Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Untersuchungen zur Rehabilitation von Kiefer-Gesichts-Versehrten unter besonderer Berücksichtigung psychosozialer Faktoren und der Beeinträchtigung phonetischer Funktionen

Hintergrund:

Die Defekte Kiefer-Gesichts-Versehrter führen zu gravierenden morphologischen Entstellungen, funktionellen Störungen und psychischen Belastungen mit Auswirkungen auf Lebensqualität, Kommunikations- und Arbeitsfähigkeit sowie auf die soziale und berufliche Integration der Betroffenen. Die Behandlung mit Epithesen oder Resektionsprothesen vermindert den Organ- und Funktionsverlust und stellt einen ersten Schritt zur Rehabilitation dar.

Ziele und Fragestellungen:

Das Projekt sieht daher vor, zu verschiedenen Zeitpunkten der Gesamttherapie eine Einschätzung der Belastung von Patienten mit intra- und extraoralen Defekten vorzunehmen, aus der sich u. a. Rehabilitationsbedarf, Betreuungsstrategien und Konzepte zur Krankheitsbewältigung ableiten.

Studiendesign:

In den prothetischen Polikliniken der Universität Leipzig und Dresden erfolgten die Patientenauswahl, die anamnestische Erhebung, die Ermittlung klinischer Befunde, die defektprothetische bwz. epithetische Therapie sowie deren objektive Bewertung einschließlich der Erfassung bestehender funktioneller Beeinträchtigungen. Seitens der Phoniatrie wird die sprachliche Kommunikationsfähigkeit beurteilt. Zur Psycho- und Sozialdiagnostik von Patienten unter Einbeziehung von Angehörigen werden nach einem Begegnungsgespräch schwerpunktmäßig standardisierte psychometrische Testverfahren sowie ein strukturiertes Interview eingesetzt. Die Untersuchungszeitpunkte innerhalb des Projektes waren: t1 = nach Operation, t2 = nach Eingliederung der Epithese/Resektionsprothese, t3 = nach einer 6-monatigen Tragezeit.

Ergebnisse:

In das Projekt konnten insgesamt 137 Patienten (80 Männer und 57 Frauen) einbezogen werden. Die Auswertung erster Ergebnisse zeigte, dass sich Patienten mit Oberkieferdefekten im Gegensatz zu Patienten mit Unterkiefer-/Zungenresektion schneller an die angefertigten Resektionsprothesen adaptierten. Aus psychologischer Sicht sind nicht alle Patienten rehabilitationsbedürftig, aber einige Patientengruppen sind besonders in speziellen Bereichen des Lebens (z. B. Einschränkungen in der sozialen Interaktion, Isolation, Angst, depressive Verstimmungen, Schmerz) belastet. Daher kommt der typbezogene individuellen Rehabilitation eine besondere Bedeutung in der Abgrenzung gegenüber einem allgemeinen Behandlungssatz zu.

Forschungsverbund BBS



Beginn:

01.01.1999


Abschluss:

31.10.2001


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Abstract

Investigation of the rehabilitation of maxillo-facial disoders under special consideration of psychosocial factors and impairment of phonetic functions

Patients who suffer from maxillo-facial disorders experience a variety of difficulties, including severe facial disfigurement, difficulties with chewing, difficulties with speaking, and various psychological problems resulting from these. All of these have significant consequences for patients' ability to work and function in society, to express themselves, and generally for their quality of life.

This project will track patients in the course of their treatment in order to create a comprehensive account of the various problems faced by patients with intra- and extraoral disorders. The results of this study should improve our understanding of the factors contributing to successful rehabilitation, and aid in the development of treatment strategies and programs for coping with the diseases.

Patients will be drawn from the Polyclinic for Prosthetics Therapy at the universities of Leipzig and Dresden. Each patient will have his medical history taken and will undergo a general medical exam. A course of maxillo-facial therapy will be initiated, which will include objective measurements of the patients' various maxillo-facial deficiencies. A phonetician will evaluate the patients' abilities to express themselves in spoken language. Interviews will be conducted with the patients and with their families in order to evaluate the patients' psychological state. These will be followed up with psychometric tests and formal interviews.


Referenznummer:

R/FOFVB2B1


Informationsstand: 20.08.2019