Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Projekten blättern

Angaben zum Forschungsprojekt

Norddeutscher Forschungsverbund für Rehabilitationsforschung - NVRF; Optimierung der Rehabilitation - Bedarfsermittlung und Effektivitätssicherung

Leitthema:

Unter dem Leitthema Optimierung der Rehabilitation war der NVRF 1998 mit dem Ziel angetreten, Stärken und Schwächen des bisherigen Systems der medizinischen Rehabilitation zu analysieren und Vorschläge zu seiner Weiterentwicklung und Optimierung zu machen.

Er bearbeitete in der ersten Förderphase mit insgesamt acht Forschungsprojekten die zwei Themenfelder:
- Ermittlung von Rehabilitationsbedarf und -bedürfnissen in Populationen von Versicherten und Patienten,
- Untersuchung und Sicherung der Effektivität herkömmlicher und neuartiger rehabilitativer Interventionen.

In seiner zweiten Förderphase ab 2001 behält der NVRF diese zwei Schwerpunkte bei und ergänzt sie um einen dritten, die:
- Organisationsentwicklung.

Projekte:

Den drei Themen des NVRF werden verschiedene Projektbereiche und Teilprojekte zugeordnet:
1. Die zwei zentralen Querschnittsprojekte Z1 (wissenschaftliches Sekretariat) und Z2 (Methodenberatung) widmen sich in Abstimmung mit Vorstand und Sprechern der administrativen und wissenschaftlichen Koordination des Gesamtverbundes, der Nachwuchsförderung, der internen Qualitätssicherung und der methodischen / statistischen sowie inhaltlichen Beratung. Darüber hinaus werden in den Z-Projekten eigene inhaltliche Fragestellungen bearbeitet.

2. Die Projekte zur Ermittlung von Rehabilitationsbedarf und -bedürfnissen in Populationen von Versicherten und Patienten (A-Projekte) beschäftigen sich mit Fragen des rehabilitativen Bedarfs, seiner Ermittlung und Deckung. Die Projekte dieses Bereichs verfolgen eine einheitliche Definition von Rehabilitationsbedarf.

3. Die Projekte zur Untersuchung und Sicherung der Effektivität herkömmlicher und neuartiger rehabilitativer Interventionen (B-Projekte) widmen sich der Beschreibung und Analyse der Wirksamkeit rehabilitativer Leistungen und ihrer Vorhersage. Sie sollen dazu beitragen, die Effektivität der Rehabilitation zu sichern und damit der Definition von Rehabedarf zuzuarbeiten.

4. Die Projekte zur Untersuchung der Organisationsentwicklung (C-Projekte) beschäftigen sich mit Möglichkeiten strukturell neuer Verfahren sowie ihre Praktikabilität und Effizienz, auch in Hinblick auf die Überwindung traditioneller Schnittstellen bzw. Barrieren zwischen aneinander angrenzenden Versorgungsbereichen.

5. In der zweiten Förderphase setzt sich der NVRF neben den zwei Zentralprojekten aus insgesamt neun Projekten zusammen. Zwei Projekte bearbeiten den A-Bereich, 4 Vorhaben sind dem B-Bereich zuzuordnen und 3 Projekte widmen sich der Organisationsentwicklung.

Strukturen:

Der Verbund setzt sich zusammen aus dem Vorstand, der Kontrollkommission, der Mitgliederversammlung und dem Beirat. Der Vorstand besteht aus zwei Vertretern der RV-Träger, zwei Vertretern der koordinierenden Universitätseinrichtungen sowie zwei aus dem Kreis der Projektleiter und der Leiter assoziierter Projekte gewählten Vertretern. Der Vorstand wird vom Vorstandssprecher geleitet. Je ein Stellvertreter des Sprechers entstammt aus den drei Bereichen: RV-Träger, koordinierende Universitätsinstitute und Projektleiter. Dem Sprecher ist das wissenschaftliche Sekretariat zugeordnet. Die Kontrollkommission setzt sich aus jeweils zwei Vertretern der Universität, der RV-Träger und der Klinik und einem kooptierten Mitglied zusammen. Sie hat die Aufgabe, Projektanträge zu beurteilen und eine Vorauswahl der Vorhaben für den Verbund in der ersten und zweiten Förderphase zu treffen. Ferner prüft sie die zu assoziierenden Projekte des NVRF. Die Mitgliederversammlung besteht aus den Mitgliedern des Verbundes. Sie entscheiden über die Grundsatzfragen des Verbundes. Der Verbundbeirat berät den Verbund und seine Projekte. Er unterstützt den Verbund bei der praktischen Umsetzung von Forschungsergebnissen. Die dem Verbund assoziierten Projekte und Einrichtungen sind mit zwei stimmberechtigten Personen in der Mitgliederversammlung vertreten.

