Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Screening auf Rehabilitationsbedarf - Effektiv und Ökonomisch?

Hintergrund:

Leistungen zur medizinischen Rehabilitation kommen gemäß den gesetzlichen Vorgaben zum Einsatz, wenn die Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet oder gemindert ist. Wann und ob überhaupt diese Leistungen beantragt werden, hängt von vielen Einflussfaktoren ab. Es gibt keine Daten zum optimalen Rehabilitationszeitpunkt bei Krankheiten mit chronischem Verlauf. Über- wie auch Unterbeanspruchung lassen sich nur schwer schätzen, ein erhebliches Forschungsdefizit in diesem Bereich wird beklagt. Chronische Erkrankungen führen typischerweise über funktionelle Einschränkungen - Leistungsabfall - Probleme am Arbeitsplatz - Somatisierung - Erhöhung der Arbeitsunfähigkeitszeiten und Erwerbseinschränkungen zur Erwerbsunfähigkeit. Sofern durch eine frühzeitige Rehabilitation dieser Ablauf unterbrochen oder erheblich verzögert werden kann, ist mit einer Reduzierung der direkten (KV-Leistungen, RV-Leistungen) und indirekten Kosten (AU-Zeiten, Leistungsfähigkeit) zu rechnen.

Ziele und Fragestellungen:

In dem Forschungsprojekt soll geprüft werden, ob durch eine frühzeitige Erkennung von Rehabilitationsbedarf die Lebensqualität und Erwerbsfähigkeit nachhaltig gebessert werden kann und damit direkte und indirekte Krankheitskosten vermieden bzw. gesenkt werden können. In der Analyse werden direkte und indirekte Kosten von Versicherten und Leistungserbringern sowie volkswirtschaftliche Kosten dem individuellen (biopsychosozialen), institutionellen und volkswirtschaftlichen Nutzen (outcome) gegenübergestellt.

Studiendesign:

Das Projekt gliedert sich in zwei Teilprojekte. Die erste Teilstudie ist eine Querschnittsstudie (Totalerhebung an Begutachtungen beim Ärztlichen Dienst der LVA Rheinprovinz über einen Monat) zur Validierung der Prädiktorinstrumente für Rehabilitationsbedarf. Die zweite Teilstudie ist als kontrollierte Längsschnittstudie (Auswahl typischer Fälle mit anschließender Randomisierung) konzipiert, in der alle Versicherten aus der Schnittmenge LVA - Rheinprovinz und der kooperierenden Krankenkassen hinsichtlich überdurchschnittlicher Arbeitsunfähigkeitszeiten und chronischen rehabilitierbaren Erkrankungen (ICD) überprüft werden. Nach Zufallsauswahl werden diese Versicherten mit dem Prädiktor - Instrument befragt. Anschließend werden die rehabiltationsbedürftigen Versicherten in Interventions- und Kontrollgruppe randomisiert. Über einen Zeitraum von vier Jahren werden Lebensqualität, AU-Zeiten, ambulante Kosten (Kooperation: Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein) u.w. analysiert.

Forschungsverbund NRW



Beginn:

01.11.2001


Abschluss:

30.04.2005


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FOFVB6PWII/6


Informationsstand: 15.06.2018