Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Krankheitsverarbeitung und Prädiktoren für Inanspruchnahme und Wirksamkeit von zielorientierten Rehabilitationsmaßnahmen bei kardiologischen Patienten

Hinweis: Die Informationen zu diesem Projekt sind archiviert und werden nicht mehr aktualisiert.

Hintergrund:

Es gibt in der Literatur empirische Hinweise darauf, dass sich bestimmte Formen der Krankheitsverarbeitung (z. B. 'Kampfgeist') positiv, andere (z. B. 'depressive Verarbeitung') dagegen negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken können. Nur wenige Studien haben allerdings den Zusammenhang zwischen Krankheitsverarbeitung und dem Erfolg der kardiologischen Rehabilitation differenziert untersucht.

Ziele und Fragestellungen:

Die Ziele der Studie sind, Verarbeitungsprozesse bei kardiologischen Erkrankungen im Verlauf zu untersuchen, relevante Prädiktoren für den Erfolg der kardiologischen Rehabilitation zu ermitteln sowie Empfehlungen für eine rehabilitationsbezogene und -optimierte Coping-Eingangsdiagnostik zu geben.

Studiendesign:

Das Gesamtprojekt setzt sich zusammen aus einer Querschnittstudie zur Messmethodik und Validierung zentraler Inhaltsbereiche für den längsschnittlichen Einsatz (n = 369 kardiologische Rehabilitanden) sowie zwei Längsschnittstudien mit drei (n = 121) bzw. vier Messzeitpunkten (Einschluss der Akutbehandlung, z.Z. n = 50) zur Untersuchung zentraler Prädiktoren.

Messzeitpunkte:

T1 = Ende Akutklinik-Aufenthalt;
T2 = Reha-Beginn;
T3 = Reha-Ende;
T4 = 6 Monate nach Reha-Ende.

Untersuchte Prädiktoren sind Krankheitsverarbeitung in Selbst- und Fremdeinschätzung, Selbstwirksamkeitserwartung, Hostilität/ Zynismus, soziale Unterstützung, medizinische und soziodemographische Daten. Als Outcome-Kriterien wurden Lebens- und Behandlungszufriedenheit, Angst, Depression, Somatisierung, Schlaf- und Vigilanzstörung, Reha-Status sowie Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit erfasst.

Ergebnisse:

Im Rahmen der Querschnittuntersuchung an 369 kardiologischen Rehabilitanden wurde ein Instrumentarium für den längsschnittlichen Einsatz zur Erfassung zentraler Aspekte von Coping, subjektiven Theorien und Hostilität/Zynismus nach Skalenqualität, Redundanz, Testökonomie und konkurrenter Validität entwickelt. In der Längsschnitt-Untersuchung zeigt sich, dass besonders Patienten, die zu Beginn der Rehabilitation eine depressive Verarbeitung und eine geringe soziale Unterstützung angaben, am Reha-Ende ängstlicher, depressiver und unzufriedener mit ihrem Leben sind. Dieses Ergebnis ist weitgehend unabhängig von den medizinischen Basisdaten und weist vor allem auch angesichts des stark erhöhten Reinfarkt-Risikos depressiver Patienten auf die Notwendigkeit einer stärkeren Fokussierung der Reha-Maßnahmen auf Diagnostik und Therapie von Patienten mit depressiver Verarbeitung hin.

Forschungsverbund NRW



Beginn:

01.01.1999


Abschluss:

31.12.2001


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FOFVB6PW4


Informationsstand: 13.06.2018