Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Die Belastungserprobung im Rahmen eines verhaltenstherapeutischen Behandlungssettings

In der psychosomatischen Rehabilitation bleiben die konkreten beruflichen Probleme der Patienten therapeutisch wie wissenschaftlich bisher weitgehend unbeachtet (Bürger, 1997). Die Brisanz der Thematik wird nicht zuletzt angesichts unlängst publizierter diesbezüglicher konzeptueller Überlegungen ( Koch et. al. 1997) deutlich.
Vor diesem Hintergrund ist die Evaluation des Therapiebausteins 'Berufliche Belastungserprobung' von hohem wissenschaftlichen und therapeutischen Interesse.
Bislang liegen nur unzureichende Evaluationen berufsspezifischer Therapiebausteine vor (Hillert et. al, 1998), operationalisierbare Zuweisungskriterien fehlen bislang (Staedtke et al, 1998).

Im Rahmen einer 'beruflichen Belastungserprobung' führen psychosomatische Patienten parallel zur stationären psychotherapeutischen Behandlung in der Regel halbtags ein Praktikum in Betrieben außerhalb der Klinik durch. Aus verhaltenstherapeutischer Perspektive ermöglicht dies, vor dem Hintergrund einer kognitiven und emotionalen Aktualisierung arbeitsbezogener Probleme, eine funktionelle Diagnostik der berufsbezogenen Verhaltensmuster. Für die Patienten ergibt sich die Möglichkeit, ihre Leistungsfähigkeit zu erproben, Ängste im Sinne eines konfrontativen Vorgehens zu bewältigen und die im stationären Setting erarbeiteten Strategien im Umgang mit potenziell belastenden Situationen und Konstellationen unter arbeitsplatzähnlichen Bedingungen zu realisieren.

Die Studie wird in Kooperation mit der tiefenpsychologisch ausgerichteten Klinik Bad Neustadt Saale (Prof. Dr. Beutel, Dr. Kayser, Dipl.-Psych. Zwerenz) durchgeführt. Das übereinstimmende Forschungsdesign und Meßverfahren in beiden Teilprojekten ermöglichen die therapieschulübergreifende Prüfung des Behandlungskonzepts und den Transfer zu anderen Kliniken mit unterschiedlichen therapeutischen Ausrichtungen.

Ziel der Studie:
1. Evaluation der Effektivität und Effizienz der integrierten beruflichen Belastungserprobung im Rahmen eines verhaltenstherapeutischen Settings.
2. Prüfung und Präzisierung von Indikations- und prognostischen Kriterien für die erfolgreiche Teilnahme an der BE und die Rückkehr in das Erwerbsleben.
3. Entwicklung eines Behandlungsleitfadens für die BE in der medizinischen Rehabilitation.

Hauptfragestellungen:

1. Welchen Einfluß hat die Berufliche Belastungserprobung auf die Erhaltung und Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, Rückkehr ins Erwerbsleben und berufsbezogene Motivation?
2. Für welche Patienten ist BE indiziert?
3. Was sind Prädiktoren für die erfolgreiche Rückkehr ins Erwerbsleben?

Einschlusskriterien:

1. Alter 18-50 Jahre.
2. Erwerbstätigkeit, Empfänger staatlicher Unterstützungsmaßnahmen (Ausnahme: Rentenempfänger).
3. Erhebliche Probleme im Arbeitsbereich.

Es handelt sich um eine prospektive, randomisierte Studie. Im Rahmen der bei Klinikaufnahme durchgeführten umfangreichen Diagnostik erhalten alle Patienten einen in Voruntersuchungen entwickelten Screeningbogen für eine detaillierte Dokumentation der Arbeits- und Berufssituation.
Anschließend werden die Bezugstherapeuten gebeten, die Indikation Belastungserprobung zu entscheiden. Es werden insgesamt 100 Patienten, die die oben angegebenen Kriterien erfüllen, der Interventions- und 50 Patienten der Kontrollgruppe zufällig zugewiesen. Alle Patienten erhalten die verhaltenstherapeutischen Standardtherapien, die Patienten der Interventionsgruppe zusätzlich eine Belastungserprobung.
Die Teilnehmer werden zu verschiedenen Messzeitpunkten befragt (Aufnahme in die Studie, Entlassung, 3 und zwölfmonatige Katamnese).

Nach einem Vorbereitungszeitraum von 2 Monaten ist die behandlungsbegleitende Erhebung auf 18 Monate angesetzt. Weitere 16 Monate werden für Katamnese, Datenauswertung, Abschlussbericht und die Erstellung eines Leitfadens veranschlagt. Insgesamt sind für das Projekt 3 Jahre (bis 30.09.2001) vorgesehen.


Projekt C1a: Die Belastungserprobung im Rahmen eines tiefenpsychologischen Behandlungssettings

Forschungsverbund Bayern



Beginn:

01.10.1998


Abschluss:

31.12.2001


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Dissertation / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FOFVB1C1b


Informationsstand: 13.06.2018