaßnahmen aus Patientensicht zu erfassen. Dies kann nur gelingen, wenn die verwendeten Skalen in der Lage sind, Veränderungen über die Zeit abzubilden, d. h. wenn es sich um änderungssensitive bzw. responsive Instrumente handelt.

Ziele und Fragestellungen:

Ziel des Projekts ist es, Änderungssensitivität/Responsivität für die in der deutschsprachigen Rehabilitationsforschung verbreitetsten generischen Patientenfragebogen SF-36 bzw. SF-12 und IRES zu ermitteln; zusätzlich werden SCL-90-R-Skalen (insb. Ängstlichkeit, Depressivität, Somatisierung) betrachtet.
Die vergleichende Aufbereitung der entsprechenden Kennwerte informiert darüber, welche Skalen dieser Messinstrumente am besten in der Lage sind, etwaige Effekte von Rehabilitationsmaßnahmen auch sichtbar zu machen. In einer ersten, kürzeren Projektphase werden Daten aus Forschungsprojekten der ersten Förderphase reanalysiert (RFB-Projekte; Tracerprojekte aus anderen Forschungsverbünden). In einer zweiten, längeren Projektphase wird ein prospektives Studiendesign zur kritischen und methodisch einheitlichen Ermittlung von Änderungssensitivität/ Responsivität bei Rehabilitanden aus den Indikationsbereichen Orthopädie/Rheumatologie und Kardiologie verwirklicht.

Studiendesign:

Im prospektiven Studienteil wird ein Eingruppen-Design unter Vorschaltung einer interventionsfreien Baseline-Phase durchgeführt (t0: 3-4 Wochen vor Reha-
Beginn, t1: Reha-Beginn, t2: Reha- Ende, t3: 3 Monate nach Reha-Ende). Dieses Design ermöglicht, die Veränderungen der Fragebogenwerte t1-t2 bzw. t1-t3 mit Intervention zu relativieren an den Veränderungen der Fragebogenwerte t0-t1 ohne Intervention. Pro Indikation werden 470 auswertbare Fälle angestrebt.

Vorläufige Ergebnisse:
Bei der prospektiven Datenerhebung wurden an insgesamt 16 Rehabilitationskliniken sowohl an orthopädischen/ rheumatologischen Patienten (Nor=514) als auch an kardiologischen Patienten (Nk=384) Fragebogendaten erhoben (Nges=898). Für die meisten Skalen bzw. zusammenfassende Indizes des SF-36, des IRES-3 sowie die erhobenen Skalen der SCL-90-R resultieren SES-, SRM- und GRI-Kennwerte im mittleren bis hohen BEreich für den Veränderungszeitraum zwischen Reha-Beginn und Reha-Ende. Die Effektstärken und der relative Anteil der Patienten mit reliabler Veränderung zeigen dabei ein ähnliches Profil. Im Allgemeinen liegen die GRI-Werte höher als die SRM-Werte, wobei die Koeffzienten der SES meist niedriger als die anderen Effektstärken ausfallen. Insgesamt kann der Schluss gezogen werden, dass die überwiegende Zahl der Skalen dieser generischen Fragebogen zur Messung von Veränderung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität im Kontext der Rehabilitation geeignet ist. Bei vergleichender Betrachtung der Änderungssensitivität der untersuchten Instrumente scheint der IRES-3-Fragebogen im Allgemeinen den anderen Instrumenten überlegen zu sein.

Rehabilitationswissenschaftlicher Forschungsverbund Bayern (RFB)



Beginn:

01.01.2002


Abschluss:

30.06.2004


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FOFVB1A7


Informationsstand: 22.06.2018