Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Entwicklung und Evaluation eines Therapieprogrammes zur Bewältigung von Kognitiven Funktionsstörungen und Negativsymptomatik bei schizophrenen Patienten

Hintergrund:

In einer Vielzahl neuerer Metaanalysen wird belegt, dass kognitive Funktionsstörungen und Negativsymptomatik die für die Tertiärprävention (Verhinderung von Chronifizierung) und die für die Ausweitung des Rehabilitationspotentials schizophrener Patienten entscheidenden rehabilitativen Zielvariablen darstellen. Sie sagen nicht nur soziale und berufliche Integration zu einem erheblichen Anteil voraus, sondern auch das Ansprechen auf psychosoziale Interventionen wie berufliche Rehabilitationsmaßnahmen oder Soziale Kompetenztrainings. Deshalb haben wir Interventionsprogramme zur Verbesserung des Umgangs mit trotz optimierter Pharmakotherapie persistierenden kognitiven Funktionsdefiziten und Negativsymptomatik entwickelt.

Ziele und Fragestellungen:

Ziel der Studie ist die Entwicklung und Evaluation zweier Gruppentherapieprogramme zur Bewältigung kognitiver Funktionsstörungen und Negativsymptomatik als Ergänzung stationär beruflicher Rehabilitationsmaßnahmen für schizophrene Störungen. Sie ist die 2. Studie, die die Wirksamkeit kognitiver Störungen fokussierender Interventionen als Ergänzung zu beruflicher Rehabilitation evaluiert und die erste Studie, die den Beitrag von Negativsymptomatik fokussierender Intervention in diesem Kontext vergleichend evaluiert.

Studiendesign:

Die Entwicklung und Evaluation der Therapie erfolgt im Rahmen eines prospektiven und randomisierten Kontrollgruppendesigns, in dem die Zuweisung zu den drei Untersuchungsbedingungen stratifiziert nach der Art der pharmakologischen Behandlung erfolgt (zur Kontrolle von differentiellen Medikamenteneffekten). Die Zuweisung von je 50 Patienten mit einer DSM IV-Diagnose einer schizophrenen Störung erfolgte zu 3 Untersuchungsbedingungen:
Kognitives Strategietraining + berufliche Standardrehabilitation, Selbstmanagement-Training zum verbesserten Umgang mit residualer Negativsymptomatik + berufliche Standardrehabilitation und berufliche Standardrehabilitation allein (20 Stunden Arbeits- bzw. Berufstherapie in versch. Bereichen mit regelmäßigem Feedback hinsichtlich der Verbesserung der Arbeitsfähigkeit). Alle Interventionen wurden über einen Zeitraum von 8 Wochen durchgeführt, die zusätzlichen Gruppentherapien zeitneutral vom Gesamttherapieplan mit je 2 x 90 Min./Woche. Die FU-Untersuchung erfolgte 12 Monate nach Ende der Intervention. Die Treatmenteffekte wurden interventionsspezifisch und auf mehreren Ebenen evaluiert: Kognitive Funktionsverbesserungen (d2, RAVLT, Tower of Hanoi), Negativsymptomreduktion (PANSS, FEDA; SHAPS) und 'successful job placement im FU (Verbesserung der Rate der Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt).

Ergebnisse
Signifikante Verbesserungen im Bereich kognitiver Funktionsstörungen, Negativsymptomatik nur subjektiv ( möglicher floor effect), höhere Rate an sucessful job placement im FU (Odds Ratio für kognitives Training 2.3, für Negativsymptomtraining 1.78 je im Vergleich zur KG).

Forschungsverbund Freiburg



Beginn:

01.05.1998


Abschluss:

30.04.2001


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FOFVB3D3


Informationsstand: 13.06.2018