Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Gesundheitliche und ökonomische Belastungen von Angehörigen psychisch Kranker

Hintergrund:

Die Psychiatriereform hat die Rolle der Familie im System der Betreuung und der Rehabilitation psychisch kranker Patienten erheblich verändert. Mit der Verlagerung der Betreuung vom institutionellen in den familiären Bereich findet auch eine Transformation von Behandlungskosten in familiären Belastungen statt. Unklar bleibt, in welchem Ausmaß diese Kostentransformation dazu führt, dass einerseits die Funktionsfähigkeit des familiären Mikrosystems geschwächt wird, andererseits Angehörige gesundheitliche Beeinträchtigungen erleiden, die wiederum medizinische oder rehabilitative Maßnahmen erfordern.

Ziele und Fragestellungen:

Im Mittelpunkt der Studie stehen Veränderungen und Belastungen, die Angehörige durch die Erkrankung ihres Familienmitgliedes wahrnehmen: In welchem Umfang tragen Angehörige direkt (finanzielle oder pflegerische Leistungen) oder indirekt (z. B. gesundheitliche Beeinträchtigungen) die Kosten der Rehabilitation psychisch kranker Angehöriger? In welchem Umfang nehmen sie selbst medizinische oder rehabilitative Leistungen in Anspruch?

Studiendesign:

Prospektives Untersuchungsdesign mit drei Erhebungszeitpunkten im Abstand von je 6 Monaten für die ICD-10-Diagnosegruppe Affektive Störungen, Angststörungen und Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis. Je Diagnosegruppe wurden 50 Ehe- und Lebenspartner, bei schizophrenen Patienten zusätzlich 50 Eltern befragt. Zur Erfassung der subjektiv erlebten Belastungen wurde eine qualitative Interviewmethode eingesetzt, quantifizierbare Daten wurden mittels erprobter Fragebogenverfahren erhoben.

Ergebnisse:

Die Auswertung der klinischen Interviews (DIA-X M-CIDI) ergab signifikante Beeinträchtigungen der seelischen Gesundheit bei den befragten Eltern und Partnern in Lebenszeitprävalenz wie Punktprävalenz (letzte 4 Wochen). Insbesondere die Diagnose Depression sowie die Komorbiditätsrate ist im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung um mehr als das Doppelte erhöht. Die Ergebnisse unterstreichen, dass Partner psychisch kranker Menschen mit z.T. spezifischen Belastungen konfrontiert sind, die sich aus deren Lebenssituation und den damit verbundenen Rollenanforderungen ergeben.

Forschungsverbund BBS



Beginn:

01.11.1998


Abschluss:

31.10.2001


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Abstract

Burden of Caring for Menatlly Ill Family Members - Economic and Health Aspects

Objectives:
Assessment of the caregiver burden experienced by families of individuals suffering from mental illness with special reference to economic and health aspects. Intervention strategies for reducing caregiver burden will be developed.

Method:
Panel study with 3 points of measurements over a 24 month period. The study population consists of 200 families with one family member undergoing out- or inpatient treatment for one of the following ICD-10 diagnosis: affective disorder (F32, F33, F34.1), anxiety disorder (F40, F41), schizophrenia (F 20). Additionally, relatives of patients with obsessive-compulsive-disorder (F42) have been included in the sample. Effects on the relatives' health (physical, psychosomatic, psychological), quality of life, financial situation and the extent to which relatives of mentally ill persons utilise health services will be assessed using standardised instruments. A combination of qualitative (narrative interviews) and quantitative methods are used.

Status:
End of the study in 2001.


Referenznummer:

R/FOFVB2C3


Informationsstand: 20.08.2019