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Angaben zum Forschungsprojekt

Evaluation des 'Work Hardening' bei chronischen unspezifischen Rückenschmerzen

Hintergrund:

Obwohl der chronische unspezifische Rückenschmerz ('Chronic low back pain' - CLBP) volkswirtschaftlich von enormer Bedeutung ist, existieren im Bereich der stationären Rehabilitation der gesetzlichen Rentenversicherung im Unterschied zu skandinavischen und angloamerikanischen Ländern keine multimodalen Standardbehandlungskonzepte, durch die eine physische und psychische Rekonditionierung bei CLBP (Work Hardening - WH) möglich scheint. Mit dem 'Göttinger Rückenintensivprogramm' (GRIP) wurde erstmals ein vergleichbares Konzept etabliert und wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse sind gemessen an der Rückkehrquote ins Erwerbsleben vielversprechend, jedoch methodisch unzureichend gesichert (keine Kontrollgruppe, keine Randomisierung) und bieten damit keine hinreichende Voraussetzung für eine breite Umsetzung in der stationären Rehabilitation der Rentenversicherung.

Ziele und Fragestellungen:

Die dargestellte Studie sollte bei männlichen und weiblichen Versicherten der bayerischen LVA´en mit CLBP (Höchstalter 57 Jahre), die sowohl über das normale Antragsverfahren als auch nach § 51 SGB V an stationären Rehabilitationsmaßnahmen teilnehmen, folgende Fragen prüfen,
(1) welche Behandlungseffekte (körperliche Funktionsfähigkeit, psychologische Variablen) und welche Rückkehrquoten durch das WH im Verlgeich zur derzeitigen Standardbehandlung erzielt werden,
(2) bei welchen Patienten das WH in Abhängigkeit von Merkmalen wie Reha-Zugang, Geschlecht, Reha-Motivation etc. überlegen ist,
(3) welche Behandlungs- und Folgekosten mit den Behandlungsmodalitäten verbunden sind,
(4) inwieweit das WH von den Patienten akzeptiert wird und
(5) ob Barrieren für die breite Umsetzung des WH aus der Sicht der Ärzte und Mitarbeiter der beteiligten Reha-Einrichtung bestehen.

Es handelte sich um eine randomisierte kontrollierte Studie mit insgesamt 120 Patienten in beiden Gruppen (WH und Kontrolle/Standardbehandlung), die Katamnesen fanden nach 3 und 12 Monaten statt. Die Studie wurde in der Rheumaklinik Bad Füssing, einer rheumatologisch-orthopädischen Reha-Klinik der LVA Oberbayern, durchgeführt. Die in Betracht kommenden Patienten wurden von den LVA´en zugewiesen, wobei auch Patienten mit kurzer und ohne AU-Zeiten angesprochen wurden, um einer Chronifizierung rechtzeitig entgegenzuwirken. Die Studie ist inzwischen abgeschlossen. Die Datenauswertung erfolgt über bi- und multivariate Verfahren. Eine Veröffentlichung mit Darstellung der Ergebnisse wird derzeit vorbereitet.



Beginn:

01.11.1998


Abschluss:

31.12.2002


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Abstract

Evaluation of the 'Work Hardening' for Patients with Chronic Low Back Pain (CLBP)

The chronic low back pain (CLBP) has an enormous health economic relevance for public inpatient rehabilitation in Germany. Nevertheless there are no investigations on multimodal standardized treatments for a physical und psychic reconditioning for patients with CLBP, such as the 'work hardening' treatment (WH). For the first time a similar concept has been evaluated, the so called 'Göttinger Rücken-Intensivprogramm' (GRIP). The effects of this treatment in regard to the patient´s return to work are encouraging, but there are methodological weaknesses (e.g., no control group, no randomly assigned groups).
In the ongoing evaluation study male and female persons of the Bavarian Pension´s Assurance Companies (LVA), suffering from CLBP, receive different treatment programs: the WH program or a treatment customarily used in inpatient rehabilitation. Both groups were randomly assigned.

The following questions should be answered:
(1) Which effects of treatment (physical capacity, functional limitations, psychological variables) and which quota for the return to work do occur?;
(2) For which the patients´ characteristics the WH program is superior to the customary treatment (e.g., characteristics such as sex, subjective motivation for the inpatient rehabilitation)?;
(3) Which costs do result by the special treatment?.

120 patients have been treated. Outcome measures were obtained at baseline and after treatment (spine mobility, muscle strength, functional impairments, pain, psychological variables), follow-ups at 3- and 12-months (questionnaires for functional impairment, pain, health costs, health status, psychological variables and quality of life).


Referenznummer:

R/FOFVB1B1


Informationsstand: 13.06.2018