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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Evaluation eines Schulungsprogramms für Patienten mit Spondylitis Ankylosans

Hintergrund:

Patienten mit Spondylitis ankylosans leiden unter chronischen Schmerzen und zunehmenden Funktionseinschränkungen. Eine aktive Zusammenarbeit im Behandlungskonzept ist langfristig notwendig, dies setzt einen informierten Patienten voraus. Um dies zu erreichen, wurde für diese Patientengruppe von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie ein Schulungsprogramm entwickelt.

Ziel und Fragestellung:

Ziel der Studie war, die Akzeptanz sowie die Wirksamkeit dieses Schulungsprogramms im Rahmen der medizinischen Rehabilitation zu prüfen. Dabei wurden sowohl Primäreffekte der Schulung (z. B. im Bereich Krankheits- und Behandlungswissen, Selbstwirksamkeit) als auch Sekundäreffekte (z. B. Veränderung der Funktionsfähigkeit, Lebensqualität, Kosten) untersucht.

Studiendesign:

In einem randomisierten, prospektiven Kontrollgruppendesign in drei Kliniken erhielten 156 Patienten eine komplexen Rehabilitation (KG) und 167 Patienten zusätzlich das dort integrierte Schulungsprogramm (IG). Die Befragung wurde zu 4 Messzeitpunkten vorgenommen: Reha-Beginn (t0), Reha-Ende (t1), 6 (t2) und 12 Monate (t3) nach Reha-Ende. Die Befragung zu t2 und t3 wurde postalisch mit Selbsteinschätzungsinstrumenten durchgeführt (Rücklauf 80 %).

Ergebnisse:

Die Schulung wurde von den Teilnehmern als sehr verständlich, hilfreich und empfehlenswert beurteilt. Direkt am Ende der Rehabilitation zeigten sich zugunsten der Schulungsgruppe signifikante Kurzzeiteffekte: Das krankheitsbezogene Wissen ist in der IG höher, die Krankheitsaktivität/ Schmerzbelastung in der IG signifikant niedriger. Langfristig sind folgende signifikante Effekte für die Interventionsgruppe zu verzeichnen: 1 Jahr nach Reha-Ende sind das Krankheitswissen sowie die Selbstwirksamkeit in der IG auf einem signifikant höherem Niveau als in der KG. Während sich in der KG die Funktionskapazität von t0 nach t3 verschlechtert hat, konnten im Gegensatz dazu die Teilnehmer der IG die Funktionskapazität auf Ausgangsniveau erhalten. Aus dem Bereich der gesundheitsökonomischen Merkmale lässt sich für die IG ein Trend für die Verringerung der Arbeitsunfähigkeitstage feststellen. Ein Trend zeigt sich ebenso für die Zahl der Rentenantragstellungen: Während in der IG im Katamnesezeitraum 8,3 % einen Rentenantrag stellten bzw. es beabsichtigen, sind dies in der KG 16,7 %. Hinsichtlich des Freizeitverhaltens zeigte sich, dass geschulte Patienten häufiger soziale Kontakte wahrnehmen. Für die Lebensqualität finden sich im Verlauf über die Zeit keine Gruppenunterschiede. Zum Zeitpunkt t2 beurteilten die Patienten der Schulungsgruppe die gesamte Rehabilitation als signifikant hilfreicher sowie den Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten häufiger hilfreich und seltener belastend als die ungeschulten Patienten.

Forschungsverbund Niedersachsen/Bremen



Beginn:

15.07.1998


Abschluss:

15.07.2001


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FOFVB4a1


Informationsstand: 09.04.2020