Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Entwicklung der Grundlagen für eine fallbezogene Vergütung der Rehabilitationsleistungen

Hintergrund:

Die Vergütung von Rehabilitationsleistungen über tagesgleiche Pflegesätze wird dem differenzierten Leistungsgeschehen in der Rehabilitation nicht gerecht. Als Grundlage für eine differenzierte Betrachtung des Casemix ist eine Definition und Klassifizierung der Leistungen erforderlich.

Ziele und Fragestellungen:

Ziel der Studie ist die Entwicklung eines Klassifikationsmodells zur Gruppierung der Rehabilitationsfälle in bedarfshomogene Rehabilitations-Behandlungsgruppen (RBG). Im Mittelpunkt steht dabei die Schaffung von mehr Transparenz und Vergleichbarkeit des Leistungsgeschehens nach außen (Benchmarking), die Förderung einer klaren Kostenzuordnung nach innen, sowie die Grundsteinlegung für eine fallbezogene Leistungsvergütung in der medizinischen Rehabilitation. Die Untersuchung konzentriert sich auf die Indikationsgebiete muskulo-skelettale und Herz-Kreislauf Erkrankungen.

Studiendesign:

Zur Gewährleistung der medizinischen Homogenität erfolgte eine Ex-Ante-Gruppierung in so genannten Basisgruppen. Innerhalb dieser Basis-RBGen wurde in einem zweiten Schritt basierend auf empirischen Daten einer randomisierten Stichprobe (Northo = NKardio = 1800) die Unterteilung in weitgehend kostenhomogene Untergruppen vollzogen, sog. Schweregrad-RBGen. Der bedarfsabhängige Ressourcenverbrauch pro Patient diente dabei als Messgröße. Als potentiell diskriminierende Variablen wurden medizinische, soziodemographische, psychosoziale und Funktionsmerkmale erfasst. Zur systematischen 'Feingruppierung' innerhalb der einzelnen Basis-RBGen wurde auf ein Entscheidungsbaumverfahren zurückgegriffen. Dieses statistische Verfahren beinhaltet eine automatische Variablenselektion und ermittelt so diejenigen Variablen, welche die Patienten im Bezug auf die abhängige Variable (Kosten) maximal unterscheidet und löst durch binäre Splits eine weitere Gruppierung aus.

Ergebnisse:

Mit der vorliegenden Studie konnte die Notwendigkeit und Praktikabilität einer differenzierten Betrachtung des Leistungsgeschehens in der orthopädischen wie auch der kardiologischen Rehabilitation nachgewiesen werden. Die Kostenunterschiede zwischen den entwickelten Basis-RBGen erwiesen sich weitgehend als signifikant. Die verbleibende Kostenstreuung innerhalb der Gruppen legte jedoch eine weitere Differenzierung im Sinne einer Schweregradunterteilung nahe. Als Schweregradindikatoren kristallisierten sich das Vorliegen vonr Co-Morbiditäten, der Grad der funktionalen Selbständigkeit, die psychosoziale Verfassung sowie das Patientenalter heraus.

Forschungsverbund Freiburg



Beginn:

01.08.1998


Abschluss:

31.07.2002


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA)
jetziger Name: Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Abstract

Modelling Rehabilitation Treatment Groups

The focus of this study was to prove the necessety of a more differentiating view of rehabilitation services and to develop a patient classification system for orthopaedic and cardiac in-patient rehabilitation. We thereby followed two grouping criteria: medical and economic homogenity. The investigation was carried out on an empirical data set of about 3000 Patients using 'Regression Tree Analysis'. It could be shown that a two step grouping-approach increases medical as well as economic transparency and gives room for a differentiating rehabilitation performance. In a first step we defined basic-RBGs (Rehabilitation Treatment Groups) by looking at admission diagnosis. These groups showed significant differences in terms of mean costs for orthopaedic as well as for cardiac patients. To further explain the remaining variance in costs we investigated on indicators of a rehabilitation severity level to build the final RBGs. As indicators four patent characteristics could be identified: Co-morbidity, psychosocial condition, age and the degree of functional independence.


Referenznummer:

R/FOFVB3C4


Informationsstand: 13.06.2018