Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Gesundheitsökonomische Evaluation in der Rehabilitation Kosten-Wirksamkeits- und Kosten-Nutzen-Analysen

Die verstärkte Orientierung an ökonomischen Zielen in der Gesundheitspolitik hat in den letzten Jahren zu einer erheblichen Zunahme gesundheitsökonomischer Evaluationsstudien geführt. Die ökonomische Evaluation soll die Rationalität gesundheitspolitischer Entscheidungen durch fundierte Informationen zu Kosten, Nutzen und Effizienz von Maßnahmen steigern.

Aufbauend auf den ersten Förderabschnitt verfolgt das gesundheitsökonomische Querprojekt Q3 vier Ziele:
(1) Die Zentralisierung der gesundheitsökonomischen Kompetenz,
(2) Sicherstellung eines einheitlichen Konzeptes für die gesundheitsökonomische Evaluation,
(3) die Kosten- und Effizienzanalyse bei drei Einzelprojekten des RFNB sowie
(4) Ableitung projektübergreifender Ergebnisse.

Mit dem Querprojekt wird allen Einzelprojekten des Forschungsverbundes der Zugang zu gesundheitsökonomischer Kompetenz eröffnet. Durch die Zentralisierung der rehaökonomischen Kompetenz wird die Umsetzung eines einheitlichen Konzeptes erreicht mit einheitlichen - an den Empfehlungen der AG Reha-Ökonomie orientierten - Definitionen von Kosten und Nutzen und Einsatz - soweit möglich - einheitlicher Erhebungsinstrumente.

Zentrale Aufgabenstellung des Querprojektes Q3 in der 2. Förderphase ist die gesundheitsökonomische Analyse bei den drei Einzelprojekten B1, B2 und B4.

Bei der Kostenanalyse der Einzelprojekte werden vier Bausteine berücksichtigt:
(1) die Kosten der Interventionsalternativen,
(2) die eingesparten/zusätzlichen direkten medizinischen Folgekosten (wie Arztleistungen, Medikamente und stationäre Aufenthalte),
(3) die eingesparten/zusätzlichen nicht-medizinischen Kosten (wie Zeitaufwand der Patienten für Behandlung und krankheitsbedingte Eigenaktivitäten) und
(4) die eingesparten/zusätzlichen indirekten Kosten durch krankheitsbedingten Arbeitsausfall.
Die Analyse der Interventionskosten stellt auf den tatsächlichen Ressourcenkonsum (Personal, Material, Overhead und Kapital) bei der Behandlung eines Patienten ab.
Die erforderlichen Daten werden durch Befragung, Protokolle der Behandelnden (und eventuell der Patienten), Auswertung von Patientenakten und Controllingdaten gewonnen. Die Erhebung der Leistungsinanspruchnahme im Nachbeobachtungszeitraum erfolgt durch schriftliche Befragung, telefonische und persönliche Interviews mit den Patienten sowie Einholen von Leistungsdaten der Krankenkassen. Durch Berücksichtigung der (projektübergreifenden und teilweise projektindividuellen) Bewertungsansätze lassen sich aus den Erhebungsparametern die Programm- und Folgekosten ableiten.
Die rehaökonomische Evaluation bei den Einzelprojekten mündet in Kosten-Effektivitäts-Analysen (durch Gegenüberstellung von Kosten und ökonomisch relevanten Effektparametern), Kosten-Nutzwert-Analysen (durch Gegenüberstellung von Kosten und QALYs) sowie Kostenschätzfunktionen, mit denen die differentielle Wirkung von Prädiktoren abgebildet werden kann. Die Evaluation in den Einzelprojekten wird aus gesellschaftlicher Perspektive sowie aus Rentenversicherungs- und Krankenkassenperspektive durchgeführt. Es wird möglich, die Kosten-Effektivitäts- und Kosten-Nutzwert-Relationen der untersuchten Rehaprogramme einzuschätzen und damit mehrere unterschiedliche Rehatechnologien miteinander zu vergleichen.

Forschungsverbund Niedersachsen/Bremen



Beginn:

01.01.1998


Abschluss:

31.12.2001


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FOFVB4Q3


Informationsstand: 31.01.2020