Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Belastungsbezogene Interventionen für Partner psychisch kranker Menschen - Optimierung der Kontextfaktoren in der Rehabilitation

Hintergrund:

Angehörige psychisch Kranker sind aus Sicht der Rehabilitationswissenschaften in zwei verschiedenen Rollen bedeutsam: als häufig wichtigste Bezugspersonen in der Unterstützung des Rehabilitationsprozesses eines psychisch Kranken sowie aufgrund dieser Unterstützungsfunktion als vielfach schwer belastete Personen und daher selbst potentielle Nutzer von Rehabilitationsmaßnahmen. Die bisher erhobenen Daten des Projektes zu gesundheitlichen und ökonomischen Belastungen von Angehörigen psychisch Kranker (1. Förderphase - Projekt C3) weisen auf erhebliche gesundheitliche Belastungen vor allem in Form von psychischen Störungen hin.

Ziele und Fragestellungen:

Daher ist das Ziel dieses Projektes, nutzerorientierte, belastungsbezogene Interventionsprogramme für Partner von an Depression und Schizophrenie erkrankten Menschen zu entwickeln und zu evaluieren. Die Programme sollen einerseits eine Belastungsreduktion und eine damit verbundene Verbesserung der körperlichen und psychischen Befindlichkeit der unterstützenden Partner (Prävention) bewirken. Andererseits vermag der Aufbau und die Nutzung von Kompetenzen und Ressourcen des unterstützenden Partners einen Beitrag für die Gestaltung familienbezogener Rehabilitationskonzepte zu leisten (tertiäre Rehabilitation). Der Transfer in die psychiatrische und rehabilitative Versorgungspraxis ist bereits während der Projektlaufzeit geplant.

Studiendesign:

Methodisch handelt es sich um ein randomisiertes prospektives Design mit vier Erhebungszeitpunkten und einer Stichprobengröße von jeweils N = 100 pro Erkrankungsgruppe für eine Laufzeit von drei Jahren. Zur Durchführung der Interventionsprogramme wurde ein Kontrollgruppendesign entwickelt. Die Evaluation erfolgt mit quantitativen Erhebungs- und Auswertungsmethoden zu Belastung, Belastungserleben, psychosozialen Ressourcen, Umgang mit der Erkrankung, Lebensqualität, psychischer Erkrankung, Inanspruchnahmeverhalten und Akzeptanz der Intervention sowie deren Kosten und möglicher Kostenersparnisse. Neben Instrumenten in Eigenentwicklung kommen standardisierte Fragebögen zum Einsatz.

Erwartete Ergebnisse:

Als Ergebnis werden unterschiedliche belastungsbezogene Interventionsprogramme zur Verfügung stehen, die auf den artikulierten Unterstützungsbedarf der betroffenen Partner zugeschnitten sind und deren Effizienz überprüft ist.

Der Abschlussbericht des Projekts liegt dem Reha-Forschungsverbund Berlin-Brandenburg-Sachsen vor (Abschlussbericht zum Teilprojekt B8, Förderkennzeichen: 01 GD 0107).

Forschungsverbund BBS



Beginn:

01.11.2001


Abschluss:

31.10.2004


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Abstract

Burden-related interventions for spouses of people with mental disorders - Optimizing context factors in rehabilitation

Objectives:
Family members are of importance for the rehabilitation of the mentally ill in two ways: First, they are often the most important persons who support the ill during their rehabilitation process; and second, because of the high burden resulting from their care-taking of their ill family member, they are potential users of rehabilitation.
The aim of this project is to develop and evaluate user-oriented and burden-related interventions for spouses of patients with depression and schizophrenia. On the one hand, these interventions should be targeted at reducing the spouses' burdens and improving their physical and psychological well-being (prevention). On the other, developing and using the spouses' competencies can contribute to designing family-related rehabilitation concepts (tertiary rehabilitation). It is planned to implement the program in psychiatric care and rehabilitation practice while the project is in progress.

Method:
The random sample will be comprised of two groups with the following ICD-10-diagnoses: affective disorder (F32, F33, F34.1) and schizophrenia (F20). In each group, 100 spouses will be interviewed. It is a randomized, prospective study design with 4 interviews over a period of 3 years. A control-group design was developed for conducting the study.
Effects (evaluation) are assessed using standardized quantitative instruments (physical health, quality of life, depression, anxiety, burn out, irritation, conflicts within the partnership) and self-developed instruments (life history, evaluation and acceptance of the program).

Status:
Investigation is in progress, prospective end of the study in 2004.


Referenznummer:

R/FOFVB2B8


Informationsstand: 20.08.2019