Regionale Strukturen und Kooperationen:

Dem NVRF ist es in der ersten Förderphase gelungen, ein stabiles Netz an assoziierten Einrichtungen und assoziierten Projekten aufzubauen. Dem NVRF gehören zu Beginn der zweiten Förderphase flächendeckend 25 assoziierte Einrichtungen und 16 assoziierte Projekte an. Es besteht kein Zweifel daran, dass diese regionalen Strukturen in der zweiten Förderphase bestehen bleiben. Stärkung erhält diese Struktur auch durch den seit 1994 bestehenden Rehabilitationswissenschaftlichen Arbeitskreis Schleswig-Holstein.

Strukturelle Verfestigung des Verbundes in Schleswig-Holstein:

Die Verfestigung wissenschaftlicher Infrastruktur für die Zeit nach der bundesweiten BMBF/VDR-Förderung soll auf den Ebenen der Rehabilitationseinrichtungen, der Rehabilitationsträger und der Universitäten erfolgen. Am Institut für Medizinische Psychologie am UKE wurde zum 01.01.2000 eine Forschungsstelle Rehabilitation eingerichtet. Sie wird von der LVA Hamburg finanziert, ist mit der Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters ausgestattet. Durch den regelmäßig erscheinenden Service-
Brief verfestigen sich rehabilitationswissenschaftliche Themen und die Bedeutung der Rehabilitation im Bewusstsein verschiedener Akteure und lässt damit eine intensivierte Kooperation erwarten. Am Institut für Sozialmedizin wurde durch das UKL eine halbe Wissenschaftlerstelle für 12 Monate zur Ausarbeitung eines DFG-Antrages für ein Graduiertenkolleg Rehabilitationswissenschaft eingerichtet. Beide Universitäten haben sich, sollte das Graduiertenkolleg bewilligt werden, hinsichtlich der Ausarbeitung spezifischer bzw. gemeinsamer Schwerpunkte verständigt. Selbst-verständlich wird das Programm Interessierten aller anderen Verbünde offen stehen. Im Fall der Bewilligung stellt das Graduiertenkolleg mittel- und längerfristig eine erhebliche Verstärkung der Institutionalisierung der universitären Rehaforschung dar. Die LVA Schleswig-Holstein hat zugesichert, die beiden Stellen des wissenschaftlichen Sekretariats des regionalen Forschungsfördervereins vffr von bisher jeweils einer halben Stelle nach Ende des Förderschwerpunkts wieder in vollem Umfang zu finanzieren. Auf der Ebene der regionalen RV / Rehaträger ist es bereits zu einer Bildung dauerhafter wissenschaftlich orientierter Strukturen gekommen. Die LVA Schleswig-Holstein hat im Bereich ihrer Gesundheitsabteilung, die LVA Hamburg im Bereich ihres Ärztlichen Dezernats je eine ganze Stelle für eine/n wissenschaftlich orientierte/n Mitarbeiter/in geschaffen. Diese Mitarbeiter waren von Anfang an in die Arbeit und Entscheidungen des NVRF eingebunden. Sie sind Mitglieder der Kontrollkommission. Ferner trägt die LVA Schleswig-Holstein zur Herausbildung einer nachhaltigen Forschungsinfrastruktur bei, indem sie ihren eigenen Kliniken ab 2001 jährlich bis EUR 250.000 für erfolgversprechende Forschungsprojekte zur Verfügung stellt.

