Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Rehabilitation von Patienten mit Persönlichkeitsstörungen in der stationären verhaltenstherapeutischen Psychosomatik und Suchttherapie

Hintergrund:

Die Behandlung von Patienten mit Persönlichkeitsstörungen ist wegen der tiefverwurzelten und komplexen Problemstellungen und auf Grund von 'Ich-Syntonie' und mangelndem Problembewusstsein der Betroffenen oft durch Motivations-, Kooperations- und Compliance-Probleme gekennzeichnet, die zu kaum auflösbaren Krisen in der Zusammenarbeit, zu Therapieabbrüchen oder zu unbefriedigenden Behandlungsergebnissen führen können.

Ziel und Fragestellung:

Ziel der Studie ist die Evaluation eines innovativen, psychoedukativ- und kompetenzorientierten Gruppentherapieprogramms für Patienten mit Persönlichkeitsstörungen in der stationären, verhaltenstherapeutischen Psychosomatik (Fachklinik Bad Dürkheim) und Suchttherapie (Fachklinik Münchwies). Zentrale Hypothese der Studie ist, dass Patienten mit Persönlichkeitsstörungen, die an dem neu entwickelten Gruppentherapieprogramm teilnehmen, günstigere Rehabilitationsergebnisse erzielen als Patienten, die am etablierten stationären Behandlungsprogramm teilnehmen.

Studiendesign:

Das Gruppentherapieprogramm wird im Rahmen eines quasi-experimentellen Untersuchungsplans mit drei Messzeitpunkten (stationäre Aufnahme und Entlassung sowie 12 Monate danach), breiter Kriteriumsmessung (6 Bereiche abhängiger Variablen: Symptomatologie, subjektive Gesundheit, Persönlichkeit, psychosoziale Kompetenzen, Bewertung und Akzeptanz der Maßnahmen, Objektive Daten) und randomisierter Zuweisung zu Experimental- und Kontrollgruppen (ExG N = 119 + 115 und KoG N = 121 + 113) evaluiert.

Erste Ergebnisse:

Das Gruppenprogramm hinterlässt einen sehr guten Gesamteindruck. Die Patienten fühlen sich in der Gruppe wohl, bewerten die Informations- und Übungseinheiten als interessant, anregend und verständlich, dem Programm wird eine hohe Auswirkung hinsichtlich Problemverständnis und Verhaltensänderung zugeschrieben. Im Entlassfragebogen geben die Patienten der ExG signifikant bessere Einschätzungen zu Indikatoren des Therapieerfolg als die Patienten der KoG. Im Vergleich über die Messzeitpunkte Aufnahme zu Entlassung bestätigt sich die Wirksamkeit stationärer Verhaltenstherapie eindrucksvoll durch die hochsignifikanten Messwiederholungseffekte. Es finden sich allerdings nur vereinzelt signifikante Unterschiede zwischen ExG und KoG, die Ergebnisse der ExG sind allerdings für die Mehrzahl der Skalen tendenziell günstiger als die der KoG.

Forschungsverbund Freiburg



Beginn:

01.01.1998


Abschluss:

31.12.2001


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA)
jetziger Name: Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FOFVB3D2


Informationsstand: 13.06.2018