Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Effektivität und Effizienz einer leitlinienorientierten Behandlung von Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen und komorbiden psychischen Störungen

Diskussionsgegenstand:

Die Prognose (Morbidität bzw. Mortalität) für Patienten nach einem kardialen Ereignis ist bei Vorliegen eines depressiven Syndroms verschlechtert. In der kardiologischen Rehabilitation weisen ca. 15 % der Patienten eine depressive Störung auf, bei denen spezifischer Behandlungsbedarf besteht. Für Kurzinterventionen zur Behandlung psychischer Störungen in der Rehabilitation liegen bisher keine evaluierten Behandlungsprogramme vor.

Ziele und Fragestellungen:

Es wird geprüft, ob durch eine spezifische Intervention eine symptomatische Verbesserung erreicht werden kann und welche ambulanten psychosozialen bzw. psychotherapeutischen Angebote von Patienten nach der Rehabilitation in Anspruch genommen werden. Ziel der Studie ist die Entwicklung und Evaluation eines Therapiemanuals zur Behandlung depressiver Störungen in der Rehabilitation.

Studiendesign:

In mehreren kardiologischen Rehabilitationseinrichtungen wird in einem Screening die psychische Belastung der Patienten bei Aufnahme erfasst. Mit den Patienten, die eine erhöhte psychische Belastung angeben, wird ein diagnostisches Interview und die Basisuntersuchung durchgeführt. Liegt eine unipolar affektive Störung oder eine depressive Anpassungsstörung vor, erfolgt eine randomisierte Zuweisung der Patienten zu Interventions- und Kontrollgruppe. Die Kontrollgruppe erhält die Standardbehandlung der jeweiligen Einrichtung, während Patienten der Interventionsgruppe eine spezifische psychotherapeutische Behandlung zusätzlich zur Standardbehandlung angeboten wird. Diese spezifische Behandlung beinhaltet verschiedene Module wie Patientenedukation, Motivierung und Aktivierung des Patienten, kognitive Umstrukturierung sowie eine Empfehlung für die ambulante Weiterbehandlung. Die Behandlung stützt sich dabei auf die Ressourcen des Patienten, die im gesamten Verlauf beachtet und aktiviert werden. Kriterien zur Bewertung der Wirksamkeit der spezifischen Intervention bestehen in klinischen Parametern (Depressivität, Lebensqualität, Risikofaktoren etc.) und ökonomischen Parametern (Zahl der Arztbesuche, Inanspruchnahme einer Psychotherapie nach der Rehabilitation etc.) Diese Kriterien werden für Patienten der Interventionsgruppe und der Kontrollgruppe erfasst. Datenerhebung finden bei Aufnahme in die Rehabilitation und bei Entlassung aus der Rehabilitation sowie zwei, vier und sechs Monate nach Entlassung statt.

Ergebnisse (Stand April 2003):
Erste Ergebnisse zeigen eine Beteiligung von 27% (N=434) aller neu aufgenommenen Patienten (N=1620) an der Befragung zur psychischen Belastung. 117 (27%) der teilnehmenden Patienten gaben eine erhöhte psychische Belastung an und 21 Patienten wurden in Interventionsgruppe und Kontrollgruppe randomisiert.

Von Rehabilitationsbeginn bis -ende kam es in der Interventionsgruppe (N=10) im Vergleich zur Kontrollgruppe (N=11) zu einer signifikanten Reduktion in der depressiven Symptomatik gemessen mit dem BDI (Beck-Depressions- Inventar, Beck, 1995; F [21; 1] = 11.32; p = .003; Barth et al., 2003). Zusammengefasst weisen die ersten Ergebnisse zwar auf Schwierigkeiten hin, ein Screening zur psychischen Belastung in den Klinikablauf stationärer kardiologischer Rehabilitation zu implementieren. Jedoch zeigen sich ermutigende Effekte für die Wirksamkeit der spezifischen psychotherapeutischen Intervention. Ergebnisse für eine Stichprobe und den Längsschnitt sind März 2005 zu erwarten.



Beginn:

01.04.2002


Abschluss:

31.03.2005


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund
Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg
früher: Landesversicherungsanstalt (LVA) Baden-Württemberg



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FOFVB3D5


Informationsstand: 07.03.2019