Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Prävention und Therapie traumaassoziierter psychischer Störungen von Unfallopfern in der Rehabilitation

Hintergrund:

Obwohl ca. 10-25 % der Unfallverletzten langfristig an schwerwiegenden psychischen Folgen leiden, ist wenig über den Zusammenhang von vorbestehender Persönlichkeit, Coping-Strategien und Ressourcen im Hinblick auf den Rehabilitationsprozess nach Unfällen bekannt. Bei der kritischen Betrachtung bislang vorliegender Studien fallen v. a. die geringe Stichprobengröße, der retrospektive Untersuchungsansatz, das spezifische Klientel (z. B. nur Verbrennungsopfer) und die Vernachlässigung von Art und Schwere der Verletzungen sowie des Unfalls auf. Trotz der hohen klinischen und volkswirtschaftlichen Bedeutung dieses Krankheitsbildes sind die psychosozialen Folgen von Unfällen erstaunlich wenig erforscht.

Ziele und Fragestellungen:

Neben dem Auftreten und der Art von psychischen Störungen ist der Zusammenhang von objektiven somatischen und sozialen Parametern (z. B. Unfall- und Verletzungsschwere, Intensivbehandlungsdauer) und subjektiven psychosozialen Variablen zu evaluieren. Ziel ist die Entwicklung eines Prädiktorenmodells für die Dauer der akuten bzw. rehabilitativen stationären Behandlung, der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit sowie des weiteren Rehabilitationsverlaufes insgesamt. Hierdurch werden sogenannte Risikopatienten identifizierbar, für die ein Programm spezifischer psychosozialer Frühinterventionen zu entwickeln ist.

Studiendesign:

In einem prospektiven und parallelisierten Studiendesign werden in Kooperation mit der Klinik für Unfall- und Handchirurgie und der Klinik für Technische Orthopädie des Universitätsklinikums Münster konsekutiv mindestens 200 Unfallopfer untersucht. Dabei werden Patienten in die Untersuchung aufgenommen, die eins der folgenden beiden Gruppierungskriterien erfüllen:
- Gruppe A: 50 Patienten mit traumatischer Amputation an mindestens einer Extremität.
- Gruppe B: 150 Patienten mit mind. einer schweren, unfallchirurgisch versorgten Fraktur, die entsprechend ihrer akut stationären Aufenthaltsdauer sowie wichtiger demographischer Daten (Alter, Geschlecht) zu Gruppe A adjustiert werden. Diese Gruppe B wird später entsprechend der erreichten Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit der betroffenen Gliedmaße noch einmal in zwei Untergruppen aufgeteilt.
In der geplanten prospektiven Studie sollen im Verlauf zu den Zeitpunkten T1 (direkt nach der Erstversorgung); T2 (6 Monate nach dem Unfall); T3 (ein Jahr nach dem Unfall) neben den somatischen Parametern auch die vorbestehende Persönlichkeit der Unfallopfer sowie traumaassoziierte psychische Störungen erfasst werden.

Forschungsverbund NRW



Beginn:

01.01.2002


Abschluss:

31.12.2004


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund
Deutsche Rentenversicherung Westfalen
früher: Landesversicherungsanstalt (LVA) Westfalen



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FOFVB6PWII/8


Informationsstand: 15.06.2018