Verbundübergreifende Arbeitsgruppen:

Der NVRF hat sich in der ersten Förderphase mit mehreren Projektvertretern in verschiedenen verbundübergreifenden Arbeitsgruppen engagiert:
- Reha-Ökonomie
- Generische Methoden
- Routinedaten
- ambulante / teilstationäre Rehabilitation
- Muskuloskelettale Schmerzen
- Reha-Motivation

Auch in der zweiten Förderphase wird sich der NVRF bei den bestehenden verbundübergreifenden Arbeitsgruppen beteiligen, er wird sich aber auch bei der Gründung neuer Arbeitsgruppen, zum Beispiel 'Reha-Bedarf' engagieren.

Übersicht über die Projekte:

Zentralprojekte
Projekt Z1 (1. und 2. Förderphase)
Wissenschaftliches Sekretariat des NVRF

Projekt Z2 (1. Förderphase)
Outcome-Evaluation in der Rehabilitation

Projekt Z21 (2. Förderphase)
Analysen zur Tauglichkeit des SF-36 bzw. SF-12 als Outcome-Messinstrument in der Rehabilitation

Projekt Z22 (2. Förderphase)
Methodische Aspekte der nutzentheoretischen Lebensqualitätsmessung

Projekte der 1. Förderphase

Projekt A1
Der Beitrag des Rehabilitationsrechts in der Frage der Feststellung und der Deckung des Bedarfs an Leistungen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation durch die Rentenversicherung

Projekt A2
Der Nutzen von Maßnahmen zur medizinischen Rehabilitation aus hausärztlicher Sicht

Projekt A3
Rehabilitationsbedarf und Effectiveness von rehabilitativen Leistungen in einer Kohorte von LVA-Versicherten mit Typ-2-Diabetes Mellitus

Projekt A4
Gesundheitszustand, Rehabilitationsbedarf, Rehabilitationsbedürfnisse und rehabilitative Leistungen in einer Kohorte von LVA-Versicherten

Projekt A5
Behandlungsabbrüche in der stationären psychosomatischen Rehabilitation

Projekt B1
Vergleich der Verläufe nach erstem Herzinfarkt bzw. erster ACVB-Op oder PTCA bei Frauen und Männern

Projekte der 2. Förderphase

Projekt A1
Die Abschätzung von Rehabedarf bei aktiven Mitgliedern der Gesetzlichen Rentenversicherung: der Lübecker Algorithmus und seine Validierung

Projekt A2
Case Management in der Rehabilitation

Projekt B1
Krebsrehabilitation und Partnerschaft - Die Rolle und der Einfluss des Partners bei der Inanspruchnahme und im Verlauf der stationären onkologischen Rehabilitation

Projekt B2
Effectiveness einer multifaktoriellen rehabilitativen Intervention in einer Kohorte von LVA-Versicherten mit Diabetes Mellitus und Metabolischem Syndrom

Projekt B3
Evaluation eines häuslichen, körperlichen Trainingsprogrammes bei Patienten mit interstitiellen Lungenerkrankungen bezüglich physiologischer, lebensqualitätsbezogener und sozio-ökonomischer Parameter

Projekt B4
Optimierung des Rehabilitationserfolges bandscheibenoperierter Patienten durch ein ergänzendes kognitiv-verhaltenstherapeutisches Behandlungsprogramm

Projekt C1
Entwicklung und Evaluation eines telefonischen Nachsorgeprogramms in der kardiologischen Rehabilitation: Eine Studie zum 'disease management' durch spezialisiertes Pflegepersonal

Projekt C2
Fallgruppen in der stationären Psychosomatik

Projekt C3
Rehabilitativ begleitete stufenweise Wiedereingliederung bei Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen - Wirksamkeit und Kosten eines innovativen Modells



Beginn:

01.01.1998


Abschluss:

31.12.2004


Art:

Forschungsverbund / Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FOFVB5


Informationsstand: 14.06.2018