Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Die Bedeutung von Planungs- und Handlungsstörungen beim Schlaganfallpatienten für die soziale und berufliche Rehabilitation

Fragestellung:

Die Fähigkeit, Planen und Handeln zu können - wie zum Beispiel Zähneputzen, sich Waschen, Kaffee kochen, eine Feier planen, Termine organisieren oder sein Finanzbudget organisieren - beruhen auf dem Zusammenwirken grundlegender Hirnfunktionen. Erst erfolgreiches Planen und Handeln gewährleistet die Selbständigkeit im Alltag und ermöglicht die Ausübung eines Berufes. Im Rahmen der Studie soll untersucht werden, in welchem Ausmaß Planungs- und Handlungsstörungen (inklusive apraktische Störungen), die häufig nach einem Schlaganfall zu beobachten sind, die soziale und berufliche Rehabilitation beeinflussen, ob es prognostische Kriterien für die soziale und berufliche Rehabilitation gibt, und ob sich das Ausmaß und die Qualität der Planungs- und Handlungsstörungen bei Patienten in teilstationärer von denjenigen in vollstationärer Rehabilitation unterscheidet. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen dazu beitragen, Schlaganfallpatienten mit derartigen Störungen eine bessere soziale und berufliche Reintegration zu ermöglichen.

Methodik - folgende Hypothesen sollen überprüft werden:
- Je schwerer nach einem Schlaganfall die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis und/oder die Wahrnehmung gestört sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Planungs- und Handlungsstörungen.
- Je schwerer die Planungs- und Handlungsstörung, desto schwerer die soziale und berufliche Reintegration.
- Je mehr psychopathologische Parameter (EEG Befund, ERP Befund) auftreten und je stärker sie ausgeprägt sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß Planungs- und Handlungsstörungen sich im weiteren Verlauf nicht oder nur unwesentlich bessern.
- Das Auftreten und der Schweregrad von Planungs- und Handlungsstörungen hängt vom Läsionsort und der Läsionsgröße ab.
- Bei Patienten, die sich in der ambulanten/teilstationären Rehabilitation befinden, ist der Schweregrad der Planungs- und Handlungsstörungen geringfügiger ausgeprägt als bei Patienten in der stationären Rehabilitation.

Probandengruppen und Stichprobengröße:
Zielgruppe sind Patienten mit Planungs- und Handlungsstörungen nach einem Schlaganfall, und zwar 100 Patienten in vollstationärer Rehabilitation und 50 Patienten in teilstationärer Rehabilitation. Als Kontrollgruppe dienen 50 Patienten ohne Planungs- und Handlungsstörungen nach einem Schlaganfall und 50 Patienten mit Planungs- und Handlungsstörungen nach einem Schädelhirntrauma.

Untersuchungsverfahren:
Ein Schlaganfall kann zu einer Schädigung der Hirnstruktur und in Folge zu mental-kognitiven Hirnleistungsstörungen, wie Planungs- und Handlungsstörungen, führen. Bildgebende Verfahren dienen der Identifizierung von Hirnstrukturschäden. Die dadurch beeinflußten Hirnleistungen werden mit Hilfe elektrophysiologischer Verfahren (beispielsweise der Messung evozierter Potentiale und Verhaltensanalysen (psychometrische Testverfahren, Verhaltensskalen) beurteilt.



Beginn:

01.01.1999


Abschluss:

31.12.2001


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Abstract

The impact of impairments in planning ahead and acting on social and vocational rehabilitation

The ability to plan ahead and act accordingly is fundamental to daily life and vocational performance. If we are not able to plan ahead and act in a motivated, goal-oriented fashion, to assess a situation and to bring about results our daily life as well as our professional life is compromised. Despite the frequent occurrence of such impairments following a stroke, there are no systematic studies investigating the impact of these impairments on social and vocational rehabilitation.


Referenznummer:

R/FOFVB8P3.2


Informationsstand: 13.06.2018