Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Fallgruppen in der stationären Psychosomatik

Hintergrund:

Aufgrund der gesetzlich festgelegten Einführung eines auf Fallgruppen basierenden Vergütungssystems für den Bereich der somatischen Akutversorgung ab 2003 und dem Fehlen entsprechender Systeme für den Bereich der Psychosomatik dient das Projekt der Entwicklung eines Fallgruppenkonzepts für diesen Indikationsbereich. In der Literatur werden sehr vielfältige Funktionen und Aufgaben von Fallgruppen beschrieben: Unter anderem können sie entscheidend zu mehr Transparenz und Systematik bezüglich der notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen beitragen und sind geeignet, die Voraussetzungen für eine leistungsgerechtere Bezahlung zu verbessern, u. a. indem sie Grundlagen für Fallpauschalen bereitstellen. Sie können darüber hinaus für das interne Ressourcenmanagement in klinischen Einrichtungen eingesetzt werden. Kritisch diskutiert werden hingegen Aspekte der Sicherstellung des Behandlungserfolges und es wird auf die Notwendigkeit begleitender, adaptierter qualitätssichernder Maßnahmen hingewiesen.

Ziele und Fragestellungen:

Ziel des Projekts ist die Bereitstellung eines in unterschiedlichen Kliniken der stationären Psychosomatik einsatzfähigen Patientenklassifikationssystems zur Bildung von Fallgruppen, die vergleichbaren Behandlungsbedarf aufweisen und in denen Patienten mit homogenen klinischen Krankheitsbildern und Ressourcenverbrauch zusammengefasst werden. Das Klassifikationssystem soll einerseits einen Katalog von Fallgruppen sowie die zu deren Bestimmung notwendigen Erhebungsverfahren beinhalten. Die hierfür grundlegende Frage ist, ob es einen Zusammenhang zwischen Patienteneigenschaften und dem Behandlungsbedarf gibt. Darauf aufbauend soll untersucht werden, ob in diesen Gruppen Patienten mit klinisch homogenen Krankheitsbildern zusammengefasst werden und ob diese Patientengruppen homogenen Ressourcenverbrauch aufweisen.

Studiendesign:

Für die Entwicklung des Klassifikationssystems sollen sowohl empirisch mittels statistischer Sekundäranalysen vorliegender Datensätze (N=6800) als auch konsensbasiert mittels geleiteter Expertenbefragungen (N=25) qualitative und quantitative Kriterien ermittelt und operationalisiert werden. Anhand dieser Kriterien soll dann als Arbeitshypothese ein mehrdimensionales Klassifikationssystem entwickelt werden, welches im weiteren Verlauf des Projekts hinsichtlich Reliabilität und Praktikabilität sowie Validität und Utilität sowohl empirisch als auch mit Hilfe von Experten überprüft bzw. bewertet werden soll.

Forschungsverbund Norddeutschland



Beginn:

01.01.2002


Abschluss:

31.12.2004


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Abstract

Development of psychosomatic inpatient case groups with regard to rehabilitation care

The aim of this project is to develop a case group concept for psychosomatic rehabilitation patients. In stages, the project will devise a classification procedure for the generation of case groups.

This procedure will be examined with regard to its test criteria. Qualitative and quantitative criteria will be determined and operationalised both empirically, throuhg the secondary statistical analysis of existing databases, and by establishing a consensus, through consultation with expert health professionals.
Using these criteria, the project aims to develop a multi-dimensional classification system in the form of a working hypothesis.
The hypothesis will be monitored and assessed throughout the project for reliability, practicability, validity and utility.

Empirical monitoring and assessment, based on a sample survey of between 300 and 1,200 patients, will be supported by consultation with experts.
Appropiate documentation procedures will be devised according to classification criteria (for example diagnosis, severity of symptoms and treatment goals) and will include detailed study of the specific use of resources.


Referenznummer:

R/FOFVB5C2


Informationsstand: 15.06.